Sachsen-Anhalt 19.01.2018

Ärztekammer Sachsen-Anhalt fordert einheitliche Kostenübernahme für Vierfach-Impfstoff

Magdeburg - Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut hat ihre Empfehlung zur Grippeschutzimpfung geändert. Sie empfiehlt ausdrücklich die tetravalente Influenzaimpfung. „60 Prozent der gemeldeten Grippefälle werden aktuell durch eine Virusvariante ausgelöst, die in der Dreifach-Impfung gerade nicht enthalten ist. Daher wurde die Empfehlung auf den Vierfach-Impfstoff geändert“, erklärt Impfexperte Dr. Gunther Gosch, Vorstandsmitglied der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt fordert daher die Krankenkassen auf, die Kosten für diese Leistungen uneingeschränkt zu übernehmen.
 
Die Krankenkassen verweisen darauf, dass zunächst der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den Vierfach-Impfstoff als Pflichtleistung in die Schutzimpfungsrichtlinie übernehmen müsse. Einzig die Barmer-Krankenkasse hat nach der geänderten STIKO-Empfehlung ausdrücklich erklärt, den Vierfach-Impfstoff zu übernehmen. „Die Entscheidung der Barmer ist nur konsequent. Der G-BA empfiehlt in der Schutzimpfungsrichtlinie die Influenza-Impfung für Personen ab 60 und Risikopatienten auf der Grundlage der STIKO-Empfehlung, ohne auf die Anzahl der Impfstoffkomponenten einzugehen. In Sachsen-Anhalt wird die Influenzaimpfung durch die oberste Landesbehörde darüber hinaus für alle Personen öffentlich empfohlen. Nach Auffassung des Kammervorstandes ist eine Zustimmung des G-BA, die erst in drei Monaten zu erwarten wäre, unnötig. Das Zeitfenster für eine Grippeimpfung ist dann verstrichen, eine Impfung nicht mehr sinnvoll. Der Gesetzgeber hat bereits 2017 im Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz Rabattverträgen für Impfstoffe die gesetzliche Grundlage entzogen. Wenn man seinen Versicherten einen adäquaten Schutz anbieten möchte“, so die Präsidentin der Ärztekammer, Dr. Simone-Heinemann-Meerz, „besteht jetzt Handlungsbedarf“. Sie stellt daher klar: „Es kann nicht sein, dass Rabatt-Verträge ärztlichen Sachverstand in Frage stellen oder die Patienten die Kosten für einen adäquaten Schutz übernehmen müssen.“

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