Die ärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland - Ergebnisse der Ärztestatistik zum 31.12.2003

Entwicklung der Arztzahlen zum 31.12.2003

Im Jahre 2003 ist die Gesamtzahl der bei den Landesärztekammern gemeldeten Ärztinnen und Ärzte auf 388.201 gestiegen. Dies sind 1,8 % mehr als im Jahre 2002 und entspricht in etwa den Steigerungsraten der vorherigen Jahre. Der Anteil der Ärztinnen an der Gesamtzahl der Ärzte ist auch im Jahre 2003 in der Tendenz der letzten Jahre entsprechend leicht angestiegen und hat jetzt 40,7 % der Gesamtzahl (2002: 40,3 %) erreicht.

Im Dezember 2001 wurde die Studie zur Altersstruktur- und Arztzahlentwicklung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Bundesärztekammer fertiggestellt. Die Präsentation der Ergebnisse erfolgte im Januar 2002. Das Thema Ärztemangel ist in der öffentlichen Debatte mittlerweile fest etabliert. Um darauf hinzuweisen, dass die seiner Zeit prognostizierte Entwicklung nicht nur nicht gestoppt werden konnte sondern noch an Dynamik gewonnen hat, wurde die Studie aktualisiert sowie teilweise neu gefasst und unter dem angepassten Titel "Dem deutschen Gesundheitswesen gehen die Ärzte aus!" Ende August 2003 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die wesentlichen Ergebnisse sind im Anschluss an diesen Text zusammengefasst.

Die Studie macht deutlich, dass die Ursachen des Phänomens Ärztemangel in einer Zangenbewegung begründet liegen: Bedingt durch die ungünstige Alterstruktur gehen viele Ärzte in der nächsten Zeit in den Ruhestand. Zugleich bricht der Nachwuchs weg, da immer weniger junge Mediziner bereit sind in der kurativen Patientenversorgung tätig zu werden. Im Jahre 2003 ist die Zahl der ambulant tätigen Ärzte in sechs Kammerbezirken gesunken; die Zahl der Hausärzte in den neuen Bundesländern ist um 1,3 % zurückgegangen. Dem Nachwuchsmangel an deutschen Ärzten wird begegnet, indem verstärkt Ärzte im osteuropäischen Ausland und Österreich angeworben werden. Vakante ärztliche Stellen in den Krankenhäusern der neuen Bundesländer können fast nur noch mit Ärzten aus Polen, Russland, der Ukraine, Tschechien und der Slowakei besetzt werden. Die Zahl der ausländischen Ärzte, die in den Krankenhäuser der neuen Bundesländer arbeiten ist im Jahr 2003 um 56,4 % gestiegen, die Zahl der osteuropäischen Ärzte in diesen Krankenhäusern um 90,6 %. Ohne die ausgeprägte Zuwanderung ausländischer Ärzte in die neuen Bundesländer wäre die Zahl der berufstätigen Ärzte dort um 0,2 % gesunken. Das bedeutet, dass das Gesundheitswesen in Deutschland in zunehmendem Maße vom "Import" ausländischer Ärzte abhängig wird. Ohne einen erhöhten Zustrom an ausländischen Ärzten, der seit zwei Jahren zu beobachten ist, ist die Funktionsfähigkeit des deutschen Gesundheitssystems gefährdet.

Abbildung 1: Struktur der Ärzteschaft 2003 [PDF]

Tabelle 1: Entwicklung der Arztzahlen nach ärztlichen Tätigkeitsbereichen seit 1955
(Stand: 31.12.2003) [PDF]


Tabelle 2: Ärztinnen / Ärzte nach Landesärztekammern und Tätigkeitsarten
(Stand: 31.12.2003) [PDF]


Tabelle 3: Ärztinnen / Ärzte nach Bezeichnungen und ärztlichen Tätigkeitsarten
(Stand: 31.12.2003) [PDF]


Tabelle 4: Ärztinnen nach Bezeichnungen und ärztlichen Tätigkeitsarten
(Stand: 31.12.2003) [PDF]


Abbildung 5: Durchschnittsalter der Ärzte (Stand: 31.12.2003) [PDF]

Abbildung 6: Anteil der unter 35-jährigen Ärzte an allen berufstätigen Ärzten
(Stand: 31.12.2003) [PDF]


Abbildung 7: Altersstruktur der Hausärzte (ohne Kinderärzte)
in den neuen Bundesländern zum 31.12.2003 [PDF]