Bundestagswahl 14.09.2017

Montgomery: Gesundheitswesen fit für die Zukunft machen

Berlin - Der Ausbau sektorenübergreifender Notfallversorgungsstrukturen, die Umsetzung des „Masterplans Medizinstudium 2020“ und die Auflösung des Investitionsstaus an deutschen Kliniken gehören nach Ansicht von Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery zu den prioritären gesundheitspolitischen Handlungsfeldern der kommenden Bundesregierung. Darauf verwies er in einem Interview zur Bundestagswahl mit dem Deutschen Ärzteblatt. Vor allem erwarte die Ärzteschaft ein klares Bekenntnis der Politik zur Stärkung der ärztlichen Freiberuflichkeit und der ärztlichen Selbstverwaltung. „Der notwendige Raum für Therapiefreiheit und Therapieverantwortung muss gewährleistet werden. Das sollte im gesundheitspolitischen Kapitel des neuen Koalitionsvertrages ganz oben stehen“, forderte Montgomery.

Der Bundesärztekammer-Präsident bekräftigte sein klares „Nein“ zur Einführung einer  Bürgerversicherung in Deutschland. Sie löse kein einziges Problem, sondern schaffe nur neue. „Statt unser bewährtes duales Krankenversicherungssystem zu zerschlagen, sollten wir es fit für die Zukunft machen.“ Dazu gehöre auch die Novelle der Gebührenordnung für Ärzte auf Grundlage des gemeinsamen Vorschlages von Bundesärztekammer, Privater Krankenversicherung und Beihilfe.

Montgomery betonte, auch mit der kommenden Bundesregierung konstruktiv und vertrauensvoll zusammenarbeiten zu wollen. „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es immer besser ist, miteinander zu reden, statt übereinander.“ Arbeit gebe es genügend. Die ambulante Weiterbildung müsse gestärkt werden. Notwendig sei, dass hier mindestens die gleichen tariflichen Konditionen gelten wie in den Kliniken. Gefragt seien Konzepte zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung und für die zunehmende Digitalisierung des Gesundheitswesens. Erforderlich sei eine Digitalisierungsstrategie, die ethische Grundlagen zum Umgang mit den neuen technischen Möglichkeiten schafft, die Grundsätze des Datenschutzes definiert und Antworten auf Finanzierungsfragen gibt.

Ärzteblatt-Interview im Wortlaut