Presse 13.05.2014

Montgomery: Sterbehilfevereinen das Handwerk legen

Berlin, 13.05.2014

Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery hat den wegen Totschlags angeklagten ehemaligen Hamburger Justizsenator Roger Kusch scharf kritisiert. „Ich hoffe sehr, dass die Justiz Herrn Kusch und seinen Helfern das Handwerk legt.“ Es sei unerträglich, wie Kusch die Angst der Menschen vor dem Altern, vor Einsamkeit und Pflegebedürftigkeit für seine Zwecke missbrauche. Zugleich bekräftigte Montgomery seine Forderung nach einem umfassenden Verbot der organisierten Sterbehilfe in Deutschland. Die Vorgänge zeigten, dass eine gesetzliche Regelung dringend nötig sei. Die Bundesärztekammer hatte wiederholt darauf hingewiesen, dass ein gesetzliches Verbot nicht nur die gewerbliche Sterbehilfe betreffen darf, sondern  auch die Organisationen miterfassen muss, bei denen rechtlich keine Gewinnerzielungspraxis nachweisbar ist.

Der BÄK-Präsident bekräftigte in diesem Zusammenhang seine strikt ablehnende Haltung gegenüber der aktiven Sterbehilfe: „Für uns Ärzte gilt die Maxime: Der Patient hat das Recht auf einen würdigen Tod, aber er hat keinen Anspruch darauf, getötet zu werden. Der Ausbau palliativmedizinischer Angebote, die den Menschen am Ende ihres Lebens Schmerzen und Ängste nimmt, ist deshalb ein wichtiger Schritt."