News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

Transplantationsregister 29.01.2016

BÄK begrüßt Referentenentwurf des BMG

Berlin - Die Bundesärztekammer hat den Referentenentwurf eines Gesetzes zur Errichtung eines Transplantationsregisters uneingeschränkt begrüßt. Mit dem Gesetz würden nunmehr die rechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung und den Betrieb eines bundesweiten Transplantationsregisters geschaffen werden, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme zu dem Entwurf, den die BÄK an die Bundesregierung übermittelt hat. Mitte Dezember 2015 hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) den Referentenentwurf vorgelegt. Ziel des Gesetzes ist die Errichtung eines bundesweiten Transplantationsregisters, in dem die transplantationsmedizinischen Daten zusammengeführt werden. Mit dem Register sollen wesentliche Erkenntnisse gewonnen werden, die zu einer Verbesserung und Weiterentwicklung der transplantationsmedizinischen Versorgung und zur Erhöhung der Transparenz führen. Die Bundesärztekammer erwartet, dass das Transplantationsregister eine Verbesserung des Dokumentations- und Datenflusssystems für alle Bereiche des Transplantationswesens bewirkt. Dabei begrüßt sie insbesondere, dass mit dem Referentenentwurf an die mit dem Transplantationsgesetz geschaffene Selbstverwaltungslösung angeknüpft wird. Die BÄK betont in ihrer Stellungnahme, sie werde sich als Vertreterin der im Transplantationswesen tätigen Ärztinnen und Ärzte dafür einsetzen, dass sich der Dokumentationsaufwand für die Transplantationszentren in einem vertretbaren Rahmen bewegt. Stellungnahme der Bundesärztekammer zu dem Referentenentwurf zur Errichtung eines nationalen Transplantationsregisters (Transplantationsregistergesetz – TxRegG)
Internationales 27.01.2016

Bundesärztekammer fordert Freilassung von Dr. Said in Kairo

Berlin - Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat sich mit Nachdruck an den Innenminister und den Justizminister Ägyptens, Magdy Abdel Ghaffar und Ahmed El-Zend, gewandt, um auf die Lage des in Deutschland tätigen Arztes Dr. Ahmed Mohamed Said aufmerksam zu machen. Der Menschenrechtsaktivist Said ist bei einer friedlichen Gedenkveranstaltung am 16. November 2015 in Kairo verhaftet und zu einer zweijähren Haft verurteilt worden. Said hat Einspruch gegen das Urteil eingelegt. Heute soll es zu einer Anhörung kommen. Nach Angaben seiner Familie wurde Dr. Said, der in Frankfurt als Chirurg tätig ist, gefoltert und unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten. Die Vorwürfe, wie z. B. der Verstoß gegen das Versammlungsverbot, die ihm und vier weiteren Angeklagten (Mustafa Ibrahim Mohamed Ahmed, Karim Khaled Fathy, Mohamed Abdel-Hamin und Gamila Serzel-Dain) angelastet werden, verstoßen gegen universelle Menschenrechte. Zu anderen Vorwürfen fehlen in dieser Untersuchung objektive Beweise. Bereits am 8. Dezember 2015 ist Dr. Ahmed Said in einen partiellen Hungerstreik getreten. Seine Familie berichtet, dass er während der Vernehmung im Gefängnis von Abdeen Handschellen tragen musste, ihm die Augen verbunden, er geschlagen sowie mit Elektroschocks und brennenden Zigaretten misshandelt wurde. Beim Versuch, die Folter der Staatsanwaltschaft zu melden, habe diese eine Untersuchung verweigert. Bis zum 14. Dezember sei ihm der Kontakt zur Familie und seinem Rechtsbeistand nicht gewährt worden. Die Bundesärztekammer forderte die Minister auf, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, dass der Urteilsspruch und die politisch motivierte Strafe zurückgenommen und Dr. Said sowie die anderen vier Gefangenen umgehend freigelassen werden. Die ägyptischen Behörden werden darüber hinaus aufgefordert, dass die Gefangenen bis zur Freilassung vor Folter und Gewalt geschützt werden und ihnen ein regelmäßiger Zugang von Anwälten und Familien garantiert wird. Schließlich appelliert die Bundesärztekammer an die Behörden eine sofortige und unabhängige Untersuchung über die Foltervorwürfe durchzuführen. Brief des Präsidenten der Bundesärztekammer an den Innenminister von Ägypten [PDF] Brief des Präsidenten der Bundesärztekammer an den Justizminister von Ägypten [PDF]
GOÄ 23.01.2016

