News-Archiv

Hier finden Sie die News aus den letzten Jahren.

G20-Gesundheitsministertreffen 18.05.2017

Montgomery: „Notfallhilfe im Standby-Modus halten“

Berlin – Zu dem G20-Gesundheitsministertreffen am 19. und 20. Mai 2017 in Berlin erklärt der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery: „Es ist gut, dass Deutschland die globale Gesundheit nach der G7-Präsidentschaft nun auch zu einem Schwerpunkt der G20-Präsidentschaft gemacht hat. Die Ebola-Katastrophe in Westafrika hat gezeigt, dass wir bei der nächsten Pandemie besser vorbereitet sein müssen. Um schnell reagieren zu können, brauchen wir Notfallhilfe und Kriseninterventionsmaßnahmen im Standby-Modus. Der Aufbau des European Medical Corps gegen weltweite Epidemien hat uns einen riesigen Schritt vorangebracht. Das allein aber reicht nicht. Wir brauchen für den Ernstfall international abgestimmte Informationsketten. Verantwortlichkeiten müssen klar geregelt sein und  Ansprechpartner in potentiellen Krisenländern bestimmt werden. Vor allem aber müssen wir die Gesundheitseinrichtungen und -strukturen vor Ort stärken. Funktionierende Gesundheitssysteme sind die beste Pandemieprävention. Wenn die G20-Minister hier zu guten Lösungen kommen, ist viel erreicht. Gleiches gilt für das zweite Tagungsthema – den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen. In Deutschland wurden mit der Antibiotika-Resistenzstrategie wichtige Maßnahmen auf den Weg gebracht, mit denen unter anderem die Forschung und Entwicklung neuer Antibiotika, alternativer Therapiemethoden und schnellerer Testverfahren verstärkt werden sollen. In der ärztlichen Aus- und Weiterbildung werden grundlegende Kenntnisse über Antibiotika-Resistenzen und eine rationale Antibiotika-Therapie vermittelt. Zudem sind Fragen zum Einsatz von Antibiotika fester Bestandteil der Fortbildungsprogramme der Landesärztekammern. Aber auch hier gilt: Den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen können wir nur gewinnen, wenn wir weltweit an einem Strang ziehen. Deutschland hat in den letzten Jahren eine Vorreiterrolle übernommen. Diesen Weg müssen wir weitergehen.“
Digitalisierung 17.05.2017

Ärztetag berät über patientengerechte Digitalisierung des Gesundheitswesens

Berlin - Wenn Deutsche Ärztetag bisher über das Thema Digitalisierung diskutierten, stand dabei die Transformation von analogen in digitale Prozesse im Mittelpunkt. „Dieses Mal wird der Fokus eher auf der Zukunft liegen“, erklärt Dr. Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender des Telematik-Ausschusses der Bundesärztekammer, im Video-Interview. Die heute mit Smartphones und Fitness-Trackern erhobenen Daten sind nach seiner Auffassung erst der Einstieg in die Digitalisierung. So gebe es bisher noch kaum Produkte, die den „harten Kriterien für Diagnostik und Therapie standhalten würden.“Gemeinsam mit Experten wie dem Buchautor und Journalisten Sascha Lobo oder der Medizinethikerin Prof. Dr. Christiane Woopen werden die Delegierten auf dem 120. Deutschen Ärztetag über die vielfältigen Chancen, aber auch über potenzielle Risiken der Digitalisierung beraten – verbunden mit Forderungen und Vorschlägen für eine patientengerechte und praxistaugliche Ausrichtung der neuen technischen Möglichkeiten. In den Blick genommen werden dabei auch die Möglichkeiten der Telemedizin sowie die immer beliebter werdenden Gesundheits-Apps und das Potenzial, das die Auswertung riesiger Datenmengen (Big Data) für Forschung und Versorgung mit sich bringt. BÄKground Spezial Digitalisierung: Technischer Wandel im Gesundheitswesen braucht klare Spielregeln [PDF]
120. DÄT 16.05.2017

