Ärztinnen und Ärzte in Österreich 1938-1945 25.01.2013

Wiener Ärztekammer sucht Zeitzeugen in Deutschland

Berlin/Wien, 25.01.2013

Für das Buchprojekt  „Ärztinnen und Ärzte in Österreich 1938-1945 – Entrechtung, Vertreibung, Ermordung“ sucht die Ärztekammer für Wien auch in Deutschland Zeitzeugen und Angehörige. „Jeder auch noch so kleine Hinweis kann der Studie helfen, ein möglichst lückenloses Bild der zwischen 1938 und 1945 entrechteten, vertriebenen und ermordeten Ärztinnen und Ärzten zu zeichnen“, schreibt die Ärztekammer. Wer Angehörige oder anderweitige Kenntnisse über betroffene Kollegen hat oder über Dokumentationsmaterial verfügt, kann sich unter drmed1938@univie.ac.at oder https://drmed1938.univie.ac.at/ an die Wiener Ärztekammer wenden. „Wir glauben, dass es auch in Deutschland noch Ärztinnen und Ärzte gibt, die über aus Österreich vertriebene Kollegen Bescheid wissen und uns so bei der Informationsrecherche maßgeblich helfen können“, sagt Ärztekammerpräsident Prof. Dr. Thomas Szekeres.

Das Projekt solle die Erforschung der in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten Ärztinnen und Ärzte vertiefen. Zu dieser Thematik lägen nur wenige Publikationen vor. Viele Fragen seien noch unbearbeitet. Für den Wiener Ärztekammerpräsident ist es wichtig, dass sämtliche Ärztinnen und Ärzte erfasst werden, denen die Approbation entzogen wurde, „sei es aus rassistischen, politischen oder sonstigen  NS-spezifischen Gründen“. Man stelle sich dabei der eigene Geschichte und wolle so „einen wichtigen Beitrag leisten, der uns allen als Mahnung und Auftrag gleichermaßen gelten soll“.

Ziel des Projekts sei die Publikation eines Gedenkbuches von geplanten 800 Seiten mit den Biografien der Betroffenen. Autorinnen der Studie sind die Wiener Rechtshistorikerin Ilse Reiter-Zatloukal und die Wiener Historikerin  Barbara Sauer. Die Forschungsdauer ist auf vier Jahre projektiert.