Sachsen 19.06.2017

27. Sächsischer Ärztetag: Digitalisierung im Gesundheitswesen

Dresden - Die sächsische Ärzteschaft unterstützt den Einsatz von telemedizinischen Anwendungen, die der Verbesserung der Patientenversorgung dienen. Die Delegierten fordern auf dem 27. Sächsischen Ärztetag am  letzten Sonnabend zugleich die Einhaltung aktueller rechtlicher Vorgaben etwa zum Datenschutz und der ärztlichen Berufsordnung. Insbesondere mit Blick auf die zukünftige Gewährleistung einer flächendeckenden medizinischen Versorgung im ländlichen Raum erwartet man einen zügigen Ausbau der Telematik-Infrastruktur.
 
Die Digitalisierung hat in den letzten Jahren im Gesundheitswesen verstärkt Einzug gehalten, Klassische Telemedizinanwendungen in der Akutversorgung, zum Beispiel von Schlaganfallpatienten, oder bei der Versorgung chronisch Erkrankter haben sich längst etabliert. Der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, bringt die Aufgabe der Ärzteschaft auf den Punkt: „Wir stehen heute nicht mehr vor der Frage, ob die Digitalisierung im Gesundheitswesen kommt, sondern in welcher Form wir sie begleiten und zum Wohle der Patienten umsetzen.“ Wichtig seien dabei die Beachtung der medizinethischen Grundsätze beim Umgang mit neuem Wissen und neuen Methoden im Rahmen des Einsatzes von telemedizinischen Anwendungen. Bei der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit von Ärzten untereinander oder von Ärzten mit Dritten braucht es Technik- und Dokumentationsstandards, um das Zusammenspiel der
verschiedenen Informationssysteme zu gewährleisten.
 
Die sächsische Ärzteschaft fordert anlässlich ihrem 27. Sächsischen Ärztetag außerdem eine adäquate Vergütung für Anschaffung und Betrieb telemedizinischer Anwendungen. Die Politik wird angesichts der rasant steigenden Zahl von Gesundheits-Apps aufgefordert, herstellerunabhängige Dokumentations- und Kommunikationsstandards einzuführen als auch Referenzterminologien und offene Schnittstellen zu definieren.

www.slaek.de