Brandenburg 27.10.2017

Brandenburg: LÄKB unterstützt Bundesärztekammer bei Kritik an Neuordnung des Heilpraktikerrechts

Potsdam -  An den von Bund und Ländern überarbeiteten Leitlinien zur Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern hat die Bundesärztekammer (BÄK) erhebliche Kritik geäußert. Die Landesärztekammer Brandenburg (LÄKB) unterstützt diese Kritik.

„Das Wohl der Patientinnen und Patienten wird in den von Bund und Ländern überarbeiteten Leitlinien nicht ausreichend berücksichtig“ sagte Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz, Präsident der LÄKB. Das für medizinische Indikationen sowie für die Durchführung bestimmter Therapien nötige Wissen, welches nur mit einem Studium der Humanmedizin erlangt werden könne, sei mit der Ausbildung und Überprüfung von Heilpraktikern in keiner Form gewährleistet, so Dipl.-Med. Schulz weiter.

„Zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten sollte das Tätigkeitsfeld, in dem sich Heilpraktiker bewegen dürfen, auf das Minimalste eingeschränkt werden. Nur so sind Gefahren für die Gesundheit der Menschen, die bei Heilpraktikern Hilfe suchen, auszuschließen“ ergänzte Dr. med. Hanjo Pohle, Vizepräsident der LÄKB. Auch ein Versagen der staatlichen Anerkennung für Heilpraktiker zieht er in Erwägung.

Ausschlaggebend für die Überlegungen ist der Fall eines Heilpraktikers, der Krebspatienten mit einem selbst hergestellten Präparat behandelt hatte. Drei von fünf damit behandelte Patienten waren gestorben. Inzwischen darf dieser Heilpraktiker, dem fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen wurde, wieder praktizieren.

„Um von vornherein Gesundheitsschäden durch falsche, unzureichende bzw. medizinisch nicht fundierte Alternativbehandlungen auszuschließen, muss die Rechtsprechung hier klare Regelungen finden, sie ist verantwortlich für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger“ so Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz.

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