Hessen 17.01.2018

Hessische Ärzte zufrieden mit ihrer Selbstverwaltung

Zentrale Ergebnisse der Mitgliederbefragung der Landesärztekammer Hessen

Frankfurt - Wie  zufrieden  sind hessische Ärztinnen und Ärzte mit den Serviceangeboten der  Landesärztekammer  Hessen  (LÄKH)?  Und  wie wird die Kammer von außen wahrgenommen?  Um  diese  Fragen  zu beantworten, hat die LÄKH im Jahr 2017 erstmalig  eine  repräsentative  Mitgliederbefragung durchgeführt. Ziel der Erhebung war, sowohl die Stärken als auch mögliche Chancen zur Verbesserung der  Arbeit  der  Kammer  aufzudecken,  um  Maßnahmen  zur  Optimierung und Anpassung der Serviceangebote aus den Ergebnissen ableiten zu können. Hierfür  wurden  im  März  2017  auf Basis einer Stichprobe 6.912 hessische Ärztinnen und Ärzte aus über 36.000 Kammermitgliedern ausgewählt, die einen Fragebogen  zugeschickt  bekamen und bis Ende April die Möglichkeit hatten, diesen   zu   beantworten  und  anonym  an  die  LÄKH  zurückzusenden.  Die Rücklaufquote betrug 29 Prozent (%); 47% der Rückmelder waren weiblich, 53% männlich, der Altersdurchschnitt lag bei 53,3 Jahren.

Gute Note für den Service der Kammer
Zunächst  wurde der letzte Kontakt der Mitglieder zur Kammer abgefragt. Die Mehrheit  (45%)  der Befragten gab an, im Jahr 2016 Kontakt zur LÄKH gehabt zu  haben; im ersten Viertel des Jahres 2017 waren es 36%. Etwa ein Drittel (27%)  der Befragten hatte zuletzt 2015 Kontakt mit der Kammer, 29% im Jahr 2014 oder früher.

Den  häufigsten  Kontakt  gab  es  zur  Abteilung  Ärztliche Weiterbildung, gefolgt  vom  Empfang/Zentrale  sowie  der Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung.  Der  Service aller Abteilungen wurde im Bereich von 1,9 bis 2,6  und  somit  insgesamt  als  gut  bewertet.  Ein ähnliches Bild bot die Gesamtzufriedenheit,  die  eine  Durchschnittsnote von 2,2 erhielt. Positiv hoben    die    Befragten   die   Freundlichkeit,   Hilfsbereitschaft   und Professionalität  der  Mitarbeiterinnen  und Mitarbeiter hervor. Kritisiert wurden dagegen zu viel Bürokratie sowie mangelnde Serviceorientierung.

Aus  der Befragung ging zudem hervor, dass ältere Kammermitglieder (über 69 Jahre)  die Kammer am positivsten bewerteten, während die 50-59-Jährigen am kritischsten waren.

Medien der LÄKH: Klassische Informationskanäle bevorzugt
Auf  die  Frage, welche Medien der LÄKH von den Mitgliedern genutzt werden, gab der Großteil der Befragten an, das Hessische Ärzteblatt zu lesen (89%), gefolgt  von  der  Nutzung  der  Website  (62%) sowie des Mitgliederportals (55%).  Nur  7%  nutzen  keine  Medien.  Als  bevorzugten Informationskanal nannten   77%   der  Befragten  den  klassischen  Weg  über  das  Hessische Ärzteblatt;  dies trifft insbesondere auf ältere Mitglieder (über 69 Jahre) zu.   Die   Website   wird   vor   allem  von  den  unter  39-Jährigen  als Informationskanal favorisiert.

Das  von  über der Hälfte der Befragten genutzte Mitgliederportal wurde als informativ, übersichtlich und aktuell bewertet.

Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung
Das Angebot der Akademie für Ärztliche Fort- und Weiterbildung der LÄKH ist der  Mehrheit  (83%) der Befragten bekannt. In den Fachgruppen waren es vor allem  die Allgemeinmediziner und Internisten, die angaben, das Angebot der Akademie zu kennen. Über die Hälfte aller Befragten (55%) hat zudem bereits
eine Veranstaltung der Akademie besucht.

Auf  die  Frage,  wie  sich  die  Ärztinnen  und Ärzte über das Angebot der Akademie  informieren,  gab  die Mehrheit an, diese Informationen oft (44%) oder   gelegentlich  (46%)  über  Ärzteblätter  zu  beziehen,  gefolgt   von Fachzeitschriften.  Das  Angebot  reiner Online-Fortbildungsveranstaltungen haben  bislang 30% der Befragten wahrgenommen, grundsätzlich besteht jedoch bei knapp der Hälfte Interesse an diesen.

Transparenz, Bürokratieabbau und Innovation erwünscht
Die Ergebnisse der Mitgliederbefragung verdeutlichen, dass die Mehrheit der Befragten  mit  der ärztlichen Selbstverwaltung insgesamt zufrieden ist und die   Serviceleistungen  als  grundsätzlich  positiv  wahrgenommen  werden. Allerdings  ist  nicht  allen  Befragten  geläufig,  welche  Funktionen die Ärztekammer  hat.  Dieser  Informationsmangel ist in allen Altersklassen zu finden.  Daher  wird  es künftig Aufgabe der Kammer sein, ihre Aufgaben und Tätigkeiten       noch       transparenter      darzustellen.      Weiteres Verbesserungspotential  ergibt  sich  aus den kritischen Bewertungen in den Bereichen „Innovation“,  "Bürokratie“ und „Mitgliederorientierung“.

Durch den Ausbau ihrer Präsenz in sozialen Medien ist die LÄKH bereits einen weiteren Schritt in Richtung Innovation und Aktualität gegangen. Neben den allgemeinen Informationen über Aufgaben und Serviceangebote der Kammer sollen so beispielsweise auch aktuelle Veranstaltungen der Akademie bekannter gemacht werden. Auch die Akademie für ärztliche Fort- und Weiterbildung hat auf die Ergebnisse der Befragung reagiert und plant, fortan vermehrt „Blended Learning“ Veranstaltungen, eine Kombination aus Präsenz- und Onlineveranstaltungen, anzubieten. Auf die Kritik zum Thema „Bürokratie“ hat die Abteilung Ärztliche Weiterbildung bereits reagiert und die Weiterbildungsanträge klarer strukturiert.

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