Bayern 06.09.2017

Bayern: Liberté, égalité, fraternité

München - „Ende des Monats stehen die Bundestagswahlen an, der Wahlkampf ist in vollem Gange, die Wahlprogramme, die Regierungsprogramme der einzelnen Parteien sind veröffentlicht. An oberster Stelle der gesundheitspolitischen Diskussion steht derzeit die Finanzierung des Gesundheitswesens, also Bürgerversicherung oder Erhalt des Zweisäulenmodells aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung“, schreibt Dr. Max Kaplan, Präsident der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) in der Ausgabe # 9 des Bayerischen Ärzteblattes. Das Ganze werde verbunden mit einer Gerechtigkeitsdebatte, die nicht gerechtfertigt sei, denn in keinem anderen Land der Welt hätten Patientinnen und Patienten einen so niederschwelligen Zugang zu allen Gesundheitsleistungen wie in Deutschland. Vielmehr handele es sich um eine Gleichheitsdiskussion, jedoch auf Kosten des Zugangs, des Leistungsumfangs und der Qualität der medizinischen Versorgung.
 
Die Schlagworte Gleichheit und Gerechtigkeit erinnern den Präsidenten an die Forderung der Französischen Revolution: „liberté, égalité, fraternité“.
 
„Ersetzen wir 'égalité‘ mit ‚equity‘, dann könnten wir diese Forderung auch für die Weiterentwicklung unseres Gesundheitssystems und als Wahlprüfsteine für die anstehenden Bundestagswahlen wählen“, so Kaplan. „Fraternité“ bedeute im Gesundheitswesen Solidarität: Eine Solidarität innerhalb der Gesundheitsberufe, was letztendlich eine engere Kooperation bedeute, die notwendig sei, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden, aber auch eine Solidarität in der Versichertengemeinschaft und eine Solidarität innerhalb der gesamten Gesellschaft, wobei Solidarität ohne Subsidiarität nicht funktioniere. Schließlich kommt Bayerns Ärzte-Chef noch zur „liberté“, zur Freiheit, wobei Kaplan hier den Erhalt des freien Berufes und der Freiberuflichkeit in der Gesundheitsversorgung einfordert. Mit der freien Berufsausübung, der Leisungsungebundenheit und der professionellen Autonomie verbindet Kaplan auch die Forderung nach einer handlungsfähigen ärztlichen Selbstverwaltung. Dies ist auch ein ganz entscheidender Faktor um die Qualität und die Professionalität des Arztberufs zu sichern. Gleichzeitig ist es auch ein Garant dafür, den ärztlichen Sachverstand in die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens einzubringen.
 
„Gerade in der Phase der Koalitionsverhandlungen nach der Wahl werden wir unsere ärztliche Expertise einbringen und unsere Forderungen mit Nachdruck artikulieren“, so der Präsident.

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