Fortpflanzungsmedizin 04.08.2015

BÄK-Vizepräsidentin Wenker: Social Freezing kritisch hinterfragen

Die Vize-Präsidentin der Bundesärztekammer, Dr. Martina Wenker, plädiert dafür, Social Freezing kritisch zu hinterfragen, insbesondere dann, wenn mit dem Verfahren der  Nachwuchswunsch verschoben werden soll. „Klar ist, dass etwa eine Krebspatientin einen sehr guten Grund hat, vor der Chemotherapie den Schritt zu gehen. Aber bei Motiven wie der Suche nach dem richtigen Partner oder der Karriereplanung bin ich kritischer“, so Wenker in der Rheinischen Post  (04.08.2015).

Würde dieser Trend in einigen Jahren zu einem Standardverfahren,  könnten Frauen bei ihren Arbeitgebern unter Druck geraten, das Freezing anzuwenden, weil eine Schwangerschaft gerade nicht in die Arbeitspläne passe. „Es darf nicht so weit kommen, dass Social Freezing bisher übliche Familienplanung ersetzt und zum Wettbewerbsvorteil für erwerbstätige Frauen wird.“

Wenker sagte, dass Ärzte, die Social Freezing anbieten, die Beweggründe der Frauen auch wirklich kennen sollten. Sie sollten mit den Frauen auch offen über möglicherweise vorhandene Zweifel sprechen. Eine Pflichtberatung lehnte Wenker hingegen ab. Diese gebe es auch bei der Pille nicht.