Empfehlungen für Patienten bei einer Influenza-Pandemie

Stand: 11.12.2006

Empfehlungen für Patienten bei einer Influenza-Pandemie [PDF]

Erläuterungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Bundesärztekammer

Die folgenden Empfehlungen wurden durch die gemeinsame Pandemiearbeitsgruppe KBV/KVen in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer erarbeitet sowie vom KBV-Vorstand in seiner Sitzung am 20.11.2006 und vom Vorstand der Bundesärztekammer in seiner Sitzung am 19.01.2007 verabschiedet.

Die Empfehlungen sind an die KVen und die Ärztekammern auf Landesebene gerichtet und sollen ausschließlich im Eventualfall einer Influenza-Pandemie verwendet werden. Sie sollen als Muster für eine möglichst bundeseinheitliche Information und Organisation dienen, die - ggf. nach Anpassung an Besonderheiten der regionalen Pandemieplanung und der regionalen ambulanten Versorgung - von den KVen und/oder Landesärztekammern als Internetinformation bereitgestellt oder auch zur regionalen Verteilung gedruckt werden können.

Achtung: Die eingefärbten Absätze sind vor Herausgabe des Merkblattes durch die KV/die LÄK zu aktualisieren und z. B. auch an die dann vorliegende pandemische Situation anzupassen (z. B. Symptome, Krankheitsverlauf).

Empfehlungen der Pandemiearbeitsgruppen Kassenärztliche Bundesvereinigung/Kassenärztliche Vereinigungen und Bundesärztekammer/Landesärztekammern für ein Merkblatt:

„Hinweise für Patienten bei einer Influenza-Pandemie“

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

wie Sie den öffentlichen Medien sicher schon entnommen haben, ist derzeit ein gehäuftes Auftreten einer Influenza (= spezielle, aggressive Grippe) beobachtet worden, die besondere Schutzmaßnahmen erfordert.

Mit diesem Merkblatt geben wir Ihnen grundsätzliche Informationen zur Influenzaerkrankung, zu Verhaltensregeln im eigenen Erkrankungsfall und zu Maßnahmen, durch die Sie das Infektionsrisiko für sich und andere vermindern können.

Übertragungswege

Die Übertragung von Influenzaviren zwischen Menschen erfolgt durch Speicheltröpfchen beim Atmen, Husten oder Niesen. Eine Übertragung ist auch über verunreinigte Oberflächen (z. B. Arbeitsflächen, Gegenstände) oder über die Hände möglich. Ein besonders hohes Ansteckungsrisiko besteht dort, wo Menschen in größerer Zahl auf engem Raum versammelt sind (z. B. bei Veranstaltungen, in Kinos, in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Kaufhäusern). Eine Infektion kann bereits 24 Stunden vor dem Auftreten erster Symptome vorliegen. Erwachsene sind in der Regel bis fünf Tage, Kinder bis über 7 Tage nach Symptombeginn ansteckend. Die Erkrankung dauert bei komplikationslosem Verlauf etwa 1 Woche.

Die Symptome einer Erkrankung sind

  • Plötzlicher, schlagartiger Krankheitsbeginn und
  • hohes Fieber (über 38,5 Grad C)
  • Schüttelfrost
  • trockener Husten, Atemnot
  • Muskel-, Gelenkschmerzen oder Kopfschmerzen

Verhaltensregeln zur Vermeidung einer Ansteckung

Durch folgende einfache Hygieneregeln können Sie das Risiko vermindern, sich oder andere anzustecken:

  • Vermeiden Sie soweit möglich Menschenansammlungen und den engen Kontakt zu anderen Menschen
  • Vermeiden Sie es, andere anzuhusten oder anzuniesen; benutzen Sie  Einmaltaschentücher und entsorgen Sie diese möglichst sofort in geschlossenen Müllbehältern
  • Vermeiden Sie Händekontakt
  • Vermeiden Sie Berührungen von Augen, Nase oder Mund
  • Waschen Sie sich oft und gründlich die Hände (z. B. nach Personenkontakt, Benutzung von Sanitäreinrichtungen, vor dem Essen)
  • Lüften Sie Räume oft und gründlich

Verhaltensregeln im Erkrankungsfall

  • Wenn Sie erkrankt sind, bleiben Sie zu Hause und kontaktieren Sie Ihren Arzt unbedingt zunächst telefonisch
  • Informieren Sie sich über möglicherweise gesonderte Sprechstundenzeiten für Influenza-Erkrankte
  • Reduzieren Sie Kontakte zu anderen Personen soweit möglich
  • Tragen Sie bei Kontakten zu anderen Menschen (Haushaltsangehörige, Arztbesuch) einen Mund-Nasenschutz
  • Vermeiden Sie soweit möglich jeglichen Kontakt zu Säuglingen, Kindern, älteren Menschen oder Personen mit schweren chronischen Erkrankungen
  • Halten Sie Bettruhe ein, trinken Sie viel Flüssigkeit und vermeiden Sie körperliche Tätigkeit

Verhaltensregeln für pflegende Angehörige

  • Schützen Sie sich bei der Pflege Influenza-Erkrankter durch das Tragen einer Mund-Nasenschutzmaske
  • Waschen Sie sich nach Kontakt zur erkrankten Person gründlich die Hände
  • Entsorgen Sie Einmaltaschentücher sicher in geschlossenen Müllbehältern (Entsorgung in verschlossenen Plastiksäcken)
  • Sorgen Sie für eine regelmäßige und gründliche Haushaltsreinigung speziell aller Handkontaktflächen (Sanitäreinrichtungen, Türgriffe, Telefonhörer usw.)
  • Achten Sie auf gesondertes Ess- und Trinkgeschirr und Handtücher für die Erkrankten
  • Sorgen Sie für eine regelmäßige Raumlüftung

Beachten Sie fortlaufend alle Informationen zur aktuellen Lage aus Tagespresse, Funk, Fernsehen!

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