Pressemitteilung der Bundesärztekammer 04.04.2013

Fortbildungscurriculum „Ärztliches Peer Review“ in 2. Auflage erschienen

Berlin, 04.04.2013

„Wer tatsächlich konkrete Qualitäts­verbesserung der Patientenversorgung will, muss Ärztinnen und Ärzte im Versorgungsalltag erreichen. Dies ist mit dem ärztlichen Peer Review gewährleistet“, so Dr. Günther Jonitz, Vorsitzender der Qualitätssicherungsgremien der Bundesärztekammer und Präsident der Ärztekammer Berlin, anlässlich der 2. Auflage des Curriculums „Ärztliches Peer Review“. Die entscheidende Voraussetzung für das Gelingen des kollegialen Dialogs sei eine vertrauensvolle Atmosphäre ohne Schuldzuweisungen. Es gehe nicht um Kontrolle, sondern um Kommunikation und Kooperation. „Das Gespräch mit Fachkollegen nach konkreten Verfahrensregeln ist der Goldstandard für die kontinuierliche Ver­besserung der Qualität und Sicherheit der Patientenversorgung“, sagte Jonitz. Die Bundesärztekammer (BÄK) hat deshalb das Curriculum „Ärztliches Peer Review“ entwickelt, das die Methodik von Peer-Review-Verfahren und die Qualifizierung von Peers beschreibt.

„Peer Review ist keine Neuerfindung. Der kritische innerärztliche Diskurs ist eine alte bewährte ärztliche Tugend, die insbesondere in den letzten drei Jahren im deutschen Gesundheitswesen wiederentdeckt und auf systematischer Basis weiterentwickelt wurde“, erklärte Jonitz. Bislang seien rund 300 Peers nach dem Curriculum der BÄK durch die Landesärztekammern geschult worden. Peers sind die Ärztinnen und Ärzte, die beim Peer Review ihre Kolleginnen und Kollegen vor Ort aufsuchen. Die Nachfrage nach den Qualifizierungsseminaren ist hoch. „Die schnelle Verbreitung und die hohe Akzeptanz von Peer-Review-Verfahren in der Ärzteschaft ist vor allem auf den lösungsorientierten Ansatz und das unmittelbare Feedback vor Ort zurückzuführen“, so Jonitz. Während andere Qualitätssicherungsverfahren oft als bürokratisch, zeitintensiv und von geringem Nutzen für die tägliche Praxis wahrgenommen würden, liege der Schwerpunkt von Peer Review auf dem kollegialen Dialog. „Hier reflektieren die externen Peers und die Kollegen der besuchten Abteilung gemeinsam ärztliches Handeln, identifizieren Verbesserungspotentiale und erarbeiten Lösungsvorschläge. Besucher und Besuchte lernen also voneinander“, betonte Jonitz.

Curriculum Ärztliches Peer Review [PDF]