Presse 11.11.2013

Montgomery: „Ärzte nicht für volle Wartezimmer bestrafen“

Berlin, 11.11.2013

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat die Pläne von Union und SPD für eine Vier-Wochen-Frist bei der Vergabe von Facharztterminen kritisiert: „Analysen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zeigen, dass das Problem vermeidlich überlanger Wartezeiten in den Praxen geringer ist als es von manchen gemacht wird. Ein Patient, der wirklich schwer erkrankt ist, bekommt in der Regel über seinen Hausarzt schnell einen Termin bei einem Facharzt." Problematisch ist aus Sicht des BÄK-Präsidenten, Patienten, die innerhalb der vorgegebenen Frist keinen Facharzttermin erhalten, in Kliniken zu überweisen.  „Kann man wirklich die Kassenärztlichen Vereinigungen dafür bestrafen, dass sie den Ärztemangel verwalten? Kann man die Ärzte dafür bestrafen, dass sie volle Wartezimmer haben?“

Zudem wies er auf die angespannte Personalsituation in den Kliniken hin: „Fast 6000 Arzt-Stellen sind in den Krankenhäusern heute nicht besetzt, wir haben einen großen Pflegemangel im Krankenhaus. Und da soll jetzt noch zusätzliche Arbeit hineinkommen.“ Man müsse die Frage diskutieren, warum es lange Wartezeiten gibt und die  Ursachen für überfüllte Praxen bekämpfen.