Zusammenfassung

Insgesamt gesehen ist der Anstieg der Zahl der Ärztinnen und Ärzte im Jahr 1996 wieder moderat. Dabei ist beachtenswert, dass sich der Netto-Zugang in die Krankenhäuser erneut abgeschwächt hat: 1994 waren 4550, 1995 rund 3600 und 1996 noch 2600 mehr Ärztinnen und Ärzte in die Krankenhäuser gekommen. Es stellt sich die Frage, ob damit die "Lücken" aus den hohen Abgängen von 1993 aufgefüllt worden sind, so dass die zukünftige Aufnahme von Ärztinnen und Ärzten möglicherweise deutlich reduziert wäre.

Der Brutto-Zugang der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte - der dem Abgang aus den Krankenhäusern zum Teil entspricht - war 1996 zwar geringfügig höher als 1995, aber vor allem durch die relativ hohen Abgänge möglich. Einerseits konnten dadurch viele Ärztinnen und Ärzte aus dem Krankenhaus in die Praxis gehen, weil offensichtlich wieder eine nicht geringe Zahl von Ärztinnen und Ärzten vor der Altersgrenze ihre Praxis aufgegeben hatte. Andererseits ist nicht abzusehen, ob mit wesentlich größeren Zahlen von Praxisaufgaben zu rechnen sein wird. Wenn nicht, müsste dies zu Bewegungen in andere Arbeitsbereiche oder zu einem weiteren Anstieg der nicht ärztlich Tätigen führen.

Die ohne Zweifel zunehmend schwieriger werdenden Bedingungen in Krankenhäusern und die Probleme bei der Niederlassung haben vermutlich zu der Zunahme der als arbeitslos gemeldeten Ärztinnen und Ärzte 1996 geführt. Zumindest in den folgenden zwei Jahren dürfte es zu keiner nennenswerten Entlastung kommen. Damit ist allenfalls 1999 zu rechnen, wenn die Ärztinnen und Ärzte ausscheiden müssen, die das 68. Lebensjahr vollendet haben und mindestens 20 Jahre niedergelassen waren. Dies müsste dann zu erheblich höheren Abgangszahlen führen, so dass die nachfolgenden Ärztinnen und Ärzte "aufgenommen" werden könnten. Es bleibt allerdings zweifelhaft, ob dies für alle neu Approbierten gilt oder nicht doch entweder im Krankenhaus oder bei den Niederlassungen entsprechende "Warteschlangen" entstehen, die zwangsläufig zu höheren Arbeitslosenzahlen führen müssten. Entscheidend dürfte daher sein, wie sich in naher Zukunft die Approbationszahlen entwickeln werden.