Montgomery im Interview 14.10.2014

„Wir brauchen eine Gemeinschaftsaktion gegen Ebola“

Berlin, 14.10.2014

Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, hat im Kampf gegen Ebola zu einer internationalen Kraftanstrengung aufgerufen. „ Es bedarf einer großen Gemeinschaftsaktion von WHO, Nationalstaaten und Hilfsorganisationen, um diesen Krankheitsausbruch unter Kontrolle zu bekommen“, sagt er in einem Interview in der kommenden Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes (DÄ, Heft 42/2014). Der BÄK-Präsident verweist in diesem Zusammenhang auf eine Resolution des Weltärztebundes, in der die nationalen Regierungen zu einem  entschlossenen und international  koordinierten Handeln bei der Ebola-Bekämpfung aufgefordert werden.

Zunächst müsse man die Ausbreitung der Epidemie eindämmen. Dann müssten die weitgehend aufgelösten Strukturen in den Gesundheitssystemen der betroffenen westafrikanischen Länder wieder aufgebaut werden. Langfristig seien wirksame Strategien zur Entwicklung von Impfstoffen und Durchführung von Impfungen notwendig. „Es darf uns nicht noch einmal geschehen, dass wir ein Virus seit mehr als 40 Jahren kennen und keine effektiven weltweiten Abwehrstrategien entwickeln“, warnt der BÄK-Präsident.

Mit der bisherigen Resonanz auf den gemeinsamen Hilfsaufruf von Bundesgesundheitsministerium, Deutschen Rotem Kreuz und Bundesärztekammer ist Montgomery zufrieden. „Wir müssen allerdings hohe Ausbildungs- und Erfahrungskompetenzen fordern, damit die Helfer am Ende nicht selber Hilfe brauchen. Deswegen dürfe man die hohe Zahl derjenigen, die sich melden, nicht verwechseln mit der Zahl derjenigen, die für den Einsatz in Frage kommen.

Das DRK hatte zuvor berichtet, dass von den bisher 1 600 Bewerbern 117 als geeignet eingestuft wurden. Darunter sind 43 Ärzte.

Das vollständige Interview