Niedersachsen 18.05.2017

Niedersachsen: ÄKN-Präsidentin Dr. Martina Wenker plädiert für Schulfach „Gesundheit“

Ärztekammer Niedersachsen will mehr Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen in Kindertagesstätten und Schulen

Hannover - Niedersachsens Ärztekammerchefin und Vizepräsidentin der Bundesärztekammer Dr. Martina  Wenker plädiert für ein Unterrichtsfach „Gesundheit“ an bundesdeutschen Schulen: „Es ist wichtig, schon  Kinder und Jugendliche an das Thema Gesundheit heranzuführen. Ohne Gesundheit ist alles nichts. Je früher  Kinder und Jugendliche körperliche und seelische Prozesse besser verstehen, desto größere Chancen haben  wir, sie für eine individuelle gesundheitsbewusste Lebensführung motivieren zu können“, so Dr. Martina  Wenker.

Insbesondere solle Kindern und Jugendlichen altersgerechtes Wissen über die Bedeutung einer ausgewogenen  und gesunden Ernährung, ausreichender Bewegung und psychischer Ausgeglichenheit  vermittelt werden. Wenker: „Auch ein verantwortlicher Umgang mit neuen Medien ist ein Megathema. Es  schadet nicht, wenn schon Kinder und Jugendliche eine neue Achtsamkeit erlernen. Schule und Eltern müssen  hier stärker zusammenwirken.“ Zur Vermittlung dieses Wissens müssten geeignete Rahmenbedingungen in  Kindertagesstätten und Schulen geschaffen werden.

Auf dem in der kommenden Woche stattfindenden 120. Deutschen Ärztetag in Freiburg im Breisgau geht es  auch um eine frühzeitige Förderung der Gesundheit und gesundheitlicher Kompetenzen im Kindes- und  Jugendalter. Zur Erreichung dieses Ziels sollen gesundheitsrelevante Themen in die Lehrer- und  Erzieher/innen-Ausbildung sowie in die schulischen Lehrpläne aufgenommen und als Querschnittsthemen in  den relevanten Schulfächern, in eigenen Unterrichtseinheiten oder einem Schulfach "Gesundheit" wie auch projektbezogen unterrichtet werden. Über die Kultusministerkonferenz sollen die entsprechenden  Rahmenbedingungen geschaffen werden. Für die Umsetzung solle themenbezogen die Sachkompetenz von  Ärztinnen und Ärzten hinzugezogen werden. Dr. Wenker: „Als Lungenfachärztin habe ich hervorragende Erfahrungen mit der anschaulichen und altersgerechten Vermittlung des Nichtraucherschutzes für  Grundschülerinnen und Grundschüler gemacht.“

Das Präventionsgesetz hat die ärztliche Primärprävention in den Kinderuntersuchungen nach § 26 Abs. 1 SGB  V gestärkt und sieht die Erfassung und Bewertung gesundheitlicher Risiken und eine darauf abgestimmte  ärztliche Präventions- und Impfberatung vor. Viele der gesundheitlichen Probleme, die in den Arztpraxen  vorgetragen und diagnostiziert werden, sind jedoch gesellschaftlich bedingt, weshalb für eine verbesserte  Gesundheitsförderung und die Entwicklung von Gesundheitskompetenz auch die Rahmenbedingungen in den  relevanten Sozialisationsinstanzen Kindertagesstätte, Schule und Familie verbessert werden müssen.

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