Ärztetag stellt Signale auf Grün

„Der Deutsche Ärztetag hat der Bundesärztekammer auf beeindruckende Weise den Rücken gestärkt. Das war ein klarer Vertrauensbeweis für den Vorstand der Bundesärztekammer und die Verhandlungsführer der BÄK, die sich seit Jahren für eine neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) einsetzen.“ So kommentierte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery den Ausgang des heutigen außerordentlichen Deutschen Ärztetages in Berlin. Die Delegierten hatten den Leitantrag des Bundesärztekammer-Vorstandes mit großer Mehrheit angenommen. Gleichzeitig überwiesen sie Anträge, deren Umsetzung eine Unterbrechung der laufenden Verhandlungen mit PKV und Beihilfe für eine neue GOÄ zur Folge gehabt hätten, an den zuständigen Ausschuss der BÄK. Die Delegierten forderten die Bundesregierung auf, die GOÄ entsprechend dem zwischen BÄK, Verband der Privaten Krankenversicherung und Beihilfe ausgehandelten Kompromissvorschlag zum nächstmöglichen Zeitpunkt innerhalb der noch laufenden Legislaturperiode in Kraft zu setzen. Der Vorstand der Bundesärztekammer wurde damit beauftragt, unter Beratung durch den Ausschuss "Gebührenordnung" der Bundesärztekammer die Gesetzesinitiative zur Anpassung der Bundesärzteordnung und den Entwurf der neuen GOÄ abschließend zu prüfen und gegenüber dem Bundesministerium für Gesundheit freizugeben. In einer Entschließung formulierte der Ärztetag die Voraussetzungen für die Novelle. Abschließend stellten die Delegierten klar: „Die Ärzteschaft erwartet jetzt, dass die Politik ihre Zusagen einhält. Die dringend notwendige GOÄ-Novelle darf nicht dem beginnenden Bundestagswahlkampf geopfert werden.“ Entschließung des außerordentlichen Deutschen Ärztetages: GOÄ-Novelle jetzt umsetzen: Moderne Medizin zu rechtssicheren und fairen Bedingungen für Patienten und Ärzte! Der Deutsche Ärztetag fordert die Bundesregierung dringend auf, die nach der Maßgabe der unten aufgeführten Voraussetzungen gestaltete Novelle der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) entsprechend dem zwischen der Bundesärztekammer und dem Verband der Privaten Krankenversicherung e. V. (PKV-Verband) sowie den für das Beihilferecht zuständigen obersten Bundes- und Landesbehörden (Beihilfe) ausgehandelten Kompromissvorschlag zum nächstmöglichen Zeitpunkt innerhalb der noch laufenden Legislaturperiode in Kraft zu setzen. Der Vorstand der Bundesärztekammer wird damit beauftragt, unter Beratung durch den Ausschuss "Gebührenordnung" der Bundesärztekammer die Gesetzesinitiative zur Anpassung der Bundesärzteordnung (BÄO) und den Entwurf der neuen GOÄ abschließend zu prüfen und gegenüber dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) freizugeben, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: 1. Die neue GOÄ erfüllt weiterhin eine doppelte Schutzfunktion für Patienten und Ärzte: Durch das Festlegen ausgewogener Preise werden die Patienten vor finanzieller Überforderung geschützt und die ärztlichen Leistungen angemessen vergütet. 2. Durch das Festlegen nicht unterschreitbarer Gebührensätze unter Berücksichtigung gerechtfertigter Ausnahmefälle werden die notwendigen Voraussetzungen einer menschlichen und qualitativ hochwertigen Patientenversorgung gewährleistet. 3. Das Gebührenverzeichnis der neuen GOÄ entspricht dem aktuellen Stand der medizinischen Wissenschaft. Darin noch nicht abgebildete innovative Leistungen können wie bisher ohne Verzögerung durch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte erbracht und analog mittels gleichwertiger vorhandener Gebührenpositionen abgerechnet werden. 4. Abweichende Honorarvereinbarungen sind weiterhin möglich. 5. Gehalts- und Kostenentwicklungen einschließlich des Inflationsausgleichs sind bei der Festlegung der Euro-Preise der Gebührenpositionen der neuen GOÄ und deren künftig fortlaufenden Überprüfung und Anpassung in einem fairen Interessenausgleich mit den nach § 11 BÄO "zur Zahlung der Entgelte Verpflichteten" zu berücksichtigen. Die Festlegung und Weiterentwicklung der Euro-Preise der neuen GOÄ soll unter Erhalt ihrer Doppelschutzfunktion auch im Vergleich mit der Anpassungshöhe und den Anpassungsintervallen anderer Gebührenordnungen freier Berufe angemessen sein. 6. Die Bundesärztekammer verständigt sich mit dem BMG, dem PKV-Verband und der Beihilfe darauf, während der geplanten 36-monatigen Monitoringphase im Anschluss an die Inkraftsetzung der neuen GOÄ eventuelle Inkongruenzen hinsichtlich der Abrechnungsbestimmungen, der Legenden und Bewertungen der Gebührenpositionen unter Anhörung der ärztlichen Verbände und Fachgesellschaften zu identifizieren und zu beheben. Die Praktikabilität und die Angemessenheit der neuen Steigerungssystematik werden überprüft und dabei festgestellte Mängel behoben. Die Ergebnisse der Prüfungen und die daraufhin ergriffenen Maßnahmen werden durch die Bundesärztekammer fortlaufend veröffentlicht. Die Ärzteschaft erwartet jetzt, dass die Politik ihre Zusagen einhält. Die dringend notwendige GOÄ-Novelle darf nicht dem beginnenden Bundestagswahlkampf geopfert werden! Erste druckfähige Fotos von der Veranstaltung können unter www.aerzteblatt.de/bildservice heruntergeladen werden. Bildquelle: axentis Weitere Fotos werden in Kürze eingestellt....
GOÄ 21.01.2016

