Krankmachende Arbeitsbedingungen 19.03.2015

„Arbeitswelt muss sich wieder den Menschen anpassen“

Berlin, 19.03.2015

Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat vor krankmachenden Arbeitsbedingungen gewarnt. Mit Blick auf die kürzlich veröffentlichten Zahlen zu Doping am Arbeitsplatz sieht Montgomery die Arbeitgeber in der Pflicht, den Stresspegel zu senken. „Wenn Arbeit krank macht, liegt das meist an chronischer Überforderung und chronischem Stress. Dies fällt in die Verantwortung und Fürsorgepflicht von Arbeitgebern“, sagte er in der Neuen Osnabrücker Zeitung (19.03.2015). Auswirkungen des Dauerstresses seien ernsthafte Krankheiten wie Depressionen, Angststörungen, Rückenschmerzen, Tinnitus oder Herz-Kreislauf- Erkrankungen. Auch Zeit- und Leistungsdruck sowie Stress durch ständige Erreichbarkeit könnten krank machen, sagte Montgomery.

„Es wird höchste Zeit, dass die Arbeitgeber erkennen, dass sich die Arbeitswelt wieder den Menschen anpassen muss, statt vorrangig Renditeerwartungen zu erfüllen", forderte er. Zudem müssten krankmachende Faktoren wie Angst vor Arbeitsplatzverlust, ungenügende Erholungsmöglichkeiten oder Mobbing von den Arbeitgebern mehr beachtet werden, verlangte er.

Am Dienstag hatte der DAK-Gesundheitsreport neue Zahlen zu Doping am Arbeitsplatz veröffentlicht. Demnach stieg die Zahl derjenigen, die zu Medikamenten greifen, um den Arbeitstag zu überstehen, in den vergangenen sechs Jahren von 4,7 auf 6,7 Prozent.