Entwurf des EU-Parlamentes für die Tabakproduktrichtlinie 28.02.2014

Wenker: "Wir müssen noch eindringlicher vor den Folgen des Tabakkonsums warnen"

Berlin, 28.02.2014

"Endlich setzt das Europäische Parlament stärkere Signale gegen den Tabakkonsum in Europa, der jedes Jahr allein in Deutschland zehntausende Todesfälle durch Lungenkrebs verursacht“, so Dr. Martina Wenker, Vizepräsidentin der Bundesärztekammer. Die Fotos von schwarzen Lungen oder verfaulten Füßen schreckten nicht nur ab, sondern zeigten auch, was sich Ärzten bei vielen Untersuchungen offenbare, berichtete die Lungenfachärztin. "Wenn Jugendliche anfangen zu rauchen, sind sich die meisten nicht der Tatsache bewusst, dass sie damit ihr Leben im Durchschnitt um rund zehn Jahre verkürzen und zugleich ein großes Risiko eingehen, mitunter jahrzehntelang an einer schweren Folgeerkrankung wie Schlaganfall oder Herzinfarkt zu leiden“, sagte Wenker.

In sofern seien die neuen Bilder auf den Verpackungen von Tabakwaren ein wichtiger Schritt, um vor den Gefahren des Rauchens zu warnen. Dringlicher sei jedoch ein noch konsequenteres Rauchverbot, etwa in allen öffentlichen Einrichtungen.
Wenker begrüßt, dass die Tabakproduktrichtlinie auch für Wasserpfeifen-Tabak sowie für elektronische Zigaretten und Nachfüllbehälter anzuwenden ist. Deren Gefahren werden weitläufig unterschätzt.

Am vergangenen Mittwoch hatten 514 Parlamentarier in Brüssel bei 66 Gegenstimmen einem weitreichenden Entwurf für die Tabakproduktrichtlinie zugestimmt. Dieser verbietet unter anderem das Inverkehrbringen von Tabakerzeugnissen mit einem charakteristischen Aroma, wie etwa Fruchtaromen, Menthol oder Vanille, und schreibt spätestens ab 2017 abschreckende Warnhinweise auf Zigarettenschachteln vor.