Windhorst: Chance auf neue GOÄ nutzen

Berlin - Am kommenden Samstag findet der Sonderärztetag zur Novellierung der Amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) in Berlin statt. Das Deutsche Ärzteblatt hat den Vorsitzenden des GOÄ-Ausschusses der Bundesärztekammer, Dr. Theodor Windhorst, gefragt, was er vom außerordentlichen Ärztetag erwartet.
GOÄ 18.01.2016

Montgomery: GOÄ ist kein Thema für den Wahlkampf

Berlin - „Wir brauchen eine neue Gebührenordnung, die Rechtssicherheit schafft und die kontinuierlich auf dem Stand des medizinischen Fortschritts und der Kostenentwicklung gehalten werden kann “, erklärte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, auf dem Neujahrsempfang der Ärzteschaft in Berlin. Von dem außerordentlichen Deutschen Ärztetag, der am kommenden Samstag über die Novelle der Gebührenordnung für Ärzte berät, erhofft er sich klare Beschlüsse. Er ist optimistisch, dass in diesem Jahr noch eine neue Gebührenordnung für Ärzte verabschiedet werde. Montgomery warnte die Politik davor, das Thema in den Bundestagswahlkampf hineinzuziehen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe rief die Ärzteschaft zur Einigkeit auf. Es wäre töricht, einen Zug kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof „durch Uneinigkeiten aus den Gleisen“ zu werfen. Die Reform sei „überfällig und kein Schauplatz für Sozialneiddebatten.“
Klinische Prüfungen 15.01.2016

BÄK tritt für Nachbesserungen bei der nationalen Durchführung der EU-Verordnung klinische Prüfungen ein

