Presse 23.05.2014

Montgomery hält Innovationsfonds für gute Lösung

Berlin, 23.05.2014

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat in der Debatte über eine mögliche Bettenreduzierung in den Kliniken klar gemacht, dass in den vergangenen Jahren schon zehn Prozent der Krankenhäuser abgebaut wurden. Die Verweildauer sei um 40 Prozent gesunken, aber die Fallzahlen um 25 Prozent gestiegen. „Es passiert alles schneller, intensiver mit immer mehr und kränkeren Patienten“, sagte er in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ (23.05.2014). Wenn es dennoch zu Klinikschließungen kommen muss, hält er den derzeit diskutieren Innovationsfonds für eine gute Lösung. Umwidmungen von Kliniken etwa in Pflegeheime könnten mit den Mitteln des Fonds unterstützt werden.
 
Montgomery bekräftigte seine Forderungen nach mehr Investitionsmitteln für die Kliniken und einer Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems. „Die Länder kommen ihren Investitionsverpflichtungen nicht nach. Heute steuern sie zu den Gesamtkosten der Krankenhäuser nur noch drei Prozent bei, früher waren es zehn Prozent“, kritisierte er. Korrekturbedürftig sei auch der 100-Prozent-Ansatz des DRG-Systems in Deutschland. Notwendig sei ein Ausgleich für kleine Kliniken, die zwar für die Versorgung in der Fläche gebraucht würden, aber im Wettbewerb mit den großen nicht mithalten könnten. „Auf der anderen Seite steht die Hochleistungsmedizin in den Universitätskliniken, die ebenfalls nicht nur allein aus den Fallpauschalen finanziert werden kann. Auch hier muss man eine Lösung finden, denn die Hälfte der Unikliniken schreibt rote Zahlen.“

In einem Interview mit der Ärztezeitung (23.05.2014) ging Montgomery auf die Schwerpunktthemen des 117. Deutschen Ärztetages in Düsseldorf ein. Er warnte davor, dem Öffentlichen Gesundheitsdienst immer neue Aufgaben zu übertragen, die er aus personellen Gründen nicht mehr bewältigen kann. Zum Ärztetagsthema „Prävention“ sagte der BÄK-Präsident: Krankheitsvorbeugung gehe weit über klassische Gesundheitspolitik hinaus. Beteiligt seien dabei auch Bildungsinstitutionen vom Kindergarten bis zur Universität. „Es wäre gut, wenn wir nach vier Legislaturperioden und vielen Anläufen nun endlich ein vernünftiges Präventionsgesetz bekämen.“