Montgomery: Personaluntergrenze auch für den ärztlichen Dienst notwendig

Berlin - Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery hat die von der Bundesregierung geplante Personaluntergrenze für die Pflege begrüßt. „Wir alle wissen, dass die Arbeitsverdichtung der letzten Jahre zu einer immer kürzeren Verweildauer von Pflegern und Schwestern in ihrem Beruf geführt hat. Hier muss durch mehr Personal der Arbeitsdruck herausgenommen werden“, sagte Montgomery in einem Video-Statement. Die Maßnahmen reichten jedoch nicht aus. Notwendig sei eine Untergrenze für das gesamte Personal, das dem Patienten zugewandt ist. Dazu zählten Pflegekräfte und Ärzte. „Ärzte leiden genauso unter der Arbeitsverdichtung und der Überlastung im Krankenhaus“, so Montgomery. Gleichzeitig wiederholte Montgomery seine Forderungen nach mehr Studienplätzen in der Medizin und besseren Arbeits- und Vergütungsbedingungen in den Krankenhäusern. Im Ausland tätige Ärzte lud der BÄK-Präsident zu einer Rückkehr nach Deutschland ein. Sie seien „herzlich willkommen im deutschen Gesundheitssystem.“ In ihrer Stellungnahme zu dem entsprechenden Änderungsantrag zum Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung der epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten weist die Bundesärztekammer darauf hin, dass Deutsche Ärztetage wiederholt Personalvorgaben für den pflegerischen und den ärztlichen Dienst gefordert hatten. Der Zusammenhang zwischen Versorgungsqualität, Patientensicherheit und Personalbesetzung sei evident. "Verbindliche Vorgaben sowie weitergehende Personalentwicklungsmaßnahmen muss es allerdings auch für den ärztlichen Bereich geben. Die Gegenfinanzierung ist sicherzustellen", heißt es in der Stellungnahme. Stellungnahme der Bundesärztekammer zum Änderungsantrag auf Ausschussdrucksache 18(14)249.2 zum Regierungsentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung der  epidemiologischen Überwachung übertragbarer Krankheiten vom 24. April 2017 (BT-Drs. 18/10938) [PDF]
BÄKground 15.05.2017

Neue Ausgabe des BÄK-Informationsdienstes BÄKground

Berlin - Die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs steht unmittelbar bevor. Wie fällt  die Bilanz nach fast vier Jahren schwarz-roter Gesundheitspolitik aus und welche Reformen muss die neue Bundesregierung aus ärztlicher Sicht dringend angehen? Mit diesen und vielen weiteren gesundheits- und sozialpolitischen Fragen wird sich der 120. Deutsche Ärztetag befassen, der vom 23. bis 26. Mai 2017 in Freiburg tagt. Die aktuelle Ausgabe des BÄKground gibt Ihnen einen Überblick über alle wichtigen Tagesordnungspunkte. Neben wichtigen berufspolitischen Themen wie der Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung (S. 8) und der Neufassung der Gebührenordnung für Ärzte (S. 6) wird sich der Deutsche Ärztetag intensiv mit der zunehmenden Digitalisierung des Gesundheitswesens (S. 4) beschäftigen. Dabei werden die Delegierten über die vielfältigen Chancen, aber auch über potentielle Risiken der Digitalisierung beraten – verbunden mit Forderungen und Vorschlägen für eine patientengerechte und praxistaugliche Ausrichtung der neuen technischen Möglichkeiten. Darüber hinaus reden wir mit dem EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis über die Verteilung der gesundheitspolitischen Kompetenzen zwischen der Europäischen Union und ihren Mitgliedsstaaten, eHealth-Technologien und den Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen (S.10). Bundespolitisch sorgte die Novelle des BKA-Gesetzes für Diskussionen. Sie ermöglicht den Lauschangriff auf Ärzte – und ignoriert damit eine Vorgabe des Bundesverfassungsgerichts. Dieses hatte einen Schutz auch für Ärzte verlangt. „Die Arzt-Patienten-Beziehung muss absolut vor Überwachungsmaßnahmen geschützt werden“, fordert daher BÄK-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery (S. 18). BÄKground Mai 2017 [PDF]
120. Deutscher Ärztetag 11.05.2017

Klare Botschaften an die Politik

Berlin - Wenn der 120. Deutsche Ärztetag vom 23. bis 26. Mai 2017 in Freiburg zusammenkommt, steht die heiße Phase des Bundestagswahlkampfs unmittelbar bevor. Die Ärzteschaft wird die Gelegenheit nutzen, nach fast vier Jahren schwarz-roter Gesundheitspolitik Bilanz zu ziehen und den weiteren Reformbedarf zu benennen. Darauf verweist Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery im Video-Statement. Eines der Top-Themen des 120. Deutschen Ärztetages wird die Digitalisierung des Gesundheitswesens sein. „Wir wollen hören, was da alles möglich ist, wir wollen aber auch sehen, was für Grenzen man in der Digitalisierung ziehen muss“, so Montgomery. Dazu hat die Bundesärztekammer den Buchautor und Blogger Sascha Lobo und die Medizinethikerin Prof. Dr. Christiane Woopen eingeladen. Als weitere Punkte stehen die Novellierung der (Muster-)Weiterbildungsordnung sowie der Gebührenordnung für Ärzte auf der Tagesordnung. Informationen zum 120. Deutschen Ärztetag in Freiburg (23.-26.05.2017) Digitalisierung: Technischer Wandel im Gesundheitswesen braucht klare Spielregeln [PDF] 120. Deutscher Ärztetag berät GOÄ-Novelle [PDF] 120. Deutscher Ärztetag diskutiert Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung [PDF]
NFDM 08.05.2017

