Pressemitteilungen

Pressemitteilung der... 12.06.2013

„Die Sicherheit der Arzneimitteltherapie systematisch verbessern“

Berlin, 12.06.2013 „Die Arzneimitteltherapie kann Leben retten, sie ist aber immer auch ein Hochrisikoprozess, bei dem es zu Medikationsfehlern und in der Folge zu Nebenwirkungen kommen kann. Entscheidend ist deshalb, dass Ärzte in Klinik und Praxis, Apotheker, Pflegende und Patienten an Maßnahmen beteiligt werden, die potentielle Fehler bei der Arzneimitteltherapie verhindern können.“ Das sagte Prof. Dr. Daniel Grandt , Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I am Klinikum Saarbrücken und Vorstandsmitglied der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), im Vorfeld des 4. Deutschen Kongresses für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie in Berlin. Grandt, der auch Präsident des Kongresses ist, wies darauf hin, dass das Thema „Arzneimitteltherapiesicherheit“ auch auf Grund der demografischen Entwicklung an Bedeutung gewinne. Immer mehr ältere und mehrfacherkrankte Patienten benötigten mehrere Arzneimittel gleichzeitig. Dadurch steige das Risiko von Arzneimittelinteraktionen, die zu Gesundheitsschäden führen könnten. „Wir begrüßen deshalb, dass die Bundesregierung mit dem Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit mit dazu beiträgt, dass die Strukturen und Abläufe der Pharmakotherapie systematisch analysiert und verbessert werden können.“ Vermeidbare Nebenwirkungen treten insbesondere dann auf, wenn Arzneimittel ungewollt nicht bestimmungsgemäß eingesetzt werden. Das kann sich unter anderem äußern in falscher Indikation, falscher Dosierung, Nichtbeachtung von Kontraindikationen, Kommunikationsfehlern oder Verwechslungen. Überwiegend resultieren solche Schadensfälle nicht aus individuellem Fehlverhalten, sondern aus suboptimalen Abläufen im Medikationsprozess. Das Bundesgesundheitsministerium hatte deshalb bereits 2007 einen umfangreichen Aktionsplan zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit in Deutschland vorgelegt und 2010 fortgeschrieben (www.ap-amts.de). Neben zahlreichen Forschungsprojekten wurden ein Informationsmerkblatt für Patienten, ein Medikationsplan sowie weitere Informationsangebote erarbeitet. Auf dem 4. Deutschen Kongress für Patientensicherheit bei medikamentöser Therapie wird nunmehr der neue Aktionsplan (2013-2015) erstmalig vorgestellt. Mit dessen Hilfe soll verstärkt für Arzneimitteltherapiesicherheit sensibilisiert werden. Im Fokus stehen unter anderem Maßnahmen zur besseren Kommunikation zwischen den Sektoren, zum Ausbau elektronischer Hilfsmittel sowie die Unterstützung weiterer Forschungsprojekte. Neben diesen Inhalten des Aktionsplans beleuchten namhafte Referenten aus Wissenschaft, Praxis, Politik und Selbstverwaltung alle Facetten der Arzneimitteltherapiesicherheit. In Workshops vertiefen die Teilnehmer Themen wie Arzneimitteltherapiesicherheit in der Ausbildung der Gesundheitsberufe und arzneimittelrechtliche Grundlagen mit Blick auf Medikationsfehler. Journalisten können sich unter presse@baek.de für den Kongress sowie für  die Pressekonferenz akkreditieren, die am 13. Juni 2013 um 12.30 Uhr im Berliner Congress Centrum (Raum B03) stattfindet. Weitere Informationen zu dem Kongress sind im Internet unter www.patientensicherheit2013.de abrufbar.
Pressemitteilung der... 11.06.2013

