Bremen 29.11.2017

Neues medizinisches Angebot für Wohnungslose im Bremer Treff

Zwei Ärzte betreuen Sprechstunde ab sofort immer dienstags ab 18 Uhr

Bremen - Der Verein zur Förderung der medizinischen Versorgung Obdachloser (mVO) hat sein Angebot erweitert: Ab sofort gibt es in der kirchlichen Begegnungsstätte „Bremer Treff“ dienstags ab 18 Uhr eine medizinische Sprechstunde für Wohnungslose und andere Menschen in prekären Lebenslagen. Die beiden Ärzte Georg Kückelmann und Dr. Masiar Amirkhizi betreuen abwechselnd die Gäste des Bremer Treffs, die eine medizinische Notversorgung benötigen.

Bis zu 500 Menschen im Land Bremen sind wohnungslos. Sie sind besonders gefährdet, körperlich und psychisch zu erkranken. Der Verein zur Förderung der medizinischen Versorgung Obdachloser bietet seit 1997 für diese Menschen dreimal wöchentlich eine medizinische Sprechstunde im Café Papagei, Auf der Brake,  sowie einmal wöchentlich eine Sprechstunde für Frauen im „Frauenzimmer“ an – einem Treff für wohnungslose Frauen in der Abbentorstraße.

Mit der Sprechstunde im Bremer Treff kümmern sich nun insgesamt zwei Ärztinnen und vier Ärzte an drei  Standorten um die basisorientierte Versorgung dieser Menschen. „Wir sprechen mit unserem Angebot im  Bremer Treff die Menschen an, die wir an unseren anderen beiden Standorten eventuell nicht erreichen“, sagt  Gerd Wenzel, der Vorsitzende des Vereins zur Förderung der medizinischen Versorgung Obdachloser. Die  kleine Praxis im Bremer Treff ist ausgestattet wie eine Hausarztpraxis auf einfachem Niveau: Vorhanden sind eine Liege für Patienten, verschiedene Behandlungsmaterialien, Medikamente, ein PC zur Abrechnung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen sowie ein abschließbarer Schrank für Patientenunterlagen. „Wir  behandeln alle Patientinnen und Patienten kostenlos, auch wenn sie nicht krankenversichert sind“, sagt Georg Kückelmann. Eine Apotheke löst die Rezepte kostenfrei ein, etwaige Zuzahlungen übernimmt der Verein zur  Förderung der Medizinischen Versorgung Obdachloser. Auch Termine für psychotherapeutische Gespräche werden angeboten.

Etwa 18.000 Menschen besuchen jährlich den Bremer Treff. An sechs Abenden pro Woche gibt es dort die  Möglichkeit, sich aufzuwärmen, Leute zu treffen, Wäsche zu waschen oder eine warme Mahlzeit zu essen. „Für  die meisten ist der Bremer Treff ein Zuhause auf Zeit“, sagt Dietmar Melcher, der Leiter des Bremer Treffs. „Wir freuen uns daher, dass wir unser Angebot noch um eine niedrigschwellige medizinische Versorgung  erweitern konnten.“

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