Ärzte 05.08.2014

Weltärztebund: Neufassung der Deklaration von Helsinki in deutscher Übersetzung veröffentlicht

Berlin, 05.08.2014 

Die revidierte Fassung der Deklaration von Helsinki liegt nun in einer deutschen Übersetzung vor. Sie war im Herbst letzten Jahres von der 64. Generalversammlung des Weltärztebundes auf seiner Jahrestagung im brasilianischen Fortaleza verabschiedet worden.

Die Neufassung, an der die Bundesärztekammer federführend beteiligt war, fordert einen besseren Schutz und mehr Rechte für Studienteilnehmer. Zudem sollen in Zukunft nicht nur klinische, sondern alle medizinischen Studien am Menschen registriert werden. Für die Mitglieder von Ethikkommissionen gelten strengere Qualifikationsanforderungen. Auch die Regeln für die Sammlung von Daten und Materialien wurden verschärft.

Die 1964 erstmals veröffentlichte Deklaration von Helsinki ist das wichtigste Dokument des Weltärztebundes. Sie definiert die ethischen Prinzipien der medizinischen Forschung am Menschen. Geregelt wird in der Deklaration unter anderem die Erfordernis einer Einwilligungserklärung zu Forschungsvorhaben, der Schutz nicht-einwilligungsfähiger Patienten, die Genehmigungspflicht für Forschungsvorhaben durch unabhängige Ethikkommissionen und der Vorrang des Wohlergehens von Versuchspersonen vor wissenschaftlichen Interessen. Obwohl die Deklaration von Helsinki juristisch nicht bindend ist, beziehen sich Gesetzesregelungen weltweit auf sie. In Deutschland findet man Inhalte der Deklaration unter anderem in der Berufsordnung der Ärzte wieder.

Deklaration von Helsinki 2013 [PDF]