BÄKground 25.10.2017

Neue Ausgabe des BÄK-Informationsdienstes BÄKground

Eigentlich läuft es so: Spätestens, wenn die Fernsehsender am Wahlsonntag um 18:00 Uhr die erste Prognose verkünden, verpufft die Spannung des Wahlkampfs und der Wähler weiß relativ sicher, welche Koalition in den kommenden vier Jahren das Land regieren wird. Bei dieser Wahl ist es umgekehrt. Nach einem blutleeren Wahlkampf stehen uns spannende Koalitionsverhandlungen bevor, die dem Land erstmals eine Regierung aus CDU/CSU, FDP und Grünen bescheren könnten. Oder Neuwahlen. Oder, ein Rückzieher vom Rückzieher der SPD vorausgesetzt, doch noch eine Neuauflage der Großen Koalition.

Ebenso unklar ist noch, wer auf dem Stuhl des Bundesgesundheitsministers Platz nehmen wird. Fest steht allerdings, dass auf ihn viel Arbeit zukommt. Die Gesundheitspolitik spielte im Wahlkampf zwar kaum eine Rolle, Baustellen gibt es aber genug. Im BÄKground-Interview benennt Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), einige der wichtigsten: das Großprojekt Digitalisierung, die Krankenhausfinanzierung sowie der Kampf gegen den Fachkräftemangel.

Ein gesundheitspolitisches Top-Thema der kommenden Legislaturperiode wird die Neuordnung der Notfallversorgung sein. Marburger Bund und Kassenärztliche Bundesvereinigung haben ein gemeinsames Konzept vorgelegt. Auch der Sachverständigenrat hat seine Vorstellungen skizziert.

Darüber hinaus steht auch die Reform des Medizinstudiums auf der To-Do-Liste von Bund und Ländern. Inzwischen beschäftigt sich sogar das Bundesverfassungsgericht mit der Frage, ob der Numerus Clausus mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Bei der Anhörung in Karlsruhe plädierte der BÄK-Präsident für ein modernes und transparentes Auswahlverfahren, das neben der Abiturnote auch weiche Faktoren berücksichtigt.

BÄKground Oktober 2017 [PDF]