Gesundheitsminister Andreas Storm: Versorgungswerke haben sich bewährt

Saarbrücken, 10.06.2013 Bei einer Erweiterung des versicherten Personenkreises in der gesetzlichen Rentenversicherung etwa um sogenannte Soloselbstständige brauchen sich die freien Berufe keinen Sorgen um den Bestand ihrer Versorgungswerke zu machen, erklärte der Minister für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Saarlandes, Andreas Storm, nach einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen e.V. (ABV), Hartmut Kilger. Die berufsständischen Versorgungswerke hätten, so Storm, auch in der gegenwärtigen Staatsschuldenkrise gezeigt, dass sie gut funktionieren und ohne staatliche Zuschüsse auskämen.  Der Minister betonte, für ihn stehe die 1995 gefestigte Friedensgrenze zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und den Versorgungswerken nicht zur Disposition. Der Vorsitzende der Ständigen Konferenz ärztlicher Versorgungswerke, Dr. Josef Mischo, betonte, dass sichergestellt werden müsse, dass zum Beispiel alle Mitglieder der Ärztekammern auch Mitglieder der ärztlichen Versorgungswerke bleiben können. Der ABV-Vorsitzende Kilger verwies in dem Gespräch darauf, dass die freien Berufe ihre demografischen Risiken selber trügen und damit die gesetzliche Rentenversicherung entlasten. Immerhin sei, so Kilger, wegen der durchschnittlich längeren Lebenserwartung  die Rentenlaufzeit in den Versorgungswerten vier Jahre länger als in der Rentenversicherung. Für weitere Fragen zur Medien-Info stehen wir Ihnen gerne unter Telefon (0681) 501 3097 zur Verfügung. Aktuelle Informationen finden Sie unter www.soziales.saarland.de
Pressemitteilung der... 31.05.2013

(Muster-)Weiterbildungsordnung für Ärzte wird überarbeitet

Hannover, 30.05.2013
Pressemitteilung der... 31.05.2013

Ärzteschaft wirbt für Organspende

Hannover, 30.05.2013
Pressemitteilung der... 31.05.2013

Deutscher Ärztetag für umfassendes Tabakwerbeverbot

Hannover, 31.05.2013
Pressemitteilung der... 31.05.2013

Deutscher Ärztetag für Stärkung der ambulanten Weiterbildung

Hannover, 31.05.2013
Pressemitteilung der... 31.05.2013

Deutscher Ärztetag: Zugang zum Medizinstudium überprüfen

Hannover, 31.05.2013
Migranten 31.05.2013

Ärztetag: Medizinische Versorgung von Migranten sicherstellen

Hannover - Der 116. Deutsche Ärztetag in Hannover hat die Politik dazu aufgefordert, eine adäquate medizinische Versorgung für Migranten ohne ausreichenden Versicherungsschutz sicherzustellen. Derzeit gäbe es in der Behandlung dieser Bevölkerungsgruppe noch große Probleme. So entstünden für die behandelnden Ärzte ethische und rechtliche Konflikte, etwa wenn bestimmte Therapien aus Versicherungsgründen nicht durchgeführt werden können oder die ärztliche Schweigepflicht bei Hilfegesuchen gegenüber Dritten verletzt wird. Oft gingen Migranten aber auch aus Angst vor einer Meldung bei der Ausländerbehörde selbst bei dringendem Behandlungsbedarf nicht zum Arzt. Auf Grundlage der im Mai von der Zentralen Ethikkommission der Bundesärztekammer veröffentlichten Stellungnahme „Versorgung von nicht regulär krankenversicherten Patienten mit Migrationshintergrund“ forderte der Ärztetag, dass Ärzte an der Erfüllung ihrer Pflicht nicht systematisch gehindert werden dürften. Bürokratische Hürden, die kranken Personen den Zugang zu nach dem Gesetz zustehenden Behandlungen verhindern oder erschweren, seien zu beseitigen. Das Vertrauensverhältnis von Arzt und Patient müsse in jedem Falle gewahrt werden, die Berücksichtigung der ärztlichen Schweigepflicht sei unabdingbar. Sichergestellt werden müsse im Besonderen die medizinische Versorgung von Kindern, ohne dass die Eltern dabei Gefahr laufen, ausgewiesen zu werden. Der Ärztetag forderte die Bundesregierung in diesem Zusammenhang auf, die Übermittlungspflicht für öffentliche Stellen an die Ausländerbehörde bei der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen durch Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus aufzuheben. Die Delegierten sprachen sich zudem für den  Einsatz von professionellen Sprach- und Kulturvermittlern aus. Fehler in Diagnostik und Therapie aufgrund von Sprachproblemen oder kulturell bedingten Missverständnissen würden so vermieden. Zudem wies der Ärztetag darauf hin, dass Menschen mit Migrationshintergrund Studien zu Folge häufiger von psychischen Krankheiten betroffen seien. Um hier gegenzusteuern, müsse eine gesetzliche Regelung zur Erweiterung der Zulassung von muttersprachlichen Psychotherapeuten getroffen werden.
Pressemitteilung der... 31.05.2013

