Presse 11.03.2013

Montgomery: "Nie war die Transplantationsmedizin sicherer als heute."

Berlin, 11.03.2013

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, sieht Selbstverwaltung und Politik mit den eingeleiteten Maßnahmen für mehr Transparenz und Sicherheit in der Transplantationsmedizin auf dem richtigen Weg. Nach der neuen gesetzlichen Grundlage seien bislang 15 Leberprogramme überprüft worden. „Wir gehen davon aus, dass die Überprüfung aller Leberprogramme im Mai abgeschlossen sein wird“, sagte er der dpa.  

Unter anderem werden bei den Prüfungen die Krankenakten nach Abgleich der Eurotransplant-Nummern  und der Feststellung der Patientendaten einer umfangreichen medizinischen Begutachtung unterzogen. Die Prüfer befragen die Klinikvertreter zur Indikation der Transplantation, zur Dialyse, zu möglichen Besonderheiten sowie zur Dokumentation der Krankenblätter und der Verlaufskontrolle vor der Meldung an Eurotransplant. Diese Verlaufsentwicklung gibt dann Aufschluss über die medizinische Plausibilität. Sofern sich im Zuge einer Visitation Auffälligkeiten ergeben, die weitere Untersuchungen erfordern, kommt in einem zweiten Schritt eine zweiköpfige Sonderprüfungsgruppe, bestehend aus einem Arzt und einem Juristen, zum Einsatz.

Ob bei der Prüfung weitere Manipulationen aufgedeckt werden, könne man zwar nicht ausschließen, so Montgomery. Man sehe aber klar und eindeutig, dass die nach dem Skandal ergriffenen Maßnahmen von Selbstverwaltung und Gesetzgeber greifen. "Ich kann mit gutem Gewissen sagen: Nie war die Transplantationsmedizin sicherer als heute."