Berlin - Ende November 2015 hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) den Referentenentwurf eines Vierten Gesetzes zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften vorgelegt. Damit sollen im Wesentlichen Regelungen der Verordnung für klinische Prüfungen (EU) Nr. 536/2014 auf nationaler Ebene durchgeführt werden. Grundsätzlich begrüßt die Bundesärztekammer (BÄK), dass die Grundzüge des gemeinsamen Positionspapiers des Arbeitskreises Medizinischer Ethik-Kommissionen (AK Med EK) und der BÄK vom 21.11.2014 Eingang in den Referentenentwurf gefunden haben. „Es ist wichtig, dass das BMG die abgestimmte Positionierung der nach Landesrecht gebildeten Ethik-Kommission in Deutschland aufgegriffen hat. Diese Positionen sind die Basis für die Fortführung der etablierten und bewährten Strukturen unter den neuen Rahmenbedingungen. Ohne Frage zählt das Zwei-Säulen-Modell, also die parallele und gleichberechtigte Bewertung eines Forschungsantrages durch eine Bundesoberbehörde und eine Ethik-Kommission, zu den zentralen Elementen dieses Systems,“ betont der Präsident der BÄK, Professor Dr. Frank-Ulrich Montgomery. Allerdings sieht die Ärzteschaft in der am 14.01.2016 einstimmig vom BÄK-Vorstand beschlossenen Stellungnahme dringenden Nachbesserungsbedarf bei einigen Regelungen des Referentenentwurfes. Wenn keine Änderungen vorgenommen werden, werde die Unabhängigkeit der Ethik-Kommissionen und deren föderales Organisationsprinzip insbesondere durch die Ermächtigung zur Bildung einer Bundes-Ethik-Kommission gefährdet, stellt die BÄK in ihrer Stellungnahme fest. Denn angesichts der verfassungsrechtlich verankerten Zuständigkeit der Länder sei nicht akzeptabel, dass der Gesetzentwurf diese Ermächtigung für das Bundesministerium für Gesundheit über eine Verordnung ohne Beteiligung des Bundesrates vorsehe. Auch kämen aufgrund der geänderten Verfahrensweisen (u. a. Verkürzung der Fristen, Vorgaben zur Zusammensetzung der Ethik-Kommission, höhere Sitzungsfrequenz) Erfüllungsaufwände und Umstellungskosten auf die Ethik-Kommissionen zu, die nicht allein vom Verordnungsgeber vorgeschrieben werden können, sondern deren Höhe zwingend zusammen mit den Ethik-Kommissionen und ihren Trägern festgestellt werden müsse. Grundlage für die Stellungnahme der BÄK waren Diskussionen in einer Arbeitsgruppe mit Vertretern des AK Med EK. „Hier kann es nicht um Partikularinteressen gehen – eine von allen Beteiligten getragene Positionsbestimmung ist für die zukünftige Ausrichtung der nach Landesrecht gebildeten Ethik-Kommission in Deutschland unerlässlich,“ unterstreicht Montgomery die Bedeutung dieses Vorgehens. „Nicht zuletzt im Interesse der Sicherheit klinischer Prüfungen und des Forschungsstandortes Deutschland hoffen wir, dass die Argumentation unserer Stellungnahme bei den politischen Entscheidungsträgern auf offene Ohren trifft.“ Stellungnahme der Bundesärztekammer zu dem Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit eines Vierten Gesetzes zur Änderung arzneimittelrechtlicher und anderer Vorschriften vom 25.11.2015
Medikationsfehler 15.01.2016

Projekt zur Erfassung und Bewertung von Medikationsfehlern: Start der Fallerfassung

Berlin – Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) führt seit Anfang 2015 ein vom Bundesministerium für Gesundheit gefördertes Projekt (Förderkennzeichen: GE 2014 0106) zur Erfassung und Bewertung von Medikationsfehlern durch. Mit dem Projekt wird u. a. untersucht, ob die systematische Analyse von Medikationsfehlern zu einer verbesserten Sicherheit der Patienten beitragen kann. In Deutschland sind etwa drei Prozent der notfallmäßigen stationären Aufnahmen in internistische Abteilungen auf Nebenwirkungen zurückzuführen. Insgesamt etwa 0,6 % aller internistischen Notaufnahmen werden als vermeidbare Medikationsfehler eingeschätzt. Geänderte europäische Regularien sehen vor, dass auch medikationsfehlerbedingte Nebenwirkungen in den nationalen Pharmakovigilanzsystemen dokumentiert werden sollen. Die AkdÄ führt daher ein Pilotprojekt zur Erfassung und Bewertung von Medikationsfehlern durch. In dem Projekt sind Ärzte aufgerufen, medikationsfehlerbedingte Nebenwirkungen oder Beinahefehler zu melden. Aus der systematischen Analyse der Fallberichte sollen Ansätze zur Vermeidung von Medikationsfehlern entwickelt werden. Die Sammlung von Fallberichten konnte Anfang 2016 beginnen. 
Tabakkonsum 14.01.2016

