News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

119. Deutscher Ärztetag 25.05.2016

„Medizinische Versorgung von morgen - Balance zwischen Wertschöpfung und Wertschätzung“

Der 119. Deutsche Ärztetag hat in seiner gesundheits- und sozialpolitischen Generalaussprache in Hamburg den Leitantrag des Bundesärztekammer-Vorstands mit geringen Änderungen angenommen. Die Entschließung im Wortlaut: Der Gesetzgeber hat in der Bundesärzteordnung festgelegt: „Der ärztliche Beruf ist kein Gewerbe; er ist seiner Natur nach ein freier Beruf.“ Seine medizinisch-fachliche Weisungsfreiheit und seine im ärztlichen Berufsethos sowie im ärztlichen Berufsrecht verankerte Verpflichtung zur Übernahme persönlicher Verantwortung für das Wohl der Patienten stellen den wirksamsten Patientenschutz dar. Dies ist ein Grundrecht des Patienten. Überregulierung, ein über Jahre forcierter Preiswettbewerb und die damit einhergehende Kommerzialisierung des Gesundheitswesens stellen dieses Selbstverständnis ärztlicher Berufsausübung jedoch zunehmend in Frage. Dabei müssen medizinische Orientierung und ökonomisches Verantwortungsbewusstsein keinen Gegensatz darstellen. Voraussetzung aber ist, dass Gewinnmaximierung niemals Vorrang haben darf vor ärztlich wohl begründeten Entscheidungen. Wertschöpfung in unserem Gesundheitswesen muss immer einhergehen mit der Wertschätzung von Patienten und Ärzten.
119. Deutscher Ärztetag 25.05.2016

Ärzteschaft fordert Nachbesserung gesetzlicher Regelungen gegen ausufernde Arzneimittelpreise

Hamburg – Der 119. Deutsche Ärztetag in Hamburg hat vor einer finanziellen Überforderung des Gesundheitssystems wegen kontinuierlich steigender Arzneimittelpreise gewarnt. Die vor fünf Jahren vom Gesetzgeber mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) beschlossenen Regelungen für die Nutzenbewertung und die Preisfestlegung von neuen Arzneimitteln hätten nicht zu den erhofften Einsparungen geführt. Stattdessen stiegen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Arzneimittel jährlich um vier bis fünf Prozent. Bei einigen Arzneimitteln – vor allem in der Onkologie – lägen die jährlichen Therapiekosten pro Patient bei 80.000 Euro und höher. Das Ärzteparlament warnte, dass die ausreichende Versorgung der Patienten mit Arzneimitteln durch die hohen Kosten künftig gefährdet sein könnte. Der Ärztetag forderte deshalb den Gesetzgeber auf, die Regelungen für die Nutzenbewertung und die Preisfestlegung neuer Arzneimitteln im Rahmen des sogenannten AMNOG-Verfahrens nachzubessern. Die von Krankenkassen übernommenen Kosten für neue Arzneimittel müssten sich am nachgewiesenen Nutzen für die Patienten orientieren. „Die derzeit freie, ausschließlich am Markt orientierte Preisfestlegung für Arzneimittel im ersten Jahr nach der Markteinführung durch den pharmazeutischen Unternehmer muss abgeschafft werden“, heißt es in der Entschließung des Ärzteparlaments. Zudem sollten Ärzten die Ergebnisse der Nutzenbewertung schnell und in geeigneter Form zur Verfügung gestellt werden. „Nur dadurch kann sichergestellt werden, dass der berechtigte Anspruch der Patienten auf eine dem Stand der aktuellen medizinischen Erkenntnisse entsprechende medikamentöse Versorgung adäquat berücksichtigt wird.“Die Preisbildung bei Arzneimitteln war mit Referaten von Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, und Birgit Fischer, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller, eines der Schwerpunktthemen des Deutschen Ärztetages. Die Referate können auf der Internetseite der Bundesärztekammer unter  www.bundesaerztekammer.de/aerztetag/119-deutscher-aerztetag-2016/referate/ heruntergeladen werden. Der 119. Deutsche Ärztetag tagt vom 24. bis 27. Mai 2016 in Hamburg. Weitere Informationen finden Sie unter www.bundesaerztekammer.de/aerztetag/119-deutscher-aerztetag-2016. Folgen Sie der Bundesärztekammer unter #daet16 auch auf Twitter und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.
119.DÄT 24.05.2016

