Sterbehilfe-Debatte bei Maybrit Illner 06.10.2014

Montgomery: Politik sollte sich auf Verbot organisierter Sterbehilfe konzentrieren

Berlin, 06.10.2014

Der Präsidenten der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat seine Forderung nach einem Verbot der organisierten Sterbehilfe in Deutschland bekräftigt. Bedarf an weiteren rechtlichen Regelungen für die Sterbehilfe sieht er nicht. Ein gutes Verhältnis zwischen Patient und Arzt sowie Schmerztherapie, palliative Sedierung und nicht zuletzt eine gute Hospizarbeit sorgten dafür, dass "in diesem Land das Problem lange nicht so groß ist, wie manche Menschen das darstellen", sagte er in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner" zum Thema „Tod auf Rezept: Wird Sterbehilfe erlaubt?“ (02.10.2014). Die Politik dürfe das Kind nicht mit dem Bade ausschütten und müsse in allererster Linie dafür sorgen, dass die "Todesengel" diverser Sterbehilfevereine nicht mehr für ihre Tätigkeit werben dürfen.

Forderungen nach professioneller Hilfe beim Sterben führten dazu, dass die Abgrenzung von Sterbehilfe und Tötung auf Verlangen  immer schwieriger werde. Ärzte seien keine „Techniker des Todes“, stellte Montgomery klar. „Unsere Verpflichtung besteht darin, das Leid mit medizinischen Mitteln zu mildern, aber nicht einfach den Leidenden zu entsorgen.“ Jedoch wüssten viele nicht um die guten Alternativen, mit denen man sein Leben würdig zu Ende leben könne. Bei vielen Menschen schwinde der Todeswunsch, wenn sie von den guten Hilfsangeboten erführen.