Bayern 20.10.2017

Für gute Medizin in Bayern: Tätigkeitsbericht 2016/17 der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK)

München/Rosenheim -  Mit dem aktuellen Tätigkeitsbericht (TB) 2016/17 legt die BLÄK Rechenschaft über ihre Tätigkeiten für den Zeitraum 1. Juni 2016 bis 31. Mai 2017 ab. Der TB vermittelt einen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten der BLÄK. In-formiert wird nicht nur über die Aufgaben der einzelnen Referate, auch die Arbeit der zehn Ausschüsse und Kommissionen wird erläutert. BLÄK-Präsident Dr. Max Kaplan erklärte dazu: „Die rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BLÄK haben die Aufgabe, die rund 83.000 Ärztinnen und Ärz-te in Bayern zu unterstützen. Die Kompetenz der Angestellten und eine star-ke Serviceorientierung sind die zentralen Stärken der BLÄK.“ Die Kammer helfe bei Fragen zur Berufsordnung, Berufsrecht, Qualitätssicherung, GOÄ, Medizinische Assistenzberufe, Meldewesen und natürlich bei Angelegenheiten der ärztlichen Weiter- oder Fortbildung. Auch die Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen, die Ärztlichen Stellen und die Pressestelle stehen für Auskünfte zur Verfügung.

Ärztliche Weiter- und Fortbildung
Zum 31. Mai 2017 lag die Anzahl der Weiterbildungsbefugnisse bei 11.625 (Vorjahr: 11.015). Davon entfallen 3.119 Weiterbildungsbefugnisse auf die ambulante hausärztliche Versorgung zum Facharzt für Allgemeinmedizin. Im Berichtszeitraum gingen bei der BLÄK 3.728 Anträge (Vorjahr: 3.550) auf Anerkennung einer Qualifikation nach der Weiterbildungsordnung (WO) ein. Es entfielen 2.311 Anträge (Vorjahr: 2.225) auf eine Facharzt- bzw. Schwer-punktbezeichnung, 2.274 Anträge wurden anerkannt (Vorjahr: 1.942). Au-ßerdem wurden 1.329 Anträge zur Führung einer Zusatzbezeichnung gestellt (Vorjahr: 1.290), 1.175 Anträge wurden anerkannt (Vorjahr: 1.156).

Die BLÄK bietet derzeit 31 verschiedene eigene Fortbildungsseminare zu unterschiedlichen Themenbereichen an. Dabei wird verstärkt der Einsatz von Blended-Learning-Konzepten nachgefragt und angeboten. An den 1.224 Fortbildungsveranstaltungen der Ärztlichen Kreisverbände (ÄKV) nahmen rund 28.000 Ärztinnen und Ärzte teil. Die BLÄK hat 68.203 Fortbildungsver-anstaltungen anerkannt (Vorjahr: 63.758).

Gutachterstelle für Arzthaftungsfragen
Die Zahl der Patienten, die sich an die Gutachterstelle wandten, um eine nach ihrer Meinung fehlerhaft durchgeführte ärztliche Behandlung begut-achten zu lassen, blieb im Berichtszeitraum mit 1.225 (Vorjahr: 1.224) fast konstant. 1.237 Verfahren konnten abgeschlossen werden (Vorjahr: 1.352). Die Behandlungsfehlerquote war mit 25 Prozent geringfügig niedriger als im Berichtszeitraum 2015/2016 mit 26 Prozent. Die Verfahrensdauer lag bei durchschnittlich 74 Wochen. Im Internet ist die Gutachterstelle mit einer eigenen Homepage präsent unter www.gutachterstelle-bayern.de.

Berufsordnung und Rechtsfragen
Über 4.000 schriftliche Anfragen zur Berufsordnung sind bei der BLÄK eingegangen. Dazu gehören u. a. Vertragsprüfungen für Ärzte, Gutachterbenennungen für Gerichte, die Ausstellung von Unbedenklichkeitsbescheinigungen und Beschwerden von Patienten. Telefonische Anfragen drehen sich häufig um Fragen zur Schweigepflicht, zur Dokumentation der ärztlichen Behandlung und um Fragen zur Aufbewahrung der Behandlungsunterlagen. Ein weiterer Tätigkeitsbereich ist die Prüfung von Verträgen, zum Beispiel bei Praxisverbünden oder Chefarztverträgen und Zielvereinbarungen. 395 Gutachterbenennungen wurden vorgenommen (Vorjahr: 392).

Sonstiges
Die Koordinierungsstelle Allgemeinmedizin (KoStA) betreut aktuell 80 Weiterbildungsverbünde in Bayern. Insgesamt beteiligen sich erfreulicherweise 167 Krankenhäuser, 798 Praxen und 1.241 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte an den Weiterbildungsverbünden. Die Anzahl der Ärztinnen und Ärzte in Verbundweiterbildung (ambulant und stationär) stieg im Berichtszeitraum von 345 auf 386. Die Facharztanerkennungen für Allgemeinmedizin sind von 240 auf 258 gestiegen (plus 7,5 Prozent). Getragen wird die KoStA von der BLÄK, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) und dem Bayerischen Hausärzteverband (BHÄV). Nachdem die Förderung der Weiterbildung in Hausarztpraxen bereits seit vielen Jahren etabliert ist, können nun auch bestimmte Praxen, die Fachärzte anderer Gebiete weiterbilden, eine monatliche Förderung in Höhe von 4.800 Euro erhalten. „Im Mai 2017 wurde außerdem das ‚Kompetenzzentrum Weiterbildung Bayern‘ gemeinsam mit den Lehrstühlen für Allgemeinmedizin gegründet“, berichtete Kaplan. Angeboten werden begleitende Seminare und ein Mentoringprogramm.

Im Referat Medizinische Assistenzberufe waren Ende 2016 8.571 Ausbildungsverhältnisse registriert. Davon wurden 947 Verträge mit ausländischen Auszubildenden abgeschlossen. Die BLÄK war auf zehn  verschiedenen Messen mit einem Infostand zur MFA-Ausbildung vertreten. Auf der Internetseite www.blaek.de > Wir über uns > Tätigkeitsberichte kann der TB heruntergeladen oder als E-Paper gelesen werden.

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