119. Deutscher Ärztetag in Hamburg eröffnet

Hamburg – „Wertschöpfung in unserem Gesundheitswesen muss immer einhergehen mit der Wertschätzung von Patienten und Ärzten." Das sagte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), bei der heutigen Eröffnung des 119. Deutschen Ärztetags in Hamburg. Medizinisch begründete Entscheidungen müssten immer Vorrang haben vor Gewinnmaximierung und Renditestreben. Die Prioritäten müssten  klar sein, erst der Patient, dann die ökonomischen Fragen.Vielerorts seien aber die Grenzen ökonomischer Zumutbarkeiten erreicht. Montgomery verwies in diesem Zusammenhang auf mögliche negative Folgen von Klinikprivatisierungen. „Schnelle Managerwechsel, Personalentscheidungen nach Gutsherrenart, und „hire and fire“-Prinzipien auch in den Chefetagen der Krankenhäuser – das alles sind Auswüchse einer gewinn- und marktorientierten Privatisierung.“ An Klinik- und Kostenträger gewandt, sagte er: „Man kann das Thema Patientensicherheit nicht wie ein Mantra vor sich hertragen und zugleich billigend in Kauf nehmen, dass Ärzte dermaßen unter Druck gesetzt werden.“An die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern appellierte Montgomery, endlich für ausreichend Investitionsmittel für die Krankenhäuser zu sorgen. Auch nach dem Krankenhausstrukturgesetz gebe es hierfür keine nachhaltige Verpflichtung der Länder. „Dieses Thema muss im Bundesrat und auf der Länder­ebene weiter diskutiert werden“, forderte der BÄK-Präsident.Auf den Prüfstand gehört nach Überzeugung Montgomerys auch die Preisgestaltung bei Arzneimitteln. „Hier muss die Balance gewahrt werden zwischen dem, was Forschung und Entwicklung an Mitteln brauchen, was der Markt bereit ist zu zahlen, und dem, was in einem solidarisch finanzierten System ethisch vertretbar ist. Es kann nicht sein, dass nur die Leistungsträger im Gesundheitswesen wie wir Ärzte zu sozialgebundenen Tarifen verpflichtet sind, die Pharmaindustrie aber ausschließlich marktorientiert agiert“, sagte Montgomery. Positiv bewertete er das kürzlich verabschiedete Antikorruptionsgesetz für das Gesundheitswesen. Der BÄK-Präsident hob hervor, dass das Gesetz nicht nur für Ärzte gilt, sondern für alle Akteure aus dem Gesundheitswesen sowie für diejenigen, die bestechen. Sinnvoll sei, dass der Verweis auf die Verletzung berufsrechtlicher Unabhängigkeit aus dem Gesetz gestrichen wurde. „Dies wäre ein Gummiparagraph geworden, der ein Einfallstor für Verdächtigungen und Unterstellungen geöffnet hätte.“Ausdrücklich hob Montgomery in seiner Rede die ehrenamtliche Hilfe vieler tausend Ärztinnen und Ärzte bei der Bewältigung des Flüchtlingszustroms hervor. „Als die Lage in vielen Erstaufnahme-einrichtungen chaotisch war, setzten sich Ärzte in einer beispiellosen Welle der Hilfsbereitschaft für die schutzsuchenden Menschen ein. Dieses Engagement ist im besten Sinne ärztlich“, sagte er. Gleichwohl sollte niemand auf die Idee kommen, sich auf diesem ehrenamtlichen Engagement auszuruhen. Handlungsbedarf bestehe unter anderem bei der personellen Aufstockung des für die gesundheitliche Versorgung in Erstaufnahmeeinrichtungen zuständigen öffentlichen Gesundheitsdienstes, bei der nur schleppend verlaufenden Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge sowie bei der viel zu bürokratischen Leistungsgewährung gemäß Asylbewerberleistungsgesetz. Ausführlich ging Montgomery auf die Arbeiten an der Novelle der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) ein. Nachdem der Verordnungsgeber über viele Jahre untätig geblieben sei, hätten Ärzte einen Anspruch auf ein angemessenes Honorar und eine rechtssichere Gebührenordnung. Vor dem Hintergrund der innerhalb der Ärzteschaft zum Teil kontrovers geführten Debatte über die Reform betonte er die Notwendigkeit, sich mit Kritik an der Sache ernsthaft auseinanderzusetzen. Zum weiteren Vorgehen berichtete Montgomery, dass nunmehr ein mit dem Bundesgesundheitsministerium und dem Verband der Privaten Krankenversicherung abgestimmter Text der Leistungslegenden vorliege. Auch hätten die Diskussionen auf der Sachebene mit den Berufs- und Fachverbänden begonnen. Ziel sei eine modernisierte, rechtssichere, anpassungsfähige und zukunftsorientierte neue GOÄ. Rede des Präsidenten der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages, Professor Dr. Frank Ulrich Montgomery, zur Eröffnung des 119. Deutschen Ärztetages in der Laeiszhalle Hamburg [PDF] ...
Versorgung 20.05.2016