Notfalldaten sind praxistauglich: Abschlussbericht Notfalldaten-Management-Sprint veröffentlicht

Berlin - Als projektverantwortlicher Gesellschafter der gematik entwickelt die Bundesärztekammer die Anwendung "Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte". In dem Pilotprojekt Notfalldatenmanagement-Sprint (NFDM-Sprint) wurde hierzu von Mai bis November 2016 der Anlageprozess von Notfalldatensätzen in Arztpraxen und einem Krankenhaus erprobt. Die Zufriedenheit bei Ärzten und Patienten ist hoch, wie der nun veröffentlichte Abschlussbericht zu NFDM-Sprint zeigt. Bei dem Projekt hatten 31 niedergelassene Ärzte zusammen mit sieben Kollegen des Universitätsklinikums Münster in der Region Münster und Umgebung insgesamt 2.598 Notfalldatensätze (NFD) auf Wunsch ihrer Patienten angelegt. Die Patienten erhielten einen Ausdruck ihres Notfalldatensatzes. Dieser kann in einer Notfallsituation vorgelegt werden. Die elektronische Gesundheitskarte kam bei dem Projekti noch nicht zum Einsatz. Im Fokus standen vor allem zwei Fragen: Wie gut lässt sich der Anlageprozess von Notfalldaten mittels des Praxisverwaltungs- oder Krankenhausinformationssystems in den Praxisalltag integrieren und gibt es Verbesserungspotential? Weitere Informationen zum Projekt NFDM-Sprint: https://nfdm.gematik.de/ NFDFAU-LG-130: Ergebnisbericht NFDM-Sprint [PDF] Liefergegenstand LG-210: [1.2.1] Ergebnisbericht Datenerhebungsphase [PDF] Projekt NFDM-Sprint Abschlussbericht [PDF]
Tarifverhandlungen für Medizinische... 05.05.2017

2. Tarifrunde: Verhandlungen werden fortgesetzt

Berlin - Auch nach der zweiten Verhandlungsrunde über neue Tarifverträge für Medizinische Fachangestellte (Gehalts- und Manteltarifvertrag), trennten sich die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten (AAA) und der Verband medizinischer Fachberufe (VmF) noch ohne konkretes Ergebnis. Die wechselseitigen Positionen wurden intensiv und konstruktiv ausgetauscht. Die AAA erläuterte ihr Angebot zur inhaltlichen Umgestaltung des 13. Gehaltes in § 12 Manteltarifvertrag (MTV) in eine Jahressonderzahlung. Der Verband medizinischer Fachberufe unterbreitete seinerseits Vorschläge zur Umgestaltung. Die Gespräche werden im Juni 2017 fortgesetzt. Bis zum Abschluss neuer Verträge gelten die bestehenden Tarifwerke fort.
Gewalt gegen Ärzte 03.05.2017

Montgomery fordert wirksamen Schutz für Ärzte

Berlin - Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat die Politik aufgefordert, Ärzte besser vor der zunehmenden Aggressivität von Patienten zu schützen. „Es ist das Mindeste, dass diejenigen, die sich tagtäglich für das Wohl ihrer Patienten einsetzen, nicht auch noch Aggressionen und Gewalt ausgesetzt sind. Eine fatale Fehlentwicklung. Hier brauchen wir einen gesellschaftlichen Konsens und politische Unterstützung», sagte er am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Neun von zehn Hausärzten seien schon Opfer von aggressivem Verhalten ihrer Patienten geworden. „Das kann so nicht bleiben. Gewalt gegen Ärzte darf kein Dauerzustand werden. Wir brauchen endlich wirksamen Schutz für die Helfer“, sagte Montgomery. Der BÄK-Präsident verwies auf eine bundesweite wissenschaftliche Studie, wonach 91 Prozent der Hausärzte bei der Arbeit schon einmal Opfer von aggressivem Verhalten ihrer Patienten geworden seien. Eine Ursache für die zunehmende Zahl von Berichten der Kolleginnen und Kollegen über aggressives Verhalten von Patienten in Praxen, Kliniken und Notfallambulanzen „ist die absolute Arbeitsüberlastung, vor allem auch in den Notaufnahmen“, sagte Montgomery. „Da kann es aber nicht darum gehen, wer als erstes behandelt werden will, sondern wer als erstes behandelt werden muss.“