116. Deutscher Ärztetag beendet – Zusammenfassung I

Hannover, 31.05.2013 Der 116. Deutsche Ärztetag in Hannover hat die Bundesregierung aufgefordert, unverzüglich Regelungen gegen einen weiteren Anstieg der zuletzt dramatisch angewachsenen Haftpflichtversicherungsprämien für Ärzte zu treffen. Konkret sprach sich der Ärztetag für eine Absenkung der Versicherungssteuer für ärztliche Haftpflichtversicherungen von derzeit 19 Prozent auf 11 Prozent aus. Im Rahmen der Daseinsvorsorge habe der Gesetzgeber verschiedene Versicherungen durch eine ermäßigte Versicherungssteuer in Höhe von elf Prozent gefördert. Zudem seien die gesetzlichen Regelungen zur Anpassung der Vergütungen, Erlösbudgets und Gesamtvergütungen für ärztliche Leistungen so zu ergänzen, dass bei Notwendigkeit auch eine unterjährige Berücksichtigung der Entwicklung der Prämien für ärztliche Haftpflichtversicherungen möglich wird. Haftungsrisiken im Rahmen der Ausbildung von Notfallsanitätern regeln Das Ärzteparlament hat gefordert, im Rahmen der Ausbildung von Notfallsanitätern auftretende Haftungsrisiken und Risiken im Bereich der Aufklärung nach dem Patientenrechtegesetz gesetzlich zu regeln, damit keine Haftungsrisiken bei den ausbildenden Krankenhäusern/Ärzten verbleiben. Der Notfallsanitäter solle im Rahmen seiner Ausbildung bei einigen hochinvasiven Tätigkeiten den Kompetenzlevel "beherrschen" erreichen, um diese Tätigkeiten in vital bedrohlichen Situationen ohne Verfügbarkeit eines Arztes auch durchführen zu können. Zum Erreichen dieses Kompetenzlevels sei in einigen Fällen die Durchführung am Patienten unter Aufsicht und klinischen Bedingungen notwendig. Allerdings handele es sich um nicht delegationsfähige Leistungen, und eine Berechtigung zur Ausübung der Heilkunde - wie beim ärztlichen Berufsanfänger - liege nicht vor. Dies werfe ohne die geforderten weitergehenden gesetzlichen Regelungen erhebliche (haftungs-)rechtliche Probleme für die ausbildenden Ärzte auf. Ärztetag: Regressgefahr für Ärzte verringern Die Delegierten des Ärztetages würdigten die Intention des Gesetzgebers, die Regressgefahr für niedergelassene Ärzte zu verringern, forderten aber weitere Maßnahmen. Die Angst vor einem möglichen Regress sei eines der Haupthindernisse für eine Niederlassung. Um die nach wie vor bestehende massive Unsicherheit in der Vertragsärzteschaft zu beheben, sei die Ausweitung des Grundsatzes „Beratung vor Regress“ auf andere Formen der Wirtschaftlichkeitsprüfung für eigene Leistungen sowie medizinisch begründete Fälle einer wiederholten Regelverletzung unabdingbar. Umgestaltung des EBM In einer weiteren Entschließung plädierte das Parlament der Ärzte dafür, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, den Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) zu einer „wirklichen Gebührenordnung“ für den vertragsärztlichen Bereich umzugestalten. Essentielle Merkmale seien Einzelleistungsvergütungen, feste Preise in Euro und die Zugrundelegung anerkannter betriebswirtschaftlich kalkulierter Praxiskosten unter Anpassung an die tatsächliche Kostenentwicklung. Personalentwicklungskosten