Pressemitteilung der Bundesärztekammer 17.04.2013

„Qualitätssicherung gehört zum Selbstverständnis der Ärzteschaft“

Symposium „Ergebnisverbesserung durch Qualitätsmanagement“ der BÄK in Berlin

Berlin, 17.04.2013

„Die immer stärker werdende Marktorientierung des Gesundheitswesens fordert eine Gegenregulierung ökonomischer Fehlanreize. Gerade hier können Qualitätsmanagementmaßnahmen eine wichtige Funktion übernehmen.“ Das sagte der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, auf dem Symposium „Ergebnisverbesserung durch Qualitätsmanagement“ der BÄK in Berlin. Qualitätssicherung zähle zum professionellen Selbstverständnis der deutschen Ärzteschaft. „Gerade wegen des zunehmenden Wettbewerbs im Gesundheitswesen kommt es darauf an, dass Ärzte nicht nur gute Qualität erbringen, sondern auch darlegen können, auf welch hohem Niveau die medizinische Versorgung stattfindet“, so Montgomery.

Die Experten stellten insbesondere einrichtungsinterne bzw. -übergreifende Maßnahmen des Qualitätsmanagements vor, die nicht nur Struktur- und Prozessqualität, sondern vor allem die Ergebnisqualität der Versorgung kontinuierlich weiter entwickeln und belegen. „Was wir heute präsentiert bekommen, ist eine Erfolgsstory: Weg von einem autoritär gelenkten hin zu einem lernenden System, das sich kontinuierlich am Nutzen für die Patienten bemisst. Dafür braucht man sauberes, solides Wissen und die Nähe zum Menschen“, sagte Dr. Günther Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin und Vorsitzender der Qualitätssicherungsgremien der Bundesärztekammer.

Die Referenten betonten unisono, dass die sektorenübergreifende Qualitätsmessung mittels Routinedaten von den Krankenkassen nicht nur sinnvoll, sondern notwendig sei. „Der Umgang mit Routinedaten verbessert die Qualität. Der Datenschatz der Krankenkassen muss endlich wissenschaftlichen Einrichtungen zugänglich gemacht werden“, forderte Prof. Dr. Peter C. Scriba, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesärztekammer.

Dr. Maria Eberlein-Gonska vom Universitätsklinikum Dresden referierte über die praktische Umsetzung von Peer-Review-Verfahren, bei denen kleine Gruppen von Ärzten im kollegialen Dialog Arbeitsabläufe analysieren und Möglichkeiten zur Verbesserung der Qualität erarbeiten. Sie betonte den Stellenwert solcher Peer-Reviews für eine transparente, nachhaltige Qualitätssicherung und hob das hierzu von der Bundesärztekammer entwickelte Curriculum hervor.

Die Bedeutung von Leitlinien betonte Prof. Dr. Ina Kopp, Leiterin des AWMF-Institutes für medizinisches Wissensmanagement in Marburg: „Leitlinien sind ein Kernbaustein im Qualitätsmanagement.“ Entscheidend bei der Entwicklung sei, dass die Leitlinien auch praktisch einsetzbar sind. Dazu gehöre die Aktualität, Verständlichkeit  und methodisch-fachliche Richtigkeit dieser Vorgaben. Mögliche Barrieren müssten im Vorfeld analysiert und vermieden werden. Kopp kritisierte allerdings den oftmals zu großen Dokumentationsaufwand und sprach sich für eine bessere Finanzierung von Qualitätsmanagement-Programmen aus.