Montgomery: Deutschpflicht bei Arztbesuchen aufheben

Berlin - Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat in einem Interview mit der Ostthüringer Zeitung (20.05.2016) gefordert, dass bei Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung Dolmetscherdienste für ausländische Versicherte mitberücksichtigt werden sollten. In dem Interview, das in einer ausführlicheren Fassung aber mit der irreführenden Überschrift „Deutschpflicht für Ärzte aufheben“, auch im Hamburger Abendblatt erschienen ist, kritisierte Montgomery, dass für Versicherte nur ein Anspruch auf Leistungen in deutscher Sprache besteht. „Ich halte das für nicht mehr zeitgerecht. Wir haben heute viele Menschen in Deutschland, die normale sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse haben und nicht ausreichend Deutsch sprechen“, sagte er. Bei der gesundheitlichen Versorgung von Migranten sprach sich Montgomery für eine Änderungen im  Asylbewerberleistungsgesetz aus. Das Gesetz enthalte die Einschränkung, dass nur akute Erkrankungen und Schmerzen behandelt werden dürfen. Ärzte hätten aber die  ethische Verpflichtung, jeden Patienten gleich zu behandeln. „Wenn ich erkenne, dass jemand auf dem Weg ist, zum Diabetiker zu werden, kann ich nicht warten, bis der Diabetes entgleist ist, sondern muss ihn gleich behandeln.“Mit Blick auf die Germanwings-Katastrophe vor gut einem Jahr nannte es Montgomery „erschreckend“, dass es trotz einer bekannten schweren depressiven Vorerkrankung des Copiloten, der den Ermittlungen zufolge den Absturz herbeiführte, keine besonderen Untersuchungen gegeben habe. „In solchen Fällen reicht eine jährliche Untersuchung, wie sie die Regel ist, nicht aus.“ Montgomery kritisierte zudem, dass die fliegerärztliche Untersuchung überwiegend auf körperliche Befunde und Laborwerte abgestellt sei und zu wenig auf psychische Untersuchungen. Die gesundheitliche Versorgung von Flüchtlingen und die durch die Germanwings-Katastrophe ausgelöste Diskussion über die ärztliche Schweigepflicht werden auch Themen auf dem 119. Deutschen Ärztetag sein, der vom 24. bis 27. Mai in Hamburg tagt. Weitere Schwerpunkte sind die Preisbildung von Arzneimitteln, Auswirkungen der Ökonomisierung auf die Patientenversorgung und die Novelle der Gebührenordnung für Ärzte.
119. DÄT 20.05.2016

Vom 24. bis 27. Mai 2016 diskutieren 250 Ärztinnen und Ärzte berufspolitische und medizinisch-ethische Themen

