Masterplan Medizinstudium 2020 31.03.2017

Montgomery: „Reform des Medizinstudiums jetzt angehen, offene Finanzierungsfragen klären“

Zu der heutigen Einigung von Bund und Ländern über einen „Masterplan Medizinstudium 2020“ erklärt Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery: „Wer den Ärztemangel bekämpfen will, muss bereits im Medizinstudium ansetzen. Deshalb ist es gut, dass die Reform des Medizinstudiums mit der heutigen Einigung endlich in Angriff genommen werden kann. Die Ärzteschaft hat sich in den vergangenen zwei Jahren intensiv in die Beratungen zu dem Masterplan eingebracht. Viele ihrer Forderungen, wie veränderte Auswahlverfahren, Stärkung der kommunikativen Kompetenz sowie mehr Praxisorientierung des Studiums, wurden von der Politik aufgegriffen.

Enttäuschend ist jedoch, dass sich Bund und Länder nicht über eine klare und langfristige Finanzierungsvereinbarung einigen konnten. Offenbar auf Betreiben der Länder wurde die vollständige Umsetzung des Masterplans unter Haushaltsvorbehalt gestellt. Dadurch fehlen klare Vorgaben für wichtige Bereiche. Eine Entscheidung über die dringend erforderliche Erhöhung der Studienplatzkapazitäten haben die Verhandlungspartner auf unbestimmte Zeit vertagt. Auch bei der bundesweiten Etablierung von Lehrstühlen für Allgemeinmedizin bleibt der Masterplan vage und sieht lediglich eine Soll-Bestimmung vor. Bloße Absichtserklärungen bringen uns jedoch nicht weiter. Hier muss dringend nachgeschärft werden.

Wir werden uns in die konkrete Umsetzung des Masterplans einbringen. Gleiches erwarten wir von den Ländern. Statt auf Kostenschätzungen einer Expertenkommission zu warten, müssen sie jetzt ihrer Verantwortung für die ärztliche Nachwuchsförderung gerecht werden und die nötigen Mittel bereitstellen. Allen Beteiligten sollte klar sein: Wer die Ausbildung der Mediziner ändert, muss etwa 15 Jahre warten, bis die Ergebnisse in der Patientenversorgung ankommen. So lange dauern Studium und Facharztausbildung. Wir dürfen keine Zeit mehr vergeuden.“