Brandenburg 13.11.2017

Brandenburg: „Aufwandsentschädigung für junge Ärzte muss möglich sein“

Potsdam -Zu wenig Medizinstudienplätze und damit verbunden zu wenig Ärztenachwuchs – ein Dauerthema in der Gesundheitspolitik. Der Masterplan 2020 soll die Situation zukünftig verbessern, doch eine Bezahlung von jungen Ärzten im „Praktischen Jahr“ (PJ) ist auch darin nicht festgelegt.

Was in der Schweiz fest geregelt ist, gelingt in Deutschland bisher nicht. „Junge Ärzte, die ihr PJ absolvieren, müssen zumindest eine Aufwandsentschädigung für ihre Arbeit erhalten. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass Auszubildende, egal welchen Berufes, ab dem ersten Lehrjahr ein Gehalt bekommen, Absolventen des Medizinstudiums, die in Krankenhäusern, wohlgemerkt am Ende ihres Studiums, ihr PJ  absolvieren, dafür nur sehr gering bis zum Teil gar nicht bezahlt werden“ kritisiert Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, Präsident der Landesärztekammer Brandenburg.

Viele deutsche Medizinstudenten gehen in die Schweiz und bleiben oftmals auch nach ihrem Studium dort. „Diese jungen Ärzte fehlen uns. Wir können den Mangel an ärztlichem Nachwuchs nicht bekämpfen, wenn wir am Geld sparen. Eine fest geregelte Aufwandsentschädigung für junge Ärzte muss möglich sein, realisiert werden sollte hier zumindest ein Betrag in der Höhe des Bafög-Höchstsatzes. Nicht nur vor dem Hintergrund der Gerechtigkeit, sondern auch, um jungen Menschen ein Medizinstudium zu ermöglichen, die nicht aus wohlhabenden Elternhäusern stammen“ so Dipl.-Med. Schulz weiter. Die Politik müsse hier schnellstens agieren.

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