Weltnichtrauchertag 30.05.2017

Folgen des Nikotinkonsums endlich ernst nehmen

Berlin – „Jährlich sterben 121.000 Menschen in Deutschland an den Folgen des Tabakkonsums. Dennoch drücken sich die politisch Verantwortlichen vor einer Entscheidung gegen Außenwerbung für Zigaretten. Man muss sich fragen, ob hier wirtschaftlichen Interessen ein höherer Stellenwert eingeräumt wird, als der Gesundheit der Bevölkerung“, kritisierte Dr. Josef Mischo, Vorsitzender der Bundesärztekammer-Arbeitsgruppe Sucht und Drogen, anlässlich des Weltnichtrauchertages (31.05.2017). Die Übernahme einer EU-Richtlinie gegen Tabakaußenwerbung werde seit Monaten verschleppt. Damit ist Deutschland das letzte EU-Land, das Plakatwerbung für Zigaretten noch erlaubt. „Das mag manchen Industriebereichen kurzfristige Vorteile verschaffen. Mittel- und langfristig schadet der Nikotinkonsum nicht nur der Gesundheit, sondern verursacht enorme Folgekosten für öffentliche Haushalte und Wirtschaft.“ Der Weltnichtrauchertag 2017 steht unter dem Motto „Rauchen kostet. Nichtrauchen kostet nichts!“

Mehr als 80 Prozent der Todesfälle durch Lungenkrebs sind durch das Rauchen verursacht. Tabakkonsum steht zudem im Zusammenhang mit vielen weiteren Krebserkrankungen sowie Gefäßleiden und Lungenkrankheiten. Durch das Rauchen verringert sich im Schnitt die Lebenserwartung um ganze zehn Jahre. Verschiedene Studien zeigten die Wirksamkeit der Tabakwerbung gerade bei Kindern und Jugendlichen. „80 Prozent aller Raucher  beginnen vor dem 18. Lebensjahr mit dem Rauchen, was eine Tabakentwöhnung in dieser Patientengruppe deutlich erschwert“, so Mischo. „Trotz des potenziell tödlichen Produkts wirbt die Tabakindustrie mit dem gefährlichen Image von Freiheit, Spaß und Individualität um junge Kunden.“

Die Ärzteschaft fordert auch ein strafbewehrtes Rauchverbot in Autos einzuführen, wenn Kinder und Jugendliche mitfahren. Zahlreiche wissenschaftliche Studien konnten einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Passivrauchbelastung und schwerwiegenden gesundheitlichen Risiken von Kindern und Jugendlichen nachweisen.