Ärzte 01.12.2014

Montgomery: Wir müssen das Fallpauschalensystem weiterentwickeln

Berlin, 01.12.2014

Für eine Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems hat sich der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, ausgesprochen. „Krankenhäuser und Kostenträger brauchen bei ihren Budgetverhandlungen mehr Ermessensspielräume, damit die Sicherstellung der wohnortnahen Krankenhausbehandlung in strukturschwachen Gebieten ebenso berücksichtigt werden kann, wie die Finanzierung von Extremkostenfällen. Und der Orientierungswert muss endlich methodisch sauber ermittelt werden, damit die Personal- und Sachkostenentwicklungen im Krankenhausbereich realistisch widergespiegelt werden können", sagte er in einem Interview mit der B.Z. am Sonntag (30.11.2014).

Mit Blick auf die Diskussion über mögliche Fehlanreize durch das DRG-System warnte Montgomery vor Pauschalverurteilungen. „Ob eine Operation notwendig sei oder nicht, müsse immer im konkreten Fall bewertet werden. „Kritiker verweisen häufig auf eine  OECD-Studie zu Operationszahlen. Sie unterschlagen in ihrer Argumentation allerdings regelmäßig, dass die dort aufgeführten Zahlen kaum miteinander vergleichbar sind.“ Als Beispiel nannte Montgomery die unterschiedlichen Kodiersysteme. In Deutschland werden die traumatischen wie die elektiven Hüft-OPs gezählt, in anderen Ländern nur die elektiven, während die traumatischen anders kodiert werden.