118. Deutscher Ärztetag 13.05.2015

GOÄ-Novelle: Verhandlungen kommen gut voran

Frankfurt am Main – Die Verhandlungen über eine neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) kommen gut voran. „Der Zug rollt und nimmt jetzt richtig Fahrt auf.“ Das sagte Dr. Theodor Windhorst, Vorsitzender des GOÄ-Ausschusses der Bundesärztekammer, auf dem Deutschen Ärztetag in Frankfurt. Er verwies unter anderem auf das gemeinsame Informationspaket zur GOÄ, das Bundesärztekammer und Verband der Privaten Krankenversicherung dem Bundesgesundheitsministerium Ende März übergeben hatten. „Seitdem treffen wir uns regelmäßig im Bundesgesundheitsministerium, um das Projekt voranzubringen“, berichtete Windhorst.

Im Zusammenhang mit den GOÄ-Verhandlungen hat der Ärztetag gefordert, dass auch die konservativen Leistungen angemessen bewertet werden. Bereits jetzt seien konservative Leistungen im  Vergleich zu operativen Leistungen deutlich schlechter bewertet. Zudem hat der Ärztetag beschlossen, dass die GOÄ eine rein ärztliche Gebührenordnung bleiben soll. Konkret lehnte er eine Gebührenordnung mit Beteiligung von Gebührenordnungspositionen für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ab.

Noch vor Abschluss der GOÄ-Novelle sollen nach dem Willen des Ärztetages die in der neuen GOÄ vorgesehenen Gebührenordnungspositionen zur ärztlichen Leichenschau ausgegliedert und zur Abrechnung freigegeben werden. Bislang hat das Bundesgesundheitsministerium eine solche dringend notwendige Vorziehung mit Verweis auf die anstehende GOÄ-Novelle abgelehnt. Mit  der jetzigen Vergütung sei es aber nicht möglich, eine qualitativ hochwertige ärztliche Leichenschau kostendeckend vorzunehmen, so der Ärztetag.

In einer weiteren Entschließung zum Themenkomplex GOÄ warnte der Deutsche Ärztetag vor einer Schieflage bei der Mittelverwendung von Beitragsgeldern aufgrund hoher Vermittlungsprovisionen bei der Privaten Krankenversicherung. „Die Abschlussaufwendungen entsprechen allein etwa 50 Prozent der Ausgaben der PKV für ärztliche Leistungen.“ Der Ärztetag forderte eine deutliche Senkung dieser Abschlussprovisionen. Zudem seien die Kosten für Verwaltung und „Leistungsmanagement“ auf den Prüfstand zu stellen. Stattdessen müsse ein größtmöglicher Anteil des Beitragsvolumens der Versicherten für medizinische Zwecke verwendet werden.

Der 118. Deutsche Ärztetag tagt vom 12. bis 15. Mai 2015 in Frankfurt am Main. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.bundesaerztekammer.de/aerztetag/118-deutscher-aerztetag-2015/. Folgen Sie der Bundesärztekammer unter #daet15 auch auf Twitter und halten Sie sich über die Diskussionen des Ärztetages auf dem Laufenden.