Berlin - Für eine Woche wird Gesundheitspolitik in Hamburg gemacht. 250 Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland kommen vom 24. bis 27. Mai 2016 zum 119. Deutschen Ärztetag in das CCH Congress Center Hamburg, um gesundheitspolitische Impulse zu setzen und wichtige berufspolitische Themen zu beraten. Eröffnet wird der Deutsche Ärztetag am kommenden Dienstag in der Laeiszhalle Hamburg unter anderem im Beisein von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und dem Ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Olaf Scholz. In der gesundheits- und sozialpolitischen Generalaussprache werden sich die Abgeordneten des Deutschen Ärztetages unter anderem mit der Bewältigung  des Zustroms von Flüchtlingen nach Deutschland beschäftigen. Insbesondere bei der gesundheitlichen Versorgung Asylbegehrender besteht weiterhin in vielen Bereichen Handlungsbedarf. So ist die Personalsituation in den Gesundheitsämtern angespannt, die Einführung der Gesundheitskarte für Flüchtlinge geht nur schleppend voran und die Leistungsgewährung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz stellt Patienten und Ärzte oft vor bürokratische Hürden. Der Deutsche Ärztetag wird sich intensiv mit diesen Herausforderungen befassen, Probleme benennen und Lösungsmöglichkeiten beraten. Darüber hinaus stehen zahlreiche weitere gesundheits- und berufspolitische Themen auf der Agenda. In einem Themenschwerpunkt werden sich die Delegierten mit der Arzneimittelpreisbildung beschäftigen. Dabei wird es im Kern um die Frage gehen, ob die Preise bestimmter Arzneimittel in einem solidarisch finanzierten System sowohl unter ethischen Aspekten als auch unter Nutzenaspekten immer gerechtfertigt sind. Der Ärztetag wird sich zudem mit den Folgen der Ökonomisierung für den Versorgungsalltag in den Kliniken befassen und darüber beraten, wie sich diese Entwicklung auf den Arbeitsalltag leitender Krankenhausärzte auswirkt, die nur allzu oft in einem Spannungsfeld zwischen medizinischen Notwendigkeiten und ökonomischen Zwängen agieren müssen. Ebenfalls auf der Tagesordnung stehen die Novelle der Gebührenordnung für Ärzte und die Wahl einer weiteren Ärztin beziehungsweise eines weiteren Arztes in den Vorstand der Bundesärztekammer. Pressekonferenzen zu den Themen der Arbeitssitzungen im Pressezentrum des 119. Deutschen Ärztetages im CCH Congress Center Hamburg, Saal 8, Marseiller Str. 2, 20355 Hamburg: Mittwoch, 25. Mai 2016, ca. 12.30 Uhr Donnerstag, 26. Mai 2016, ca. 12.30 Uhr Den Termin für ein mögliches Bilanz-Pressegespräch am Ende des Ärztetages geben wir Ihnen vor Ort sowie über Twitter bekannt. Druckfähige Fotos von der Eröffnungsveranstaltung des 119. Deutschen Ärztetages stehen am 24. Mai 2016 ab ca. 15.00 Uhr unter www.aerzteblatt.de/bildservice zum kostenlosen Download zur Verfügung. Weitere Informationen zum 119. Deutschen Ärztetag entnehmen Sie bitte der Internetseite der Bundesärztekammer unter www.baek.de. Ebenfalls auf der BÄK-Internetseite können Sie während des Ärztetages Video-Beiträge zu ausgewählten Themen der Plenumssitzungen abrufen.  Darüber hinaus können Sie der Bundesärztekammer auf Twitter (https://twitter.com/BAEKaktuell ) folgen und sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden halten lassen. Während des Ärztetags erreichen Sie die Pressestelle der deutschen Ärzteschaft in Hamburg auch unter: Tel.: 040 / 3569 5417 Fax: 040 / 3569 5423 E-Mail: presse@baek.de
GOÄ-Novelle 13.05.2016

Reinhardt: Wir brauchen dringend eine neue GOÄ

Berlin - Seit Ende April ist Dr. Klaus Reinhardt Vorsitzender des GOÄ-Ausschusses der Bundesärztekammer. In einem Videostatement erläutert er, warum es so wichtig ist, die Gebührenordnung für Ärzte auf den aktuellen Stand des Leistungsgeschehens zu bringen. Er gibt einen Ausblick auf den weiteren Verlauf der Verhandlungen und auf die anstehenden Beratungen auf dem 119. Deutschen Ärztetag in Hamburg.    
Arzneimittel 09.05.2016

