News-Archiv

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Welt-Drogentag 27.06.2017

Neue Zielsetzung bei Substitutionsbehandlung

Berlin - Vor einer Verharmlosung des Cannabiskonsums hat der Vorsitzende der Bundesärztekammer-Arbeitsgruppe „Sucht und Drogen“, Dr. Josef Mischo, gewarnt. „Cannabis ist problematisch und zwar umso problematischer, je jünger der Konsument ist“, sagte Mischo in einem Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt zum Welt-Drogentag am 26. Juni. Er verwies auf eine aktuell laufende Untersuchung, die das Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegeben hat. Zudem würden sich die Suchtexperten der Ärztekammern auf einer Tagung im Herbst eingehend mit dem Thema befassen. Mit Blick auf den Konsum von Heroin hob Mischo die geänderte Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung sowie die bereits vom Vorstand verabschiedete und noch vom Ministerium zu genehmigende neue Substitutions-Richtlinie der Bundesärztekammer hervor. Ein wichtiger Punkt sei, dass sich die Ziele der Substitutionsbehandlung änderten. „Früher hieß es, oberstes Ziel einer Suchtbehandlung sei die Abstinenz und wenn das nicht erreicht wird, müsse die Behandlung beendet werden. Wir wissen aber heute, dass sie nur in wenigen Fällen überhaupt erreichbar ist.“ Substitution diene primär der Überlebenssicherung und der gesundheitlichen und sozialen Stabilisierung und könne auch fortgeführt werden, wenn Abstinenz nicht erreicht werden kann. Ein anderer Punkt sei die Ausweitung der sogenannten take-home-Verordnung. In Ausnahmen könne bei stabilen Patienten das Substitutionsmittels künftig für einen Bedarf von bis zu 30 Tagen verordnet werden. Damit solle dem Betroffenen ermöglicht werden, zum Beispiel auch anspruchsvollere berufliche Tätigkeiten zu meistern. „Die Ärzte wissen zudem künftig viel klarer, was sie dürfen und was nicht, so dass sie deutlich mehr Rechtssicherheit haben werden. Wir hoffen natürlich, dass wir damit mehr Kolleginnen und Kollegen bewegen können, sich der Behandlung Opiatabhängiger zu widmen und diese Aufgaben zu übernehmen“, so Mischo. Bei der Behandlung von Crystal Meth-Konsumenten setzt der BÄK-Suchtexperte auf die Ende 2016 vorgelegte S3-Leitlinie „Methamphetamin-bezogene Störungen“, an der auch die Bundesärztekammer beteiligt war. „Wir planen, das Thema Crystal Meth entsprechend der Leitlinie in das Curriculum „Psychosomatische Grundversorgung“ als Modul aufzunehmen. Von den Fachverbänden haben wir sehr positive Rückmeldungen zu der S-3-Leitlinie erhalten.“ Es liegen inzwischen mehrere internationale Übersetzungsanfragen einschließlich der WHO vor. Zur Versorgung von Schmerzpatienten mit medizinischen Cannabisprodukten verwies Mischo  auf eine aktuelle FAQ-Liste der Bundesärztekammer, die sich an Ärztinnen und Ärzte richtet und über die Internetseite der BÄK aufrufbar ist. „Was muss ich rezeptieren, was darf ich verordnen, wie sieht das Genehmigungsverfahren aus? Damit versuchen wir auch, die Ängste vieler Ärzte abzubauen.“ Auf der anderen Seite sei die Erwartungshaltung vieler Patienten hoch, und gleichzeitig die wissenschaftliche Basis, bei welchen Erkrankungen sich Cannabis sicher einsetzen lässt, eher schwach. Mehr Erkenntnisse werde jedoch die gesetzlich vorgesehene Begleiterhebung aus der Praxis bringen. FAQ Liste zum Einsatz von Cannabis in der Medizin [PDF]
Allianz für Gesundheitskompetenz 19.06.2017

Montgomery: "Kinder für Gesundheitsthemen begeistern"

Berlin – Zu den heute vorgestellten Zielen der Allianz für Gesundheitskompetenz erklärt der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery: "Gesundheitskompetenz ist mehr, als das Wissen über eine gesunde Lebensführung. Gesundheitskompetenz ist die Fähigkeit, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden, um im Alltag angemessene Entscheidungen zur Gesundheit treffen zu können. Gesundheitskompetenz ist also der Beitrag, den Patienten leisten können, um dem Idealbild des  Patient-Arzt-Verhältnis nahezukommen. Voraussetzung dafür ist, dass wir den Menschen die Möglichkeiten geben, sich diese Kompetenzen anzueignen. Wir unterstützen deshalb die heute vorgestellten Ziele der unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums gegründeten Allianz für Gesundheitskompetenz und bringen uns in die Umsetzung ein. Kompetenzvermittlung muss früh ansetzen. Deshalb ist es richtig, dass sich die Allianz dafür ausspricht, Gesundheit zu einem Bestandteil der Bildungs- und Lehrpläne von Kindertagesstätten, allgemeinbildenden Schulen sowie Weiter- und Fortbildungseinrichtungen zu machen. Wir müssen Kinder schon früh für Gesundheitsthemen begeistern. Jetzt sind die Kultusminister der Länder gefragt, mit uns an einem Strang zu ziehen. Der Deutsche Ärztetag hatte sich bereits vor wenigen Wochen intensiv mit der Gesundheitsförderung in Kindergärten und Schulen beschäftigt. Wir müssen Gesundheit und gesundheitliche Kompetenzen im Kindes- und Jugendalter fördern, damit Kinder und Jugendliche körperliche und seelische Prozesse besser verstehen können und zu einer gesunden Lebensführung motiviert werden. Wir haben herausgearbeitet, was dafür notwendig ist. So sollten gesundheitsrelevante Themen in die Ausbildung von Lehrern und Erziehern sowie in die schulischen Lehrpläne aufgenommen werden. Denkbar sind projektbezogener Unterricht, eigene Unterrichtseinheiten sowie ein eigenes Schulfach „Gesundheit“. Hier ist die Kultusministerkonferenz gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. So lange wollen wir aber nicht warten. Deshalb unterstützen schon jetzt mehrere Landesärztekammern in strukturierten Programmen Schulen beim gesundheitsbezogenen Unterricht. Gesundheitskompetenz ist aber auch im Erwachsenenalter zu fördern: Hier gilt: Kompetenz setzt gute Kommunikation insbesondere durch Ärztinnen und Ärzte voraus. Deswegen begrüßen wir, dass soziale und kommunikative Kompetenzen nun regelhaft im Medizinstudium vermittelt werden und zwar nicht nur als ein einmaliges Seminar, sondern in vielen Facetten in allen Gebieten mit Patientenkontakt. Damit dies auch an allen Studienorten und in gleichem Umfang gewährleistet wird, war es wichtig, dass entsprechende Inhalte in den Lernzielkatalog für Medizinstudierende aufgenommen wurden, dem sogenannten Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalog Medizin. Auch nach dem Studium unterstützen gerade die Landesärztekammern die Ärzte durch entsprechende Angebote wie Seminare, kommunikative Kompetenzen weiter zu entwickeln." Weitere Informationen unter: www.bundesgesundheitsministerium.de/Allianz-Gesundheitskompetenz
Transplantationsmedizin 16.06.2017

