Ärzte ohne ärztliche Tätigkeit

Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte ohne ärztliche Tätigkeit – soweit sie bei den Landesärztekammern registriert sind – hat sich 2015, im Gegensatz zu den Jahren zuvor, verringert. Der Rückgang betrug 1,2 Prozent. Dies entspricht 1.411 Ärztinnen und Ärzten. Die Hauptursache hierfür sind hauptsächlich Datenbereinigungen in Bayern und Berlin.

Von den Ärztinnen und Ärzten ohne ärztliche Tätigkeit befinden sich 67,5 Prozent im Ruhestand (Vorjahr: 64,6 Prozent), 2,2 Prozent sind berufsunfähig (Vorjahr: 2,1 Prozent), 0,3 Prozent befinden sich in der Freistellungsphase der Altersteilzeit (Vorjahr: 0,4 Prozent), 4,6 Prozent sind ausschließlich im Haushalt tätig (Vorjahr: 4,6 Prozent), 2,4 Prozent sind berufsfremd tätig (Vorjahr: 2,3 Prozent), 6,1 Prozent befinden sich in der Elternzeit (Vorjahr: 5,7 Prozent), 6,5 Prozent sind arbeitslos (Vorjahr: 6,8 Prozent) und schließlich geben 10,5 Prozent einen sonstigen Grund an (Vorjahr: 13,4 Prozent).

Von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg liegen ebenfalls die Arbeitslosenzahlen vor. Daraus ergibt sich, dass im Jahr 2015 ein Anstieg der Zahl der arbeitslosen Ärztinnen und Ärzte festzustellen ist. Es wurden 3.797 arbeitslose Ärztinnen und Ärzte gemeldet, wobei der Ärztinnenanteil 57,4 Prozent (Vorjahr: 59,3 Prozent) beträgt. Dies entspricht einer Zunahme um 396 Ärztinnen und Ärzte bzw. 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gegenüber dem Höhepunkt der Ärztearbeitslosigkeit im Jahre 1997 hat die Zahl der arbeitslosen Ärztinnen und Ärzte um –5.599 bzw. 59,6 Prozent abgenommen.

Bezieht man die aktuelle Zahl der Arbeitslosen auf die Zahl der berufstätigen Ärzte insgesamt, ergibt sich eine sensationell niedrige Arbeitslosenquote von nur 1,0 Prozent (Vorjahr: 0,9 Prozent); wird als Bezugsgröße die Zahl der abhängig beschäftigten Ärzte genommen, liegt sie bei 1,5 Prozent (Vorjahr: 1,4 Prozent).

Gleichzeitig wurden der Bundesagentur für  Arbeit etwa 1.807 offene Stellen für Ärzte gemeldet. Dies bedeutet nicht nur, dass für Ärzte praktisch der Status der Vollbeschäftigung erreicht ist, vielmehr ist dies auch als Anzeichen einer Mangelsituation zu verstehen. Dadurch verdeutlicht sich die Problematik der aktuellen und zukünftigen Nachfragedeckung aus heimischen Kapazitäten.

Die Anteile der einzelnen Tätigkeitsbereiche an der Gesamtzahl der Ärztinnen und Ärzte verteilt sich nun wie folgt: ambulant 30,9 Prozent (Vorjahr: 30,7 Prozent), stationär 39,0 Prozent (Vorjahr: 38,7 Prozent), in Behörden/Körperschaften 2,0 Prozent (Vorjahr: 2,0 Prozent), in sonstigen Bereichen 4,5 Prozent (Vorjahr: 4,4 Prozent) und nicht ärztlich tätig 23,6 Prozent (Vorjahr: 24,1 Prozent).

Tabelle 14: Ärztinnen und Ärzte ohne ärztliche Tätigkeit am 31.12.2015 [PDF]