zusätzlich vergüten Der Ärztetag forderte den Gesetzgeber dazu auf, dass Personalentwicklungskosten in Klinik und Praxis zusätzlich vergütet werden. Medizinischer Fortschritt, demografische Entwicklung, erschwerte Arbeitsbedingungen aber auch organisatorische Veränderungen wie verstärkte Teamarbeit, Delegation und Telemedizin machten verstärkte Bemühungen um die Qualifikation der im Gesundheitswesen Tätigen unumgänglich. Prävention nicht als Marketinginstrumente der Kassen missbrauchen Die Delegierten haben Gesetzgeber und Krankenkassen dazu aufgefordert, bestehende Präventionsstrategien auf ihren effektiven Nutzen hin zu evaluieren. Es müsse sichergestellt werden, dass Präventionsprogramme einer nachhaltigen Gesundheitsvorsorge dienen und nicht als Marketinginstrumente der Krankenkassen missbraucht werden. „Eine auf Nachhaltigkeit angelegte Präventionsstrategie ist ein wichtiger Baustein der Gesundheitspolitik“, so das Ärzteparlament.  Ärztetag für bundeseinheitliche Kriterien bei Sprachnachweis Der Ärztetag hat Bund und Länder aufgefordert, bundeseinheitliche Kriterien für den Nachweis der für die ärztliche Berufsausübung erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache festzulegen. Sprachkenntnisse seien ein wesentliches Element der Qualitätssicherung und dienten im erheblichen Maße der Patientensicherheit. Ärzte für freie Wahl saisonaler Impfstoffe Die Delegierten haben gefordert,  dass niedergelassene Ärzte die jeweils effektivsten Impfstoffe einsetzen können, ohne durch Rabattverträge auf bestimmte Mittel festgelegt zu sein. Saisonale Impfstoffe müssten deshalb aus der gesetzlichen Vorgabe des Arzneimittelneuordnungsgesetzes (AMNOG) für Ausschreibungen zum Abschluss von Rabattverträgen herausgenommen werden. Es habe sich gezeigt, dass sich durch die Exklusivverträge der Krankenkassen mit den Herstellern die Versorgung der Patienten mit Impfstoffen verschlechtert habe. Qualität und Zuverlässigkeit seien neben dem Preis unverzichtbare Kriterien, um die Versorgungsqualität zu erhalten. Substituierende Ärzte nicht kriminalisieren Der Deutsche Ärztetag forderte außerdem die Verbesserung der Bedingungen für Ärzte bei der Behandlung Opiatabhängiger. Die so genannte Substitutionsbehandlung, bei der Ärzte ihren Suchtpatienten Methadon verschreiben, dürfe zukünftig nicht mehr zu einer Kriminalisierung der behandelnden Ärzte führen. Der Ärztetag forderte die Bundesregierung auf, entsprechende Änderungen in die Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung aufzunehmen. Insbesondere die Vergabe von Take-home-Medikamenten und die Bestimmungen zum Beikonsum von Opiaten während der Behandlung bedürften einer Überarbeitung. Die derzeitigen Regelungen spiegelten nicht den aktuellen Stand der Wissenschaft wieder, hieß es in der Begründung des Ärztetages. Zudem bestehe bei der derzeitigen Gesetzeslage die Gefahr, dass Ärzte die Substitutionstätigkeit aufgeben, weil sie aufgrund von strafrechtlichen Konsequenzen um ihre Existenz fürchten müssten....

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