Ärzte 22.01.2015

Montgomery: "Reformen im Transplantationswesen greifen"

Berlin, 22.01.2015

Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat den Aufruf von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zu mehr Organspenden unterstützt. In der Neuen Osnabrücker Zeitung (21.01.2015) sagte er, die von Selbstverwaltung und Gesetzgeber nach dem Transplantationsskandal veranlassten Maßnahmen für mehr Kontrolle und Transparenz bei der Organvergabe greifen. Dies habe jüngst auch die Bundesregierung in einem Bericht bescheinigt. Danach sei es „durch die Reformen gelungen, für mehr Sicherheit und Klarheit in den Transplantationszentren und den Entnahmekrankenhäusern zu sorgen“, erklärte der Ärztepräsident. „Unter anderem haben wir das Mehraugenprinzip bei der Anmeldung von Wartelisten-Patienten eingeführt und eine unabhängige Vertrauensstelle ‚Transplantationsmedizin‘ zur Meldung von Auffälligkeiten und Verstößen gegen das Transplantationsrecht eingerichtet“, erläuterte Montgomery. Zudem seien die Befugnisse der Prüfungs- und Überwachungskommission erheblich ausgeweitet worden.

Die Neuregelungen sähen überdies vor, dass alle Transplantationszentren mindestens einmal in einem Zeitraum von 36 Monaten vor Ort geprüft würden, fügte er hinzu. „Die Kommissionen haben sich durch ihre umfassenden Prüfungen mehr als bewährt – auch als flexible und extrem belastbare Kontrollgremien, die den Anforderungen im komplexen und dynamischen Gebiet der Transplantationsmedizin gerecht werden“, betonte der Präsident der Bundesärztekammer.

Die Transplantationsmedizin sei heute so sicher wie nie zuvor. Leider spiegele sich das noch nicht in der Zahl der Organspendewilligen wider. Im Interesse der Patienten, die dringend ein Spenderorgan benötigten, sei man dazu verpflichtet, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen, so Montgomery: „Nur so können wir das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Organspende zurückzugewinnen."