Welt-Aids-Tag 29.11.2017

Montgomery: Menschen mit HIV/AIDS werden noch immer stigmatisiert

Berlin - „Eine HIV-Infektion ist längst kein Todesurteil mehr. Wir können sie zwar noch nicht heilen, aber doch gut behandeln. Trotzdem haftet HIV noch immer ein Stigma an.“ Darauf wies Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) aus Anlass des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember hin, der in diesem Jahr unter dem Motto „positiv zusammenleben“ steht. „Davon sind wir leider noch weit entfernt“, so Montgomery weiter. Noch immer wecke die Diagnose „HIV positiv“ Ängste und Vorurteile – sogar im engsten persönlichen Umfeld. Das setze eine Negativspirale in Gang: „Die Betroffenen outen sich aus Angst vor Diskriminierung nicht, viele ziehen sich in die Isolation zurück, und dadurch verschwindet das Thema Aids aus der öffentlichen Wahrnehmung“, warnte der BÄK-Präsident.

Dabei gibt es in Bezug auf Neuinfektionen keine Entwarnung. Nach den neuesten Zahlen des Robert Koch-Instituts haben sich im Jahr 2016 etwa 3.100 Menschen in Deutschland mit HIV infiziert, etwa genauso viele wie im Jahr davor. „Das zeigt, dass wir bei der Aufklärung und Prävention nicht nachlassen dürfen“, forderte Montgomery.