Pressemitteilung der Bundesärztekammer 24.05.2013

Bundesärztekammer unterstützt „Aktionswoche Alkohol“

Berlin, 24.05.2013

Fast zehn Liter reinen Alkohol trinkt jeder Deutsche pro Jahr. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland damit hinter Portugal, Spanien und Österreich den vierten Platz. Auf diese Zahlen der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) verweist Dr. Christoph von Ascheraden, Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer (BÄK), anlässlich der am Samstag startenden Aktionswoche „Alkohol“ der DHS und der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Mechtild Dyckmans. Unter dem Motto „Alkohol? Weniger ist besser!“ soll die Bevölkerung durch verschiedene regionale Aktionen über einen riskanten Konsum von Alkohol aufgeklärt werden. Inhaltlich unterstützt wird die Initiative auch von der Bundesärztekammer und von den Landesärztekammern.

„Es geht nicht darum, Patienten maßvollen Alkoholkonsum zu verbieten. Wir müssen unsere Patienten aber aufklären, bevor ihr Trinkverhalten gesundheitsgefährdend wird“, sagt von Ascheraden, der auch Vorsitzender des Ausschusses Sucht und Drogen der BÄK ist. „Wenn eine Frau täglich mehr als ein alkoholisches Getränk beziehungsweise ein Mann mehr als zwei alkoholische Getränke trinkt, ist die Gesundheit gefährdet“, warnt von Ascheraden.  Außerdem rät er, in regelmäßigen Abständen ganz auf Alkohol zu verzichten, um sicher zu gehen, dass man problemlos auch ohne kann. Die direkte Ansprache durch den Arzt könne bei bis zu 50 Prozent der Patientinnen und Patienten eine Reduktion des Alkoholkonsums bewirken.

Laut Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung konsumieren 9,5 Millionen Menschen in Deutschland Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Rund 1,3 Millionen Bürgerinnen und Bürger gelten als alkoholabhängig und rund 73.000 Menschen sterben jährlich an den direkten oder indirekten Folgen des Alkoholkonsums. Das sind 20-mal mehr als im Straßenverkehr. Besorgniserregend ist auch der Konsum unter Jugendlichen: Im Jahr 2011 mussten mehr als 26 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren wegen einer Alkoholvergiftung akut stationär behandelt werden.

Weitere Informationen über die Aktionswoche Alkohol sowie über die geplanten regionalen Aktionen sind unter www.aktionswoche-alkohol.de abrufbar.