Normung in der Medizin 10.03.2014

BÄK warnt vor Aushebelung des ärztlichen Berufsrechts

Berlin, 10.03.2014

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat seine Kritik an  Plänen zur Normung medizinischer Verfahren auf europäischer Ebene bekräftigt. Im Focus (10.03.2014) sagte der BÄK-Präsident, der EU sei es untersagt, in die Berufsordnung der Ärzte einzugreifen. Zuvor hatte Montgomery in einem Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ, Heft 9 / 2014) gewarnt, dass die nationalen ärztlichen Berufsregeln und die nationale ärztliche Aus- und Weiterbildung  durch die Normungsbestrebungen ausgehebelt werden könnten. „Dagegen müssen wir uns wehren.  Sonst beschreibt eine solche Norm am Ende einen Mittelwert für Europa, und der hohe Wert der deutschen Medizin wird beschädigt.“

Bei der europäischen Normungsorganisation liegt aktuell ein Antrag vor, der die ästhetische Chirurgie normen will.  Vorgaben für die Homöopathie sollen folgen. Die Norm zur Schönheitschirurgie „unterläuft deutsches Niveau", warnte im Focus auch der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. Günther Jonitz. Sie sei „im Prinzip patientengefährdend".

Die Ärzteschaft hat in der Vergangenheit mehrfach kritisiert, dass medizinische Verfahren durch nichtmedizinische Normungsinstitutionen festgeschrieben werden sollen. Die BÄK weist darauf hin, dass diese Einrichtungen nicht über die notwendigen technischen und berufsethischen Kompetenzen verfügen und kein öffentliches Mandat besitzen. Auch der Deutsche Ärztetag hatte bereits 2012 gewarnt,  dass mit der Standardisierung der Gesundheitsdienstleistungen im Bereich der ästhetischen Chirurgie in das Recht der Mitgliedstaaten eingegriffen werde, die Organisation des Gesundheitswesens und die medizinische Versorgung eigenverantwortlich durchzuführen.