Ärzte 08.09.2014

Montgomery: „Hilfe zum Leben leisten“

Berlin, 08.09.2014

„Das Berufsethos verpflichtet den Arzt, Hilfe zum Leben zu leisten, nicht Hilfe zum Sterben.“ Darauf verweist der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, in einem Gastbeitrag im Berliner Tagesspiegel (07.09.2014). Leider seien gute medizinische Möglichkeiten zur Begleitung Sterbender wie Schmerztherapien, Palliativmedizin oder Hospize zu wenig bekannt. „Unsere ärztliche Erfahrung sagt: Sehr viele Schwerkranke, die nur noch den Tod als Ausweg sehen, entscheiden sich für das Leben, wenn ein Arzt ihnen diese Alternativen aufzeigt.“

Montgomery begrüßt die gegenwärtige Debatte über eine gesetzliche Regelung des assistierten Suizids. Ablehnend äußert sich der BÄK-Präsident zu dem kürzlich von einer Gruppe von Medizinern und Juristen vorgelegte Gesetzentwurf zur Neuregelung des assistierten Suizids. Nach dem Entwurf soll es Ärzten in streng geregelten Ausnahmefällen erlaubt sein, ein tödliches Mittel zu verschreiben, ohne sich am Suizid selbst zu beteiligen. „Dieser Weg führt in die Irre. Er reduziert den Arzt zum Todescocktailverschreiber, der dem Patienten gerade in der schwersten Stunde seines Lebens, im Tode, nicht zur Seite stehen darf.“ Montgomery warnt, der ärztlich assistierte Suizid eröffne nur scheinbar Freiräume. In Wirklichkeit jedoch führe er dazu, dass auf diejenigen, die unheilbar krank, dement oder vereinsamt seien, der gesellschaftliche Druck wächst.

Ärztlich assistierter Suizid engt das Leben ein
Gastbeitrag von Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Von Frank Ulrich Montgomery im Tagesspiegel