Pressemitteilung der Bundesärztekammer 13.03.2014

Gesundheitsfachberufe für enge Zusammenarbeit bei klaren Zuständigkeiten

Die Konferenz der Fachberufe fördert seit 25 Jahren den Dialog zwischen den Professionen im Gesundheitswesen. In Berlin diskutierten die Verbände grundsätzliche Fragen des Berufsrechts

Berlin, 13.03.2014


Für eine noch engere Zusammenarbeit der Gesundheitsberufe und eine optimierte Koordination von Behandlungsprozessen haben sich die 40 Mitgliedsverbände der Fachberufekonferenz der Bundesärztekammer ausgesprochen. Die Zunahme vor allem älterer, chronisch kranker, multimorbider und pflegebedürftiger Patienten erfordere zukünftig sehr viel mehr als bisher eine kontinuierliche und anlassübergreifende Begleitung über oft lange Behandlungszeiträume. Damit die zwischen allen Beteiligten abgestimmte Betreuung gelingt, komme es sowohl auf klar geregelte  Zuständigkeiten der einzelnen Berufe als auch auf ein kooperierendes Miteinander an. Die Konferenzteilnehmer appellierten an den Gesetzgeber, dies bei anstehenden Neuregelungen von Berufsgesetzen sowie Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen der Gesundheitsfachberufe zu berücksichtigen und den Sachverstand und die Erfahrungen der Beteiligten einzubeziehen. Gleichzeitig seien die haftungsrechtlichen Gegebenheiten in der medizinischen Versorgung und die ärztliche Gesamtverantwortung für die Behandlung zu beachten.
„Das Patientenwohl und die Patientensicherheit sind die obersten Ziele der Gesundheitsversorgung, denen sich alle anderen Bestrebungen unterordnen müssen“, sagte Dr. Max Kaplan, Vorsitzender der Fachberufekonferenz und Vizepräsident der Bundesärztekammer.
Die Verbände beschäftigten sich in ihrer diesjährigen Sitzung mit der Weiterentwicklung berufsrechtlicher Positionen aus Sicht der verschiedenen Berufe. In einigen grundsätzlichen Fragen des Berufsrechts und der Heilkundeausübung wurde zum Teil intensiv diskutiert, unter anderem über den Direktzugang von Patienten zu Heilmittelerbringern sowie zu Kompetenzen von Notfallsanitätern. Begrüßt wurde die erfreulich starke Zunahme kooperativer Versorgungsformen zwischen Ärzten und Fachberufen im ambulanten Bereich, zum Beispiel in Form von Netzen und Medizinischen Versorgungszentren. Darüber hinaus bestand Einigkeit darin, dass die Lösung der gravierenden Nachwuchsprobleme in den Gesundheitsberufen eine größere Wertschätzung und Honorierung ihrer Arbeit und der Abbau der immensen Leistungsverdichtung in der stationären und ambulanten Versorgung höchste Priorität einnehmen müssen. Dies sei Voraussetzung dafür, dass das qualitativ hochstehende Niveau der Patientenversorgung aufrechterhalten werden kann.
Mit großer Sorge betrachtet die Fachberufekonferenz Pläne auf europäischer Ebene, nach denen medizinische Verfahren durch nichtmedizinische Normungsinstitutionen festgeschrieben werden sollen.  Mit der Standardisierung von  Gesundheitsdienstleistungen werde in das Recht der Mitgliedstaaten eingegriffen, die Organisation des Gesundheitswesens und die Patientenversorgung eigenverantwortlich zu regeln.
Die vom Vorstand der Bundesärztekammer im April 1989 initiierte Konferenz der Fachberufe im Gesundheitswesen besteht nunmehr seit 25 Jahren. Ziel dieser ständigen Einrichtung ist es, die gegenseitige Information zu verbessern, zur Klärung des Selbstverständnisses der Berufe beizutragen und die interprofessionelle und sektorübergreifende Zusammenarbeit zu stärken.