Presse 02.10.2014

DSO ehrt Organspender und deren Angehörige

Frankfurt am Main, 01.10.2014

Jährlich werden rund 80 Menschen in Hessen nach ihrem Tod zu Organspendern, bundesweit sind es über 800. Wenn es keinen bekannten oder dokumentierten Entschluss des Verstorbenen zur Organspende gibt, ist die Unterstützung durch die Angehörigen von besonderer Bedeutung. Denn meist sind es sie, die den mutmaßlichen Willen des Verstorbenen kennen. Im Zweifelsfall können die Angehörigen die Entscheidung zur Organspende nach ihren eigenen Wertvorstellungen treffen.
 
„Dabei denken sie in einem Moment tiefer Trauer daran, anderen Menschen zu helfen. Für diesen Ausdruck der Solidarität gebührt den Organspendern und ihren Angehörigen Dank und Anerkennung“, sagte Dr. jur. Stephan Hölz, Leiter der Abteilung Gesundheit des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration.
 
„Die öffentliche Wertschätzung für Organspender und ihre Familien muss in unserer Gesellschaft zur Selbstverständlichkeit werden“, erklärte Prof. Dr. med. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer.
 
„Als Koordinierungsstelle für die Organspende ist es die Aufgabe der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO), den Willen des Verstorbenen zur Organspende umzusetzen und dieses große Geschenk mit größter Sorgfalt und Verantwortung an die schwerkranken Patienten auf der Warteliste weiterzugeben. Mit der Qualität unsere Arbeit leisten wir unseren Beitrag zu einer möglichst hohen Erfolgsaussicht durch die Transplantation“, so Dr. med. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der DSO. „In Gesprächen wird immer wieder deutlich, wie wichtig es ist, zu Lebzeiten eine eigene, informierte Entscheidung zur Organspende zu treffen und darüber in der Familie zu reden“, ergänzte Thomas Biet, MBA, Kaufmännischer Vorstand der DSO.
 
Der Beistand der Koordinatorinnen und Koordinatoren der DSO für die Angehörigen endet nicht mit der Organspende. Auf Wunsch erhalten die Familien einen Brief mit anonymisierten Informationen, ob mit der Organspende anderen Menschen geholfen werden konnte.
 
Die DSO-Region Mitte, die die Krankenhäuser in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland bei der Durchführung der Organspende unterstützt, organisiert neben individuellen Gesprächsangeboten regelmäßige Treffen für Angehörige. Ziel der Veranstaltungen ist, neben dem Austausch mit anderen Betroffenen und transplantierten Patienten, insbesondere den verstorbenen Organspendern zu gedenken sowie stellvertretend ihren Familien zu danken. Zudem besteht die Möglichkeit offene Fragen anzusprechen und zu klären.
 
Angehörigenbefragungen der DSO-Region Mitte von 2004 bis 2013 geben einen Überblick darüber, wie Familien von Organspendern die Spende im Rückblick beurteilen. Die Umfrage brachte deutliche positive Ergebnisse: Über 90 Prozent der Befragten würden wieder so entscheiden und fast 40 Prozent der Befragten gab an, dass die Organspende eine Hilfe war, den Verlust eines geliebten Menschen zu verkraften.