Montgomery fordert Nachbesserungen am AMNOG

„Es geht nicht an, dass sich in einem sozial gebundenen System Firmen, die neue Medikamente entwickeln, über Gebühr bereichern.“ Das sagte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin Focus (7.5.2016). Der von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) angekündigte Schwellenwert für neue Arzneimittel löse das Problem nicht. „Wir plädieren dafür, die freie, ausschließlich am Marktorientierte Preisfestlegung im ersten Jahr nach der Markteinführung durch die Industrie abzuschaffen.“ Montgomery kündigte an, dass der 119. Deutsche Ärztetag im Mai in Hamburg über die Arzneimittelpreisbildung im Spannungsfeld zwischen Patientennutzen und Marktwirtschaft beraten wird. Der BÄK-Präsident erneuerte seine Forderung nach einer Gesundheitskarte für alle Flüchtlinge. Die Ärzte wollten alle Menschen gleich behandeln, aber viele Kommunen zögen hier nicht mit. Es sei „zynisch“, zu behaupten, eine gute gesundheitliche Versorgung ziehe weitere Flüchtlinge an. „Die allermeisten kommen wegen der unerträglichen Lage in ihrer Heimat“, sagte Montgomery. Im Kampf gegen den sich verschärfenden Ärztemangel forderte der Ärzte-Präsident die Politik zu einem konsequenteren Gegensteuern auf. „Am einfachsten wäre es, pro Jahr 1000 Medizinstudierende mehr zuzulassen“, so Montgomery. Außerdem müssten bei der Auswahl der Studierenden soziale Kompetenzen oder die Bereitschaft, auf dem Land und als Hausarzt zu arbeiten stärker berücksichtigt werden. „Wir brauchen nicht nur Ärzte, die Herzen transplantieren, sondern auch Menschen, die mit vollem Herzen dabei sind.“ Als „unsozial“ bezeichnete Montgomery den Versuch reicher Länder, ihren Fachkräftemangel durch Zuwanderung aus ärmeren Volkswirtschaften abzumildern.
Gebührenordnung für Ärzte 09.05.2016

„Novelle ist Gemeinschaftsaufgabe“

Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery will sich dafür einsetzen, dass rechtzeitig zu den Koalitionsverhandlungen der neuen Bundesregierung das Konzept für eine Novelle der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) steht. Die Vorlage könne dann in die Gespräche mit eingebracht werden, sagte er der Ärzte Zeitung (06.05.2016). „Ich bin froh, dass wir am 18. April den Entwurfsstand der Leistungslegenden für die anstehenden Anhörungen der Verbände mit dem Bundesgesundheitsministerium abstimmen konnten. Diese werden jetzt aufgearbeitet. Es wird dann einen einheitlichen Datensatz geben - nur Legenden, keine Preise -, mit denen wir in die Fachgespräche gehen“, sagte Montgomery. Geplant seien 20 zum Teil ganztägige Gespräche mit den Berufsverbänden und Fachgesellschaften. „Darin werden die Kataloge Thema für Thema abgearbeitet. Entscheidend ist, dass dies eine Gemeinschaftsaufgabe von allen Partnern ist, der Bundesärztekammer, dem Bundesgesundheitsministerium, der PKV, der Beihilfe und den Verbänden“, so der BÄK-Präsident. Schon am 11. Mai treffen sich Bundesärztekammer und die ärztlichen Berufsverbände zu einem Spitzengespräch in Berlin. Zur Aufgabenteilung mit dem neu gewählten Vorsitzenden des Gebührenordnungsausschusses Dr. Klaus Reinhardt sagte Montgomery: „Ich habe die politische Verhandlungsführung und werde von ihm und dem Ausschuss Gebührenordnung technisch unterstützt. Es ist auch vereinbart, dass ich alle politischen Gespräche gemeinsam mit Klaus Reinhardt führe.“ Die Gebührenordnung für Ärzte ist seit dem Jahr 1982 nur in Teilbereichen, zuletzt im Jahr 1996 aktualisiert worden. Bundesärztekammer und PKV-Verband verhandeln seit dem Jahr 2010 über einen gemeinsamen Vorschlag für eine Novelle. Link zum Interview: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/910801/baek-praesident-goae-reform-wollen-festgefahrenen-karren-gemeinsam-herausziehen.html
TTIP-Verhandlungen 03.05.2016

