Presse 24.05.2014

Montgomery: "Wir brauchen ein Präventionsgesetz"

Berlin 24.05.2014

Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat sich für eine rasche Umsetzung des von Schwarz-Rot geplanten Präventionsgesetzes ausgesprochen.  "Wir wünschen uns ein Gesetz, das Prävention nicht nur als medizinische Aufgabe begreift, sondern als Aufgabe, die früh anfängt: in Kindergärten und Schulen, bei der Ernährungs- und Elternberatung", sagte Montgomery in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung (24.05.2014). Der letzte Vorstoß für ein Präventionsgesetz sei 2013 kurz vor der Wahl aus parteitaktischen Gründen gescheitert. "So darf man mit Prävention nicht umgehen."

Der BÄK-Präsident forderte in diesem Zusammenhang, Risiken und Nutzen sogenannter Screeningprogramme genauer zu untersuchen. Studien zeigten, dass sich die Zahl der Todesfälle durch derartige Massenuntersuchungen zum Teil nur marginal senken lasse, sagte er in der Frankfurter Rundschau (24.05.2014). Gegenüber der dpa stellte er nochmals klar: "Das gilt aber nicht für die etablierten Vorsorgeuntersuchungen im Bereich der Kinder- und Jugendmedizin und die Checkup-Untersuchungen für Erwachsene."

"Wenn die Wissenschaft, insbesondere Herr Windeler vom Institut für Qualität im Gesundheitswesen, Zweifel an bestimmten Massenscreenings hat, müssen wird das ernst nehmen", sagte Montgomery. "Wir können doch nicht im politischen Raum über Qualitätsoffensiven reden und dann die Bedenken der Wissenschaft ignorieren", so Montgomery.