Suizid 09.06.2015

Montgomery zu Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung

Zu dem heute vorgelegten Gesetzentwurf zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung erklärt der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery:

"Der Gesetzentwurf von Brand, Griese u. a. zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung geht in die richtige Richtung. Wir haben immer davor gewarnt, dass sogenannte Sterbehilfsorganisationen unter wechselndem Rechtsstatus ihren Geschäften nachgehen können. Deshalb auch haben wir immer ein Verbot der organisierten Beihilfe zum Selbstmord gefordert. Der heute vorgelegte Gruppenentwurf kommt dieser Forderung nach und zeigt die rote Linie auf. Wir halten das für richtig und wichtig und unterstützen diesen Vorschlag.

Jede Form der organisierten Selbsttötungshilfe vermittelt den Eindruck legaler Geschäftstätigkeit. Allzuleicht entsteht dadurch gesellschaftliche Akzeptanz, die letztlich zu einem enormen Druck auf Menschen in der letzten Lebensphase führen kann.

Der Wunsch, aus dem Leben zu scheiden, entsteht meist in einer akuten Notlage. Die meisten Menschen wissen zu wenig von den vielen medizinischen Möglichkeiten zur Begleitung Sterbender. Da müssen wir ansetzen und Hilfe zum Leben geben, nicht Hilfe zum Sterben."