ÖGD 08.01.2016

Kaplan: Mehr Ärzte in die Gesundheitsämter für eine bessere Flüchtlingsversorgung

Berlin - „Folgen Sie dem bayerischen Beispiel und stocken Sie angesichts der Flüchtlingszahlen das Personal in den Gesundheitsämtern auf“, appelliert Dr. Max Kaplan, Vizepräsident der Bundesärztekammer und Präsident der Bayerischen Ärztekammer, an die Verantwortlichen in den Bundesländern. Die Bundesärztekammer begrüße die Initiative der bayerischen Gesundheitsministerin ausdrücklich, neue Arztstellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) zu schaffen. Der ÖGD sei für Nicht-Krisenzeiten ausgerichtet und habe nicht genug Ressourcen für eine reibungslose Flüchtlingsversorgung. „Der Öffentliche Gesundheitsdienst kann diese Aufgabe nur zufriedenstellend lösen, wenn er über ausreichend personelle Reserven verfügt.“ Nur dann könnten alle Flüchtlinge schnell untersucht und geimpft werden.

Der ÖGD werde regelmäßig von der Politik für seine Verdienste um Gesundheitsschutz, Prävention und Gesundheitsmanagement gelobt. Ihm werden von Bund und Länder immer neue Aufgaben übertragen. „Andererseits fällt es dem Öffentlichen Gesundheitsdienst aufgrund des chronischen Personalmangels immer schwerer, schon seine Kernaufgaben wie Einschulungs- oder Schulentlassungsuntersuchungen zu erfüllen“, so Kaplan. Der Deutsche Ärztetag hatte bereits 2014 eine adäquate ärztliche Personalausstattung in den Gesundheitsämtern, die Aufwertung des Fachs „Öffentliches Gesundheitswesen“ in der medizinischen Ausbildung sowie eine angemessene Bezahlung der im Öffentlichen Gesundheitsdienst tätigen Ärztinnen und Ärzte gefordert.