Berlin 18.09.2017

3. Internationaler Tag der Patientensicherheit – Ärztekammer Berlin setzt sich für die Stärkung der Sicherheitskultur in Kliniken und Praxen ein

Kammerpräsident Dr. Jonitz: „Eine lösungsorientierte Kommunikation und Führung kann man lernen. Die Ärztekammer Berlin unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei.“

Berlin - Anlässlich des 3. Internationalen Tages der Patientensicherheit am 17. September ruft der Präsident der Ärztekammer Berlin, Dr. med. Günther Jonitz, dazu auf, die Sicherheitskultur in Kliniken und Praxen zu stärken. Eine angstfreie Kommunikation über problematische Abläufe und Fehlerquellen sind das A und O für sicheres Handeln in der Patientenversorgung. Ohne eine entsprechend lösungsorientierte Grundhaltung – allen voran bei den ärztlichen Führungskräften – und eine Sicherheitskultur, die diese offene Kommunikation fördert, ist Patientensicherheit nicht denkbar“, betont Jonitz und ergänzt: „Führung und eine wertschätzende, an der Lösung von Problemen orientierte Kommunikation kann man lernen. Die Ärztekammer Berlin bietet dafür entsprechende Kurse an, die sehr gut angenommen werden.“ Doch nicht nur Ärztinnen und Ärzte sind aufgefordert, sich aktiv für einen Wandel der Sicherheitskultur einzusetzen. „Gute Führung und offene Kommunikation können nur in einem Rahmen funktionieren, der das auch zulässt. Klinikbetreiber und die Verantwortlichen in der Politik müssen dafür Sorge tragen, dass wir im Gesundheitswesen Rahmenbedingungen haben, die sicheres Handeln ermöglichen. Gute Führung fängt immer oben an und ist das, was unten ankommt“, unterstreicht Jonitz.

Die Ärztekammer Berlin befasst sich seit über 20 Jahren auf nationaler und internationaler Ebene intensiv mit dem Thema Patientensicherheit. In dieser Zeit ist es gelungen, das Thema aus der Tabu-Zone herauszuholen. Dabei sind die zentralen Initiativen von den in der Patientenversorgung Tätigen selbst ausgegangen. Vor allem die Ärzteschaft habe erkannt, dass sie sich selbst um dieses sensible Thema kümmern muss, fügte Jonitz hinzu.
 
Vorreiterrolle der Ärztekammer Berlin seit über 20 Jahren

Die Aktivitäten der Ärztekammer Berlin, das Thema Patientensicherheit bzw. Sicherheitskultur voranzutreiben und nachhaltig zu etablieren, sind vielfältig. Ein Auszug zu den Initiativen:

  • 2002 vergibt die Ärztekammer Berlin zusammen mit dem AOK-Bundesverband und der AOK-Nordost den Berliner Gesundheitspreis zum Thema „Fehlervermeidung und Sicherheitskultur“
  • 2005: 108. Deutscher Ärztetag in Berlin beschließt als erstes Ärzteparlament weltweit einstimmig die Unterstützung von Maßnahmen der systematischen Förderung der Patientensicherheit.
  • 2005: Gründung des Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. mit Kammerpräsident Dr. Jonitz als Gründungsvorstand und der Ärztekammer Berlin als Gründungs- und Fördermitglied.
  • Seit 2006 vertritt Dr. Jonitz das Bundesministerium für Gesundheit in internationalen Gremien zur Patientensicherheit.
  • 2008: Start des Fehlermelde- und Lernsystems CIRS Berlin.
  • 2009: Hauptvortrag auf dem Weltkongress zu Patientensicherheit und Qualität.
  • 2013: Patientensicherheit wird nationales Gesundheitsziel, Kammerpräsident leitet die gleichnamige

Arbeitsgruppe.
 

3. Internationaler Tag der Patientensicherheit
Kommunikation im Gesundheitswesen – das ist das Thema des 3. Internationalen Tages der Patientensicherheit (ITPS) am 17. September 2017. Unter dem Motto „Wenn Schweigen gefährlich ist“ sind Gesundheitseinrichtungen rund um den Aktionstag aufgerufen, zu zeigen, wie eine sichere Kommunikation im Gesundheitswesen funktionieren kann. Veranstalter des Internationalen Tages der Patientensicherheit in Deutschland ist das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS). Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe unterstützt den Gedanken des Aktionstages und hat bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dafür geworben, den 17. September offiziell als „Internationalen Tag der Patientensicherheit“ anzuerkennen.
 
Weitere Informationen:
www.tag-der-patientensicherheit.de 

www.aekb.de