Montgomery: "Gesundheit ist keine Handelsware"

Vor dem Hintergrund der von Greenpeace offengelegten TTIP-Verhandlungsdokumente erklärt Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer: „Wir fordern die europäischen Verhandlungsführer dazu auf, mit sofortiger Wirkung alle Gesundheitsdienstleistungen, -standards und -leitlinien aus den TTIP-Verhandlungen zu streichen. Offensichtlich sehen die USA alle bewährten Standards des Gesundheitswesens in Deutschland und Europa als Handelshemmnisse an. Gesundheit ist keine Handelsware. Diesen Grundsatz darf die Politik auch nicht für einen Tauschhandel opfern. Eine McDonaldisierung der Medizin als Trade Off für mehr Autoexporte ist inakzeptabel. Das Patientenwohl steht an erster Stelle. Dafür müssen die europäischen Verhandlungsführer einstehen." 
Medikationsplan 02.05.2016

Erstes Etappenziel bei der Umsetzung des bundeseinheitlichen Medikationsplans erreicht

Berlin, – Ab dem 1. Oktober 2016 haben Patienten, die mindestens drei verordnete Medikamente gleichzeitig anwenden, einen Anspruch auf die Erstellung sowie Aktualisierung eines Medikationsplans. So legt es das im Dezember 2015 in Kraft getretene E-Health-Gesetz fest. Pünktlich unter Dach und Fach gebracht haben KBV, DAV und BÄK die dafür notwendige Rahmenvereinbarung. Zusammen haben sie Inhalt und Struktur erarbeitet, Vorgaben zur Aktualisierung vorgelegt sowie ein Verfahren zur Fortschreibung des Medikationsplans entwickelt. „Für die Patienten bringt der Medikationsplan mehr Sicherheit, da er alle wichtigen Informationen zur Art und Anwendung der Medikamente enthält“, so Dipl.-Med. Regina Feldmann, Vorstand der KBV. Ziel ist es, Patienten bei der richtigen Einnahme ihrer Medikamente zu unterstützen. Mit dem Medikationsplan können zukünftig Verordnungen aller Ärzte eines Patienten sowie die Selbstmedikation auf einem einheitlichen Medikationsplan erfasst werden.  In der Regel wird der Medikationsplan vom Hausarzt ausgestellt und aktualisiert. Aktualisierungen durch mitbehandelnde Ärzte sind ebenfalls möglich. Die Apotheke ergänzt den Medikationsplan auf Wunsch des Patienten um die in der Apotheke abgegebenen Arzneimittel. "Der beste Weg zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit ist ein Zusammenwirken von Apotheker und Arzt mit einem berufsübergreifenden Blick auf die Gesamtmedikation", sagt DAV-Vorsitzender Fritz Becker. "Ob Rabattverträge oder Selbstmedikation - ein Medikationsplan ohne Apotheker kann kaum aktuell und vollständig sein. Mit der elektronischen Gesundheitskarte müssen und wollen wir uns so schnell wie möglich den digitalen Herausforderungen stellen." Vorerst wird der Medikationsplan in Papierform ausgefertigt. Ziel ist jedoch, ihn spätestens 2019  auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu speichern. Ab  diesem Zeitpunkt müssen dann alle Vertragsärzte und Apotheker in der Lage sein, einen auf der eGK gespeicherten Medikationsplan zu aktualisieren. „Der bundeseinheitliche Medikationsplan auf Papier ist ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit. Damit ist der Weg gebahnt für die elektronische Lösung im Rahmen der Telematikinfrastruktur“, sagt Dr. Franz Bartmann, Vorsitzender des Ausschusses Telematik der Bundesärztekammer. Bis zum 30. Juni  2016 sollen KBV und GKV-Spitzenverband Vorlagen für die Regelung des Versichertenanspruchs im Bundesmantelvertrag sowie für die ärztliche Vergütung liefern. Ihre Ansprechpartner:Dr. Reiner Kern (DAV), Tel.: 030 40004-132Samir Rabbata (BÄK),  Tel.: 030  400456-703Dr. Roland Stahl (KBV),  Tel.: 030  4005-2201 Vereinbarung eines bundeseinheitlichen Medikationsplans – BMP [PDF]