BÄK begrüßt Schockbilder auf Zigarettenpackungen

Berlin - „Die Ärzteschaft begrüßt ausdrücklich wirksame Aufklärungsmaßnahmen über die gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums.“ Das erklärte San.-Rat. Dr. Josef Mischo, Vorsitzender der Arbeitsgruppe „Sucht und Drogen“ der Bundesärztekammer, zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Umsetzung der Richtlinie über Tabakerzeugnisse und verwandte Erzeugnisse (18/7218). Der Entwurf wird heute in erster Lesung im Bundestag beraten. Mit ihm soll der Weg geebnet werden für Schockbilder und größere Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen. Damit soll die europäische Tabakprodukt-Richtlinie in deutsches Recht umgesetzt werden. „Noch immer tötet Tabakkonsum viel zu viele Menschen. Es muss alles unternommen werden, um jeden über die lebensgefährlichen Risiken zu informieren.“ Nach jüngsten Berechnungen sterben in Deutschland jährlich etwa 121 000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Rund 80 Prozent aller Lungenkrebstodesfälle werden darauf zurückgeführt. Tabakkonsum kann neben Lungenkrebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch Leberkrebs, Darmkrebs, Tuberkulose und Typ-2-Diabetes auslösen. Von Mai 2016 an sollen zwei Drittel der Vorder- und Rückseite von Zigaretten- und Drehtabak-Verpackungen für kombinierte Warnbilder und aufklärende Texte reserviert sein - weit mehr als bisher schon. Schockbilder von krebsbefallenen Lungen, faulende Raucherbeine oder geschwärzte Zahnstümpfe sollen von Tabakkonsum abhalten.
Akademien 12.01.2016

Akademien der Bundesärztekammer im Dialog: Wann ist weniger Medizin mehr - gemeinsam klug entscheiden!

