Fachkenntnis / Sterbehilfe / Organtransplantationen / Fortpflanzung

Fachkenntnis des Arztes 

  1. Der Arzt ist verpflichtet, alle gesicherten Möglichkeiten der medizinischen Wissenschaft zu nutzen und seinen Patienten in geeigneter Form zugute kommen zu lassen.

  2. Er darf keine Fähigkeiten geltend machen, die er nicht besitzt.

  3. Er ist verpflichtet, einen sachkundigen Kollegen hinzuzuziehen, wenn seine Kenntnisse für eine Untersuchung oder Behandlung nicht ausreichen.

Sterbehilfe 

  1. Die Medizin ist unter allen Umständen mit einer ständigen Achtung vor dem Leben, der beruflichen Ethik und der Entscheidungsfreiheit des Patienten verbunden. Im terminalen Stadium einer unheilbaren Erkrankung kann der Arzt sich darauf beschränken, die körperlichen und moralischen Leiden des Patienten zu lindern, wobei er sich darauf beschränkt, diesen in geeigneter Form zu behandeln und die Lebensqualität des Sterbenden so weit wie möglich zu erhalten. Es ist ein unabdingbares Gebot, dem Sterbenden bis zu seinem Tode beizustehen und so vorzugehen, daß seine Würde unangetastet bleibt.

    Ist es unmöglich, den Vorgang des terminalen Erlöschens der künstlich aufrechterhaltenen Residualfunktion des Organs bei einem Patienten umzukehren, so vergewissern sich die Ärzte unter Berücksichtigung der jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse, daß der Tod des Patienten eingetreten ist.

Organtransplantationen 

  1. Voraussetzung für eine Organentnahme bei einem Toten zum Zwecke der Organtransplantation ist, daß wenigstens zwei Ärzte voneinander unabhängig den Tod des Organspenders festgestellt und dokumentiert haben. Diese Ärzte sind von dem Transplantationsteam unabhängig.

  2. Die mit der Entnahme eines für eine Transplantation bestimmten Organs beauftragten Ärzte dürfen besondere Maßnahmen ergreifen, um bei einem Toten die zu verpflanzenden Organe am Leben zu erhalten.

  3. Die das Organ entnehmenden Ärzte vergewissern sich mit allen möglichen Mitteln vor der Entnahme, daß der Spender zu Lebzeiten weder schriftlich noch gegenüber seinen Angehörigen eine der Organentnahme entgegenstehende Verfügung getroffen hat.

Fortpflanzung 

  1. Der Arzt hat seinem Patienten auf dessen Ersuchen jede erbetene Auskunft über Fragen der Fortpflanzung und der Empfängnisverhütung zu erteilen.

  2. Es widerspricht nicht den Geboten der Ethik, wenn ein Arzt es aufgrund seiner persönlichen Überzeugung ablehnt, in den Fortpflanzungsprozeß einzugreifen oder bei einem Schwangerschaftsabbruch tätig zu werden und dem ihn konsultierenden Patienten anheim stellt, den Rat anderer Berufskollegen einzuholen.