Ärzte ohne ärztliche Tätigkeit

Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte ohne ärztliche Tätigkeit – soweit sie bei den Landesärztekammern registriert sind – hat sich 2014, wie die Jahre zuvor, erhöht. Die Steigerungsrate betrug 2,4 Prozent. Dies entspricht 2.757 Ärztinnen und Ärzten.

Von den Ärztinnen und Ärzten ohne ärztliche Tätigkeit befinden sich 64,6 Prozent im Ruhestand (Vorjahr: 64,1 Prozent), 2,1 Prozent sind berufsunfähig (Vorjahr: 2,1 Prozent), 0,4 Prozent befinden sich in der Freistellungsphase der Altersteilzeit (Vorjahr: 0,6 Prozent), 4,6 Prozent sind ausschließlich im Haushalt tätig (Vorjahr: 4,6 Prozent), 2,3 Prozent sind berufsfremd tätig (Vorjahr: 2,4 Prozent), 5,7 Prozent befinden sich in der Elternzeit (Vorjahr: 5,4 Prozent), 6,8 Prozent sind arbeitslos (Vorjahr: 6,5 Prozent) und schließlich geben 13,4 Prozent einen sonstigen Grund an (Vorjahr: 14,3 Prozent).

Von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg liegen die Arbeitslosenzahlen, die jeweils im September eines jeden Jahres erhoben werden, vor. Daraus ergibt sich, dass bis September 2014 ein Anstieg der Zahl der arbeitslosen Ärztinnen und Ärzte festzustellen ist. Es wurden 3.405 arbeitslose Ärztinnen und Ärzte gemeldet, wobei der Ärztinnenanteil 59,7 Prozent (Vorjahr: 61,7 Prozent) beträgt. Dies entspricht einer Zunahme um 430 Ärztinnen und Ärzte bzw. 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber dem Höhepunkt der Ärztearbeitslosigkeit im Jahre 1997 hat die Zahl der arbeitslosen Ärztinnen und Ärzte um 5.991 bzw. 63,8 Prozent abgenommen.

Bezieht man die aktuelle Zahl der Arbeitslosen auf die Zahl der berufstätigen Ärzte insgesamt, ergibt sich eine sensationell niedrige Arbeitslosenquote von nur 0,9 Prozent (Vorjahr: 0,9 Prozent); wird als Bezugsgröße die Zahl der abhängig beschäftigten Ärzte genommen, liegt sie bei 1,4 Prozent (Vorjahr: 1,2 Prozent). Inzwischen übertrifft der bei der Arbeitsagentur bekannte offene Stellenbestand mit gut 25.000 die Zahl der arbeitslos gemeldeten Ärzte sehr deutlich. Dies bedeutet allerdings nicht nur, dass für Ärzte der Status der Vollbeschäftigung erreicht ist, vielmehr ist dies auch als Anzeichen einer Mangelsituation zu verstehen. Dadurch verdeutlicht sich die Problematik der aktuellen und zukünftigen Nachfragedeckung aus heimischen Kapazitäten.

Die Anteile der einzelnen Tätigkeitsbereiche an der Gesamtzahl der Ärztinnen und Ärzte verteilt sich nun wie folgt: ambulant 30,7 Prozent (Vorjahr: 31,0 Prozent), stationär 38,7 Prozent (Vorjahr: 38,5 Prozent), in Behörden/Körperschaften 2,0 Prozent (Vorjahr: 2,1 Prozent), in sonstigen Bereichen 4,4 Prozent (Vorjahr: 4,4 Prozent) und nicht ärztlich tätig 24,1 Prozent (Vorjahr: 24,1 Prozent).