Wann ist weniger mehr, welche Therapie ist wirklich wichtig und wie können Patienten bei der Auswahl geeigneter Behandlungswege besser eingebunden werden? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich Haus- und Fachärzte am 9. Januar 2016 auf der Veranstaltung „Akademien der Bundesärztekammer im Dialog“ befasst. „Im Kern geht es darum, wie wir kluge Entscheidungsstrategien entwickeln können, um die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern“, sagte Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery zur Eröffnung der Veranstaltung. „Und das wollen wir interdisziplinär, kollegial und sektorenübergreifend machen.“ Bei der Veranstaltung der Bundesärztekammer (BÄK) beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Themen Multimorbidität und Polypharmazie sowie mit der von Fachgesellschaften ins Leben gerufene Initiative „Klug entscheiden“. Dr. Max Kaplan, Vize-Präsident der Bundesärztekammer, wies darauf hin, dass die enormen Leistungen der Medizin Hoffnungen geweckt haben, die nicht immer und überall erfüllt werden können. „Wir Ärzte sollten nicht versucht sein, diese übermäßigen Ansprüche durch nicht-zwingend indizierte Behandlungen kompensieren zu wollen. Das wäre berufsethisch nicht zu vertreten und bei kontraindizierter Behandlung sogar rechtlich verwerflich.“ Hinzu komme, dass der Minimierung des Patientenrisikos eine Maximierung des ärztlichen Haftungsrisikos gegenüberstehe. „Durch diese Verrechtlichung der Medizin besteht die Gefahr, dass sich eine Defensiv-Medizin entwickelt, die zu Überdiagnostik führen kann.“ Die medizinische Indikation müsse deshalb ein gut begründbares fachliches Urteil des behandelnden Arztes darstellen, damit das mit dem Patienten gemeinsam festgelegte Behandlungsziel erreicht wird, so Kaplan. Auch Prof. Dr. Jost Steinhäuser vom Institut für Allgemeinmedizin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, betonte in seinem Referat die Notwendigkeit, Patienten in die Entscheidungsfindung stärker einzubeziehen. „Wir müssen wegkommen von einem krankheitszentrierten Ansatz hin zu einem individuell maßgeschneiderten Entscheidungsprozess“, forderte er. Hilfreich seien hierfür spezielle Kommunikationskurse für Ärzte, in denen sie unter anderem die partizipative Entscheidungsfindung trainieren können. Prof. Dr. Gerd Hasenfuß, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), erläuterte auf der Tagung die Zielsetzung der Initiative von wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften „Klug entscheiden“. Die Initiative orientiere sich an der internationalen Kampagne „choosing wisley“, im Rahmen derer sich seit 2011 zahlreiche Wissenschaftliche Fachgesellschaften mit dem Thema unnötiger oder sogar schädlicher medizinischer Leistungen beschäftigen und Empfehlungen zu verschiedenen Bereichen abgeben. Die Auswahl der anzusprechenden Gesundheitsfragen und die Entwicklung der Empfehlungen obliege den einzelnen Fachgesellschaften. 2016 sollen die ersten evidenzbasierten und auch mit anderen Berufsgruppen abgestimmten Empfehlungen veröffentlicht werden. Sie sollen als Entscheidungsgrundlage dafür dienen, welche Diagnostik und Behandlung vorgenommen wird. Ob sie im konkreten Fall anwendbar sind, müssen Arzt und Patient im Gespräch miteinander ermitteln. Die Empfehlungen sollen auch einer Unterversorgung entgegenwirken, etwa wenn Ärzten genügend Zeit für die Patienten-Aufklärung über Behandlungsalternativen fehlt. „Nur eine wirklich gute Indikation führt zu einem guten Behandlungsergebnis. Leider steht heute noch zu häufig das medizinisch Machbare im Vordergrund. Untersuchungsmethoden müssten vielmehr evidenzbasiert, ressourcenbewusst und ethisch fundiert ausgewählt werden", sagte Hasenfuß. Die Dialogveranstaltung der Bundesärztekammer sei Teil eines Konzeptes der BÄK, mit dem die Arbeit der Deutschen Akademie für Allgemeinmedizin und die der Akademie der Gebietsärzte noch intensiver miteinander verzahnt werden soll, sagte BÄK-Vizepräsidentin Dr. Martina Wenker. Auf diese Weise solle versorgungsrelevanten Themen ein größeres politisches Gewicht mit entsprechender öffentlicher Wirkung und Einfluss verliehen werden. „Wir setzen auf Verzahnung, statt auf Sektionierung. Die Tagung könnte der Aufschlag für mögliche Folgeveranstaltungen sein, sofern der nächste Deutsche Ärztetag dies befürwortet“, so Wenker. ...
Akademien 08.01.2016

Montgomery: Kluge Zukunftsentscheidungen im Sinne der Patienten

Berlin - Kluge Zukunftsentscheidungen im Sinne der Patienten – dieses Thema steht nach Auffassung von Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer, im Zentrum der Veranstaltung „Akademien der Bundesärztekammer im Dialog“, die am 9. Januar 2016 in Berlin stattfindet. Es gehe darum, „fachübergreifend, strukturübergreifend über gemeinsame Probleme“ zu reden, sagte Montgomery in einem Video-Interview. „Und wir wollen das öffentlichkeitswirksam tun, über alle trennenden Grenzen zwischen Hausarzt und Facharzt, Klink und Praxis hinweg.“ Organisiert wird die Veranstaltung von der Bundesärztekammer gemeinsam mit den Vorständen der Akademien für Allgemeinmedizin und der Gebietsärzte. Themen der Tagung sind Multimorbidität, Polypharmazie sowie die von Fachgesellschaften ins Leben gerufene Initiative „Gemeinsam klug entscheiden“. Weitere Informationen