Prüfgremien legen Berichte vor

Berlin - Die Prüfungskommission und die Überwachungskommission in gemeinsamer Trägerschaft von Bundesärztekammer, GKV-Spitzenverband und Deutscher Krankenhausgesellschaft haben ihre Kommissionsberichte zu den Prüfungen des Herztransplantationsprogramms, Lungentransplantationsprogramms sowie des Nieren- und des Pankreastransplantationsprogramms am Universitätsklinikum Essen, zu den Prüfungen des Nieren- und des Pankreastransplantationsprogramms am Universitätsklinikum Jena, zu den Prüfungen des Lebertransplantationsprogramms am Universitätsklinikum Köln-Lindenthal, zu den Prüfungen der Herztransplantationsprogramme am Deutschen Herzzentrum Berlin und am Universitätsklinikum Göttingen sowie zu den Prüfungen des Nieren- und des Pankreastransplantationsprogramms sowie des Lebertransplantationsprogramms am Universitätsklinikum Münster veröffentlicht. Bei keiner dieser Prüfungen wurden Anhaltspunkte für systematische Manipulationen festgestellt. Allein bei der Prüfung des Lebertransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Essen haben die Kommissionen systematische Unregelmäßigkeiten festgestellt. Hierüber wurden die zuständigen Landesbehörden und die Staatsanwaltschaft informiert. Kommissionsbericht der Prüfungs- und der Überwachungskommission Prüfung des Herztransplantationsprogramms des Westdeutschen Herzzentrums des Universitätsklinikums Essen [PDF] Kommissionsbericht der Prüfungs- und der Überwachungskommission Prüfung des Lungentransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Essen am 11. Mai 2016 und 26. Oktober 2016 [PDF] Kommissionsbericht der Prüfungs- und der Überwachungskommission Prüfung des Nieren- und des Pankreastransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Essen am 17. November 2016 [PDF] Kommissionsbericht der Prüfungs- und der Überwachungskommission Prüfung des Nieren- und des Pankreastransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Jena am 17. November 2016 [PDF] Kommissionsbericht der Prüfungs- und der Überwachungskommission Prüfung des Lebertransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Köln-Lindenthal am 24. August 2016 [PDF] Kommissionsbericht der Prüfungs- und der Überwachungskommission Prüfung des Herztransplantationsprogramms des Deutschen Herzzentrums Berlin am 10. und 11. November 2016 [PDF] Kommissionsbericht der Prüfungs- und der Überwachungskommission Prüfung des Herztransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Göttingen am 20. Dezember 2016 [PDF] Kommissionsbericht der Prüfungs- und der Überwachungskommission Prüfung des Nieren- und des Pankreastransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Münster am 17. November 2016 [PDF] Kommissionsbericht der Prüfungs- und der Überwachungskommission Prüfung des Lebertransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Münster am 7. und 8. Juni 2016 [PDF] Kommissionsbericht der Prüfungs- und der Überwachungskommission Prüfung des Lebertransplantationsprogramms des Universitätsklinikums Essen am 9. und 10. Mai 2016 sowie am 12. und 13. Dezember 2016 [PDF]
Tag der Organspende 02.06.2017

Montgomery: „Wir brauchen mehr Verbindlichkeit“

Berlin – Zum Tag der Organspende am 3. Juni 2017 erklärt Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery: „Es ist gut, dass mit 80 Prozent die große Mehrheit der Bevölkerung der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber steht. Leider verfügt nach wie vor nur ein Drittel der Menschen über einen Organspendeausweis. Die 10.000 Patienten auf der Warteliste brauchen mehr Verbindlichkeit bei diesem Thema. Alle sind aufgerufen, nicht nur die vielfältigen Informationsangebote zur Organspende zu nutzen, sondern auch den entscheidenden Schritt weiter zu gehen und ihre persönliche Einstellung zu dokumentieren oder mit Angehörigen zu besprechen. Diese Entscheidung muss wohlüberlegt sein. Sie sollte am Ende aber auch getroffen werden. Den schwerkranken Menschen auf der Warteliste läuft